Xylella – Olivenbaumsterben

Hier halten wir Sie ab Mai 2015 über die aktuelle Entwicklung der Ausbreitung und Bekämpfung von Xylella auf dem Laufenden:

 

13. Juli 2017

Die EU verschärft den Ton gegenüber Italien und stellt dem Land ein Ultimatum von zwei Monaten zur Durchführung der vorgeschriebenen Rodungen. Sollten innerhalb dieser Zeitspanne nicht alle infizierten Bäume gerodet sein, droht dem Land ein Vertragsverletzungsverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof. Eigentlich sind befallene Pflanzen unmittelbar nach der Feststellung einer Infektion zu roden, tatsächlich sind erst 63 Prozent der vorgeschriebenen Rodungen abgeschlossen, 240 Bäume sind noch zu fällen. Darüberhinaus ist die Rodung weiterer 104 Pflanzen Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Die Bearbeitung von Einsprüchen gegen angeordnete Rodungen durch betroffene Besitzer und der ihnen zustehenden Entschädigungszahlungen nimmt der Regionalregierung Apuliens zufolge zu viel Zeit in Anspruch.

 

Anfang Juli 2017

Die EU-Kommission arbeitet weiter an einer Revision des Pflanzenschutzplans, der für Apulien vor allem im Hinblick auf eine mögliche Pflanzstoppaufhebung für Xylella-tolerante Sorten (siehe Merum 3/17) von Interesse ist. Mit Ausnahme Frankreichs hatten alle Mitglieder der ständigen Pflanzenschutzkommission im Mai ihre Zustimmung signalisiert. Da aber noch viele technische Detailfragen zu klären sowie Anfragen und Änderungsanträge anderer Mitgliedsländer – nicht nur zur Pflanzstoppaufhebung – zu bearbeiten sind, ist die neue Verordnung noch nicht offiziell verabschiedet worden. Aus Brüssel ist der Gazzetta del Mezzogiorno zufolge durchgesickert, dass nun frühestens im Herbst mit einer Änderung der Verordnung zu rechnen sei.

 

22. Juni 2017

Nachdem auf Mallorca der Xylella-Stamm Xylella fastidiosa fastidiosa, Verursacher der Pierceschen Krankheit, an einer Weinrebe aufgetaucht war und eine sofortige Rodung eine weitere Ausbreitung verhindern konnte, taucht Xylella erstmals auch auf der iberischen Halbinsel auf. 17 Mandelbäume nahe Valencia wurden vom Xylella-Stamm multiplex befallen und sofort gerodet.

Wissenschaftler befürchten, dass durch die Koexistenz verschiedener Xylella-Stämme neben pauca, multiplex und fastidiosa in Europa neue gefährliche Unterarten entstehen und sich neue Wirtspflanzen suchen könnten. Jüngste Untersuchungen der Universität Berkeley in Mittelamerika attestierten dem Bakterium hohe genetische Mobilität und die Tendenz, aus verschiedenen Stämmen durch genetische Rekombination neue Stämme zu bilden. Entgegen anderslautender Meldungen gibt es allerdings keine Indizien für einen Zusammenhang zwischen den Fällen in Spanien und Apulien.

 

7. Juni 2017

Die angesehene Fachzeitschrift Nature beklagt, dass italienische Labors zwischen November 2015 und Oktober 2016 nur extrem wenige Proben infizierter Bäume untersucht haben, auch zu Zeitpunkten, an denen Neuinfektionen festgestellt wurden und Verlagerungen der Pufferzone vonnöten waren. Stattdessen habe man bei der Verfolgung der absurden und haltlosen Anklage realitätsfremder Umweltaktivisten – Wissenschaftler hätten das Bakterium absichtlich selbst verbreitet – keine Zeit verloren.

 

31. Mai 2017

In einem Bericht der EU-Kommission, der auf ein Audit im November 2016 zurückgeht, werden Italien zwar „bedeutende Fortschritte in der Umsetzung der EU-Entscheidungen ab August 2016“ bescheinigt, gleichzeitig wird aber darauf hingewiesen, dass „zusätzliche Anstrengungen zur Vorbeugung einer weiteren Verbreitung der Krankheit“ vonnöten sind. Italien habe zum Zeitpunkt des EU-Audits die vorgeschriebene Rodung infizierter Bäume in der 20 Kilometer breiten Pufferzone im Norden der Provinz Lecce mit erheblicher Verspätung oder noch gar nicht durchgeführt und damit die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Ausbreitung erhöht. Ein systematisches Monitoring der Infektion habe zu spät begonnen, von zehn Millionen Euro der EU-Kommission zur Bekämpfung von Xylella sei nur wenig mehr als die Hälfte ausgegeben worden, und Forschungsstellen, denen von der Region Apulien 2,5 Millionen Euro zugesichert worden waren, warteten immer noch auf ihr Geld.

 

17. Mai 2017

Die Regionalregierung Apuliens findet in ihrem Budget die nötigen Finanzmittel zur Entschädigung Xylella-geschädigter Olivenbauern. Für jeden aufgrund von Xylella gefällten Olivenbaum sollen je nach Pflanzdichte 188 (mehr als 200 Bäume pro Hektar) bis 261 Euro (weniger als 100 Pflanzen pro Hektar) gezahlt werden.

 

15. Mai 2017

Das ständige Pflanzenschutzkomitee der EU spricht sich mit den Stimmen der Vertreter aller EU-Mitgliedsstaaten außer Frankreich für eine Aufhebung des Pflanzstopps für Xylella-tolerante Sorten wie Leccino und Favolosa (FS-17) in den Infektionsgebieten des Salento aus. Formell soll die Entscheidung am 19. Juni 2017 in Kraft treten.

 

April 2017

Viele Olivenbauern sind mit der Durchführung bis 30. April gesetzlich vorgeschriebener Bodenbearbeitungsmaßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung von Xylella-Überträgern in Rückstand. Die Region kündigt für Mai und Anfang Juni schärfere Kontrollen sowie einen strengen Bußgeldkatalog für Säumige an.

 

Ende März 2017

Wissenschaftler des nationalen Forschungszentrums CNR, der botanischen Versuchsanstalt Basile Caramia in Locorotondo und der Universität Bari machen eine weitere Xylella-tolerante Olivensorte ausfindig: FS-17, eine in den 1970er Jahren vom Agrarwissenschaftler Giuseppe Fontanazza durchgeführte Kreuzung aus Frantoio und Ascolana tenera. Sie ist auch unter dem Namen Favolosa (die „Fabelhafte“) bekannt, weil sie als pflegeleicht und robust gilt, jünger als andere Sorten beginnt, Früchte zu tragen, ertragsreich, selbstbefruchtend, sehr widerstandsfähig gegen Kälte und sowohl für traditionellen als auch modernen Intensivanbau geeignet ist. Sie kann zwar wie alle anderen Olivenbäume mit dem Bakterium infiziert und daher nicht als resistent bezeichnet werden, zeigt aber keine Krankheitssymptome und stirbt nicht ab. Sie erweist sich damit als noch widerstandsfähiger als die bereits für ihre hohe Xylella-Toleranz bekannte Sorte Leccino. Die Ergebnisse sind quantifizierbar und wurden inzwischen auch von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit anerkannt.

Die Wissenschaftler weisen allerdings auch darauf hin, dass bei Bakterien grundsätzlich die Möglichkeit von Mutationen gegeben ist und Prognosen darüber, ob Xylella in der Lage ist, die Toleranz der genannten Sorten längerfristig zu überwinden, derzeit noch nicht möglich sind. Hierfür sind weitere Forschungen und Langzeitversuche vonnöten.

Weil es lange dauert, bis neugepflanzte Olivenbäume in der Lage sind, Früchte zu bilden, will das CNR zukünftig auch die Möglichkeit der Veredelung von Bäumen anderer Sorten durch Aufpropfen von oder auf FS-17 erforschen. Zehn um das Jahr 1200 nahe Trepuzzi (Provinz Lecce) gepflanzte, monumentale Olivenbäume werden Ende Mai mit Leccino und FS-17 aufgepfropft. Allerdings sollten auch weiterhin andere Sorten untersucht werden, aktuell wird dem CNR zufolge an 300 Sorten geforscht. Von weiträumigen Monokulturen, mit welcher Sorte auch immer, sei laut CNR grundsätzlich abzuraten.

 

Mitte März 2017

Nach einer Schätzung der regionalen Landwirtschaftsbehörde und des Bauernverbands Coldiretti sind 400 im Olivenölsektor tätige oder davon abhängige Betriebe von der Pleite bedroht, und die Schäden in den drei betroffenen Provinzen Lecce, Taranto und Brindisi betragen über eine Milliarde Euro.

 

1. März 2017

Das Feuerbakterium kennt keine Winterpause und hat neue Infektionsherde
im nördlichen Salento entzündet, während die EU und Italien über eine Aufhebung des Pflanzstopps berieten. Auch andernorts geht die Angst vor einer weiteren Ausbreitung um. Erhöhte Wachsamkeit in Nordafrika und mehr finanzielle Mittel zur Bekämpfung in Apulien sind die Folge.

Die EU-Kommission hat am 23. Januar signalisiert, einer Aufhebung des aufgrund der Xylella-Epidemie verhängten Pflanzstopps für Olivenbäume im Infektionsgebiet grünes Licht zu geben. So erhofft man sich zusätzliche wissenschaftliche Erkenntnisse über die mögliche Xylella-Resistenz bestimmter Olivensorten wie Leccino und einiger wildwachsener, lokaler Sorten, deren DNA die Region Apulien in Zusammenarbeit mit dem Agrarverband Coldiretti und dem nationalen Forschungszentrum CNR intensiver erforschen will, da sie scheinbar immun gegen das Feuerbakterium sind.

Ersten Analysen zufolge sind darunter auch Abkömmlinge der Salento-typischen Sorten Cellina di Nardò und Ogliarola, um deren Überleben man angesichts der Xylella-Epidemie fürchtet. Die EU hat sich damit der Position der Region Apulien angenähert, die eine Aufhebung des Pflanzstopps für die Sorte Leccino gefordert hatte. Zwar sind noch Detailfragen zu klären und wird wohl noch einige Zeit vergehen, bis den teilweise seit drei Jahren auf eine Bewilligung wartenden Olivenbauern die Möglichkeit gegeben wird, neues Einkommen zu erwirtschaften, dennoch wurde die Entwicklung in Apulien begrüßt.

Zudem erhält die Region zusätzliche finanzielle Unterstützung aus Brüssel: Die EU übernimmt mit 2,3 Millionen Euro aus dem europäischen Fonds zur Bekämpfung von Pflanzenschädlingen mehr als die Hälfte der von den Bemühungen Italiens zur Erforschung und Eindämmung von Xylella kalkulierten Gesamtkosten von 4,4 Millionen Euro, weitere 1,8 Millionen Euro wurden für die Überwachung des Infektionsgebiets zur Verfügung gestellt. Mit insgesamt über drei Millionen Euro Zuschüssen stellt Brüssel den Italienern damit mehr Geld zur Xylella-Bekämpfung zur Verfügung als jemals zuvor.

Einen deutlichen Dämpfer erhielt die Freude allerdings dadurch, dass just an jenem 23. Januar, an dem sich Italiens Landwirtschaftsminister Martina und EU-Gesundheitskommissar Andriukaitis auf die Aufhebung des Pflanzstopps verständigt hatten, fünf neue Infektionsherde in den Provinzen Taranto und Brindisi ausgemacht wurden. Am 10. Februar wurde ein weiterer Infektionsherd bei Ostuni –inzwischen gerodet – bestätigt, am 16. Februar kamen vier weitere Herde zwischen Ostuni und Tarent hinzu. Die Puffer- und Vorbeugungszone müssen entsprechend nach Norden ausgedehnt werden.

In Marokko wurde derweil ein Importstopp für bedrohte Pflanzenarten erlassen. Die Behörden für Lebensmittelsicherheit haben zudem gemeinsam mit Agrarwissenschaftlern ein Programm ins Leben gerufen, das Olivenbauern schulen soll, die Symptome der von Xylella verursachten Erkrankungen der Pflanzen frühzeitig zu erkennen. Nachdem das Bakterium letzten Herbst auch auf den Balearischen Inseln aufgetaucht war, steigt in dem nordafrikanischen Land die Besorgnis, bald selbst betroffen sein zu können. Bisher sind allerdings noch keine Infektionsfälle aufgetreten, der Olivenanbau soll nun aber intensiver überwacht werden. Noch existiert kein offizieller Austausch zwischen den nordafrikanischen Staaten und Europa über den Umgang mit der Bedrohung. Die Stimmen, die eine Verständigung über ein gemeinsames Vorgehen fordern, werden allerdings lauter.

 

24. Januar 2017
Fünf neue Xylella-Krisenherde wurden zwischen Taranto und Brindisi entdeckt, gleichzeitig gibt die Europäische Union grünes Licht zur Neubepflanzung von Olivenhainen mit Xylella-resistenten Olivenbäumen im Salento, wie zum Beispiel der Sorte Leccino.

 

15. Dezember 2016
Anzahl Xylella-Infektionsherde in Frankreich: 309 auf Korsika, 20 in Südfrankreich.

 

21. November 2016
Beim im November 2015 entdeckten Xylella-Stamm im südfranzösischen Menton handelte es sich nicht um Xylella fastidiosa multiplex, der in Apulien die Olivenhaine heimsucht, sondern um Xylella fastidiosa pauca. Grund zur Panik besteht zwar nicht, da bisher keine neuen Infektionen aufgetreten sind und auch das benachbarte Ligurien nach rund 1000 Kontrollen als Xylella-frei eingestuft wird. Grund zur Sorge gibt es hingegen aufgrund der zweifelhaften Zuverlässigkeit der offiziellen französischen Analysen und angesichts der fragwürdigen Informationspolitik der französischen Behörden.
Dass es sich in Menton um den pauca und nicht multiplex handelt, stellte nämlich das nationale Agrarforschungsinstitut (INRA) anlässlich einer Nachanalyse der Proben des Lebensmittelinspektorats (ANSES) bereits in Frühjahr 2016 fest. Dabei entdeckten die Forscher auch, dass es sich bei Xylella auf Korsika und in Südfrankreich um zwei verschiedene multiplex-Stämme handelt. Weiter haben sie auf Korsika einen neuen, bisher unbekannten Xylella-Stamm ausgemacht und Pflanzen entdeckt, die von beiden Stämmen infiziert sind. Schließlich hat das INRA rund 100 frisch eingeführte Kaffeepflanzen analysiert: Auf 20 davon wurden fünf verschiedene Xylella-Stämme nachgewiesen, darunter auch pauca.
Das französische Landwirtschaftsministerium informierte über diese beunruhigenden Befunde spät, unvollständig, zögerlich und beschwichtigend. Erst Ende September 2016 gab es den pauca-Fund in Menton bekannt und räumte damit indirekt die vorangehende mutiplex-Fehlanalyse ein. Gleichzeitig machte es die gewagte Aussage, dass es sich nicht zwingend um dasselbe Bakterium handeln müsse, das in Apulien die Olivenbäume befalle. Seither herrscht bei den offiziellen französischen Stellen mehrheitlich Funkstille.

 

11. November 2016
Das Feuerbakterium (Xylella fastidiosa) ist im Oktober 2016 erstmals auf Mallorca nachgewiesen worden, und zwar auf drei Kirschbäumen in einer Gärtnerei bei Porto Cristo. Laut den spanischen Behörden handelt es sich nicht etwa um den Stamm Xylella fastidiosa pauca CoDiRo, der in Apulien die Olivenhaine heimsucht, sondern um die Unterart Xylella fastidiosa fastidiosa, die bislang nur Kirschbäume und Oleander befalle. Allerdings gilt diese Unterart als Hauptursache der Pierce’schen Krankheit bei Rebstöcken in Kalifornien

 

20. Oktober 2016
Der Xylella-Fund auf einem Olivenbaum bei Ostuni (Provinz Brindisi) schreckt auf: Erstmals ist das Bakterium nördlich von Brindisi und viele Kilometer vom nächst südlicheren Infektionsherd entfernt entdeckt worden. Interessanterweise steht der einzelne befallene Baum nicht in einem Olivenhain, sondern ziert eine Tankstelle; er wird wenige Tage nach dem Fund entfernt. Die Vermutung liegt nahe, dass von Fahrzeugen mitgeführte Schaumzikaden das Bakterium über die große Distanz transportiert haben.

 

22. August 2016
In Francavilla Fontana (Provinz Brindisi) sind drei neue Infektionsherde mit insgesamt 15 von Xylella befallenen Bäumen entdeckt worden. Sie befinden sich in der sogenannten Eindämmungszone, dem nordwestlichsten Teil der Infektionszone. Dort müssen zwar die infizierten Bäume, nicht aber sämtliche gesunden Wirtspflanzen im Umkreis von 100 Metern beseitigt werden.

 

17. August 2016
Die Welternährungsorganisation (FAO) schlägt Alarm: Transportcontainer seien hauptsächlich für die weltweite Verbreitung von Pflanzenschädlingen – insbesondere Pilze oder Bakterien wie Xylella fastidiosa – verantwortlich. Die FAO gibt daher Empfehlungen zur umweltschonenenden Reinigung der Container heraus und will auf eine internationale Zertifizierung dieser Standards hinarbeiten.

 

9. August 2016
Die Regionalregierung Apuliens stellt ein neues Xylella-Gesetz vor. Neben der Bekämpfung des Bakteriums sieht es auch Forschung mit toleranten Sorten und die Entwicklung alternativer, ökologischer Perspektiven für die Salentiner Landwirtschaft vor. Dafür soll eine neue Agentur zur Xylellabekämpfung und für Innovationen in der Landwirtschaft (Arxia) geschaffen werden, was auf teils scharfe Kritik stößt.

 

8. August 2016
Nach dem Xylellafund in Deutschland ist das Bakterium auch in der Schweiz angekommen. Allerdings sind die vier infizierten Pflanzen in einem Gartencenter im Kanton Zürich bereits im Sommer 2015 entdeckt worden.

 

27. Juli 2016
Die Staatsanwaltschaft Lecce gibt die im Dezember 2015 beschlagnahmten Olivenbäume wieder zur Rodung frei.
Auf einer Oleanderpflanze in einer Gärtnerei im Vogtland (Sachsen) ist Xylella fastidiosa nachgewiesen worden. Es der erste Fall in Deutschland.

 

21. Juli 2016
Die EU-Kommission eröffnet formell ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Italien wegen Versäumnissen bei der Xylella-Bekämpfung, insbesondere wegen unterlassener Rodungen nicht nur kranker, sondern auch gesunder Olivenbäume.

 

1. Juli 2016
Einer Studie des Nationalen Forschungsrats (CNR) Bari bestätigt die Vermutung, dass Olivenbäume der Sorte Leccino gegen Xylella zwar nicht resistent, aber wenigstens tolerant sind. Dies bedeutet, dass sie trotz des Bakterienbefalls signifikant weniger an Vertrocknungssymptomen leiden wie beispielsweise Bäume der Sorte Ogliarola. Skeptiker bezweifeln allerdings, ob Leccino trotz Xylellainfektion wirklich (über)lebensfähig ist. Trotzdem ist die Erkenntnis ein Hoffnungsschimmer.

 

9. Juni 2016
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) erklärt die Rodung gesunder Wirtspflanzen im Umkreis von 100 Metern einer mit Xylella infizierten Pflanze für zulässig. Das Verwaltungsgericht Latium hatte den EuGH um eine Stellungnahme ersucht, nachdem Dutzende Olivenhainbesitzer gegen die von der EU angeordneten Rodungen geklagt hatten.

 

24. Mai 2016
Die EU-Kommission verschiebt die Grenze der sogenannten Befallszone um rund 40 Kilometer weiter nach Nordwesten. Sie verläuft nun von Leporano (südlich von Taranto) über Grottaglie bis und mitten durch Ostuni. Die angrenzende Pufferzone reicht vom nördlichen Ende des Golfes von Taranto bis an den Südosten von Fasano und streift bei Locorotondo die Provinz Bari.

 

30. April 2016
Die Pflanzenschutzbehörde Apuliens erlässt neue Maßnahmen zur Eindämmung von Xylella. Sie konzentrieren sich auf Prävention, Bekämpfung der das Bakterium übertragenden Wiesenschaumzikaden, Baum- und Bodenpflege. Rodungen sind nur für befallene Pflanzen in neuen Infektionsherden außerhalb der Infektionszone vorgesehen.

 

6. Februar 2016
Der vor 12 Monaten verhängte Xylella-Notstand läuft aus. Damit geht die Zuständigkeit für die Bewältigung der Epidemie endgültig vom bereits zurückgetretenen Sonderbeauftragten wieder an die Pflanzenschutzbehörde der Region Apulien zurück.

 

4. Januar 2016
„Wir starten wieder bei Null“. Dies erklärt Apuliens Regionalpräsident Michele Emiliano zum Jahresbeginn in Bezug auf die Xylella-Bämpfung. Nach dem Rücktritt des Xylella-Sonderbeauftragten und von Beamten wegen der gegen sie laufenden Ermittlungen, hat Emiliano Xylella zur Chefsache erklärt und will die Pflanzenschutzbehörde umbauen.

 

28. Dezember 2015
Die Region Apulien muss im Kampf gegen Xylella ab Januar ohne ihre leitenden Pflanzenschützer auskommen. Die Beamten, gegen welche die Staatsanwaltschaft Lecce ermittelt, haben offiziell um Freistellung und Betrauung mit anderen Aufgaben ersucht.

 

24. Dezember 2015
Der Sonderbeauftragte zur Xylella-Bekämpfung, Giuseppe Silletti, tritt zurück. Er begründet diesen Schritt mit den gegen ihn eingeleiteten Ermittlungen, die ihm die weitere Ausübung seiner Funktion unmöglich machten. Ein dritter Xylella-Aktionsplan, der ab dem 16. Dezember hätte umgesetzt werden sollen, ist aufgrund der diversen Gerichtsentscheide vorerst eingefroren worden.

 

18. Dezember 2015
Die Staatsanwaltschaft Lecce gibt mit zwei Beschlüssen den Paukenschlag zu einer vorweihnächtliche Xylella-Seifenoper. Erstens beschlagnahmt sie sämtliche von Rodungen bedrohten Olivenbäume und weitere Wirtspflanzen im Umkreis von 100 Metern und blockiert so deren Beseitigung. Zweitens leitet sie Ermittlungen gegen zehn Personen ein, darunter Xylella-Forscher, Beamte der apulischen Regionalbehörden und selbst der Xylella-Sonderbeauftragte Giuseppe Silletti. Ihnen werden unter anderem die Verbreitung einer Pflanzenkrankheit und die Zerstörung von Naturschönheiten zur Last gelegt.
Hintergrund sind bereits im Frühjahr 2014 eingereichte Klagen, wonach das Xylella-Bakterium anlässlich eines Kongresses bereits 2010 entweder absichtlich oder fahrlässig im Salento ausgesetzt worden sei. Umgekehrt ist für die Staatsanwaltschaft der direkte Zusammenhang zwischen Xylella und dem raschen Vertrocknen der Olivenbäume nicht erwiesen.
Während Umweltaktivisten und Vertreter der 5-Sterne-Bewegung des Komikers Beppe Grillo jubeln, reagiert das Ausland bestürzt über die Vorwürfe und das juristische Vorgehen gegen die Wissenschaftler. Die Bauernverbände mahnen ihrerseits, die weitere Ausbreitung von Xylella nach Norden dringend zu stoppen.

 

17. Dezember 2015
Das Verwaltungsgericht Latium schützt eine Einsprache des Weinguts Tormaresca (San Pietro Vernotico bei Brindisi) gegen die Rodung von 80 gesunden Olivenbäumen, die im Umkreis von 100 Metern von mit Xylella infizierten und bereits gerodeten Olivenbäume stehen. Damit stellen sich die Richter nicht nur gegen des italienischen Aktionsplan, sondern auch die Anweisung der EU-Kommission, im genannten Umkreis sämtliche Xylella-Wirtspflanzen unabhängig von ihrem Gesundheitszustand zu beseitigen. Tormaresca hatte im Oktober insgesamt 635 Olivenbäume gerodet.
Italien hat 2015 auf dem gesamten Staatsgebiet rund 12 000 Xylella-Nachweistests durchgeführt, die – mit Ausnahme der apulischen Provinzen Lecce und Brindisi – alle negativ ausfielen. Trotzdem wirft ein EU-Bericht Italien vor, nicht nur bei den Rodungen, sondern auch bei der Beobachtung zu wenig zu tun. Die italienische Regierung hat nun zehn Tage Zeit, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.
Schließlich hat das EU-Komitee für Pflanzenschutz für 2016 neue Richtlinien zur Xylella-Bekämpfung beschlossen. Damit sollen die Maßnahmen zwischen den betroffenen Ländern harmonisiert und deren Wirksamkeit verstärkt werden.

 

11. Dezember 2015
Die EU-Kommission eröffnet ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Italien, weil es seinen Verpflichtungen im Kampf gegen Xylella fastidiosa nicht nachkommt. In Brüssel stört man sich insbesondere daran, dass die Umsetzung des Xylella-Aktionsplans aufgrund von Einsprachen immer wieder verzögert wird. Mit einer Buße ist jedoch nicht zu rechnen, da die Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Latium den Anspruch der Olivenhainbesitzer auf Rechtssicherheit schützen.

 

8. Dezember 2015
In Südfrankreich steigt die Zahl der Xylella-Infektionsherde auf 8. Erneut ist der Xylella-Stamm multiplex auf Kreuzblumen entdeckt worden, erstmals auch weiter westlich bei Toulon.

 

23. November 2015
Das ständige Komitee für Pflanzenschutz der EU-Kommission beschließt, dass mit heißem Wasser behandelte Rebsetzlinge aus dem Salento in der vegetationsfreien Periode frei gehandelt werden können. Damit wird das aufgrund der Xylella-Krise erlassene Handelsverbot für Rebenvermehrungsmaterial teilweise und befristet aufgehoben: Der Vegetationszyklus der Rebsetzlinge setzt von November bis Ende Februar aus. Rebenzüchter aus Apulien reagieren erleichtert.
Weiter beschließt das Komitee, dass in der Befallszone Olivenbäume auschließlich zu Versuchzwecken neu gepflanzt werden dürfen. Damit wird das Wiederbepflanzungsverbot für Gebiete mit Xylella-Befall teilweise gelockert.

 

20. November 2015
Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA kann die Weinrebe als mögliche Wirtspflanze für den apulischen Xylella-Stamm CoDiRo (noch) nicht ausgeschlossen werden. Sie widerspricht damit den Erkenntnissen ihrer italienischen Forscherkollegen (siehe 7. September). „Auch wenn die Weinrebe kein Hauptwirt des CoDiRO Stamms ist und Pflanzen ihm offenbar weder im Feld noch im Labor erliegen, gibt es derzeit keine eindeutigen Hinweise darauf, dass Weinreben nicht als Infektionsquelle fungieren können,“ erklärt EFSA-Forschungsleiter Stephan Winter. Er meint aber auch: „Die Ergebnisse der bisher durchgeführten Studien sind sehr vielversprechend und bieten eine gute Grundlage für weitere bestätigende Arbeiten, aufgrund derer die Weinrebe als Wirt für diesen spezifischen Stamm des Bakteriums ausgeschlossen werden könnte.“ Die EU-Kommission hat weiterführende Projekte zur Xylella-Erforschung im Umfang von 7 Mio. Euro ausgeschrieben.
Von der EFSA-Einschätzung fühlen sich insbesondere die apulischen Rebenzuchtbetriebe negativ betroffen, zumal die EFSA auch mitteilt, dass „die Behandlung von Rebpflanzmaterial mit heißem Wasser wirksamen Schutz gegen alle Stämme von X. fastidiosa bietet.“

 

10. November 2015
Die bisher nur auf Korsika gefundene Xylella-Unterart multiplex ist auch in Südfrankreich auf Kreuzblumen entdeckt worden. Die bisher fünf Infektionsherde befinden sich in der Gegend um Nizza. Die Behörden haben umgehend resolute Gegenmaßnahmen angeordnet und unter anderem den Handel mit zehn Pflanzenarten verboten, darunter Rosmarin und Lavendel. Dies dehalb, weil Xylella bei diesen Pflanzen auf Korsika bereits nachgewiesen wurde. Auf der Insel ist die Zahl der Infektionsherde auf 174 mit insgesamt 397 befallenen Pflanzen und 15 verschiedenen Arten gestiegen. Olivenbäume und Weinreben sind weiterhin nicht betroffen.

 

5. November 2015
Das Verwaltungsgericht Latium schützt eine Einsprache eines Olivenbauern von Torchiarolo gegen die Rodungen, lehnt aber 30 weitere Einsprachen von Grundbesitzern aus Torchiarolo und Trepuzzi ab. Damit können die Rodungen in diesen Olivenhainen wieder aufgenommen werden. Die Hauptverhandlung für diese und alle weiteren Einsprachen im Zusammenhang mit Xylella ist auf den 16. Dezember 2015 festgesetzt worden.

 

4. November 2015
Bei Torchiarolo werden 180 Olivenbäume gerodet. Aktivisten pflanzen vier davon wieder symbolisch in die Erde.

 

2. November 2015
Das Verwaltungsgericht Latium stoppt aufgrund von Einsprachen zweier Grundbesitzer die geplante Rodung von 200 Olivenbäumen bei Oria bis zum 18. November 2015.

 

27. Oktober 2015
Der Xylella-Sonderbevollmächtigte Giusppe Silletti erklärt, dass die Umsetzung des Aktionsplans mit 1100 gerodeten von den rund 3000 zu rodenden Olivenbäumen planmäßig fortschreitet. Voran kommt aber leider auch das Bakterium: In Cerano, nur zwei Kilometer nördlich der ehemaligen Olivenhaine von Tormaresca, ist ein neuer Xylella-Infektionsherd entdeckt worden.

 

20. Oktober 2015
Beim Antinori-Betrieb Tormaresca werden in wenigen Tagen über 900 Olivenbäume gerodet. Die Verantwortlichen erklären, sich damit der gesetzlichen Pflicht zu beugen und kritisieren andere, die aus ihrer Sicht in den vergangenen Monaten nichts gegen die Xylella übertragenden Wiesenschaumzikaden unternommen hätten. Derweil gehen die Proteste gegen die Rodungen weiter.

 

17. Oktober 2015
Aktivisten verhindern bei Torchiarolo die Rodung von 60 Olivenbäumen eines Bauern, der den Xylella-Aktionsplan umsetzen will. Generell ziehen sich die Rodungen hin, weil den Bauern das Ernten der Oliven gestattet ist. Auf die Qualität des daraus erzeugten Olivenöls hat Xylella keinen negativen Einfluss.

 

13. Oktober 2015
Das Verwaltungsgericht Latium setzt geplante Rodungen bei Torchiarolo bis zum 4. November 2015 aus. Der Rodungsstopp gilt nur für die Olivenhaine von 21 Grundbesitzern, die Einsprachen gegen den Xylella-Aktionsplan eingereicht hatten. Bauern und Umweltaktivisten protestieren mit einer Blockade der Schnellstraße Brindisi-Lecce gegen die Rodungen.

 

12. Oktober 2015
Die Olivenbaum-Rodungen starten in Trepuzzi nördlich von Lecce. Die dortigen Infektionsherde befinden sich in der 20 Kilometer breiten Eindämmungszone im Norden der Befallszone und angrenzend an die Pufferzone.

 

30. September 2015
Der Sonderbevollmächtige zur Bewältigung der Xylellakrise, Giuseppe Silletti, stellt einen neuen Aktionsplan vor. Dieser sieht unter anderem die gezielte Rodung von insgesamt 3103 Olivenbäumen vor, davon 2032 in den Ende Juli 2015 entdeckten Infektionsherden bei Torchiarolo in der Pufferzone mit aktuell 8 befallenen Bäumen. Die EU schreibt vor, dass im Umkreis von 100 Metern um eine infizierte Pflanze sämtliche potenziellen Wirtspflanzen unabhängig von ihrem Gesundheitszustand beseitigt werden müssen.

 

15. September 2015
Auf Korsika ist Xylella auf insgesamt 147 Pflanzen an 78 Standorten nachgewiesen worden. Darunter sind neben Kreuzblumen auch Pfriemenginster und Pelargonie, aber bisher weder Olivenbäume noch Weinreben. Es handelt sich jedoch nicht um dem apulischen Xylella-Stamm, sondern um die Unterart multiplex. Diese wurde schon früher auf Olivenbäumen in Kalifornien gefunden, doch ist nicht restlos geklärt, ob sie wirklich die Ursache für die bei diesen auftretenden Vertrocknungssymptome sind. Die Pierce’sche Krankheit bei den Weinreben wird nach bisherigem Stand jedoch von der Unterart fastidiosa und nicht multiplex ausgelöst.

 

7. September 2015
Der endgültige wissenschaftliche Nachweis, dass der im Salento vorhandene Xylella-Stamm (pauca CoDiRo) die Weinrebe nicht befällt, ist nach zweijähriger Forschung endlich gelungen. Italien hat deshalb bei der EU umgehend die Streichung von Vitis vinifera aus der Liste der möglichen Wirtspflan- zen verlangt. Seit die Weinrebe in dieser Liste aufgeführt ist, ist der Handel mit Rebensetzlingen aus dem Salento praktisch zum Erlie- gen gekommen. Frankreich hat im Frühling 2015 sogar einen ge- nerellen Importstopp für Reben aus ganz Italien verhängt.

 

31. Juli 2015
Bei Torchiarolo, ganz im Südwesten der Provinz Brindisi, wird Xylella auf sieben Olivenbäumen an drei verschiedenen Standorten gefunden. Die Behörden erklären diese neuen Infektionsherde zur Befallszone, die Pufferzone wird jedoch nicht verbreitert.

 

22. Juli 2015
Erstmals wird Xylella auf Korsika nachgewiesen – auf einer aus Südafrika stammenden Kreuzblumenart (Polygala myrtifolia) bei einem Pflanzenhändler in Propriano. Nach dem Nachweis des Bakteriums auf einer Kaffeepflanze im Großhandel von Rungis südlich von Paris Mitte April ist dies der zweite Xylella-Fall in Frankreich.

 

21. Juli 2015
Der für die Xylella-Bekämpfung zuständige EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis besucht die Olivenhaine im Salento und hält fest: „Wir müssen in der Pufferzone die erkrankten Olivenbäume fällen, um die gesunden zu retten, wir haben schon viel Zeit verloren.“ Der apulische Regionalpräsident Michele Emiliano bestätigt, dass die Epidemie rasch voranschreitet. Landwirtschaftsminister Maurizio Martina erklärt die Situation in den Provinzen Lecce und Brindisi offiziell zum Katastrophenfall (stato di calamità).

 

15. Juli 2015
Laut einem Bericht des italienischen Landwirtschaftsministeriums wurde im Salento bei 1,8 Prozent aller zwischen Oktober 2014 und Juni 2015 getesteten Pflanzen tatsächlich Xylella nachgewiesen (612 von 26 755, davon 597 Olivenbäume, siehe S. 33-36).

 

8. Juli 2015
Laut einer Erklärung des Landwirtschaftsministeriums ist Italien – mit Ausnahme der Provinzen Lecce und Brindisi – frei von Xylella fastidiosa. Dies ist das Ergebnis von über 34 000 Inspektionen, die in den letzten Wochen in den potenziell gefährdeten Gebieten vorgenommen wurden.

 

7. Juli 2015
In Oria (Provinz Brindisi) werden 45 Olivenbäume gerodet. Um Protesten von Olivenbauern und Umweltschützern auszuweichen, findet die Aktion in der Morgenfrühe und überraschend statt, Polizeikräfte und gepanzerte Fahrzeuge kommen zum Einsatz. Bereits am 13. April sind in Oria sieben Olivenbäumen gerodet worden. Hier der Bericht auf der regionalen Website der Tageszeitung Repubblica.
Update: Laut Xylellareport waren die bereits zuvor in Oria gerodeten Olivenbäume nicht mit Xylella infiziert. Allerdings fallen die Nachweisresultate je nach angewandter Analysemethode verschieden aus.

 

19. Juni 2015
Das italienische Landwirtschaftsministerium erlässt ein neues Gesetz mit Maßnahmen zur Xylella-Bekämpfung, die sich im Wesentlichen an den Vorgaben der EU orientieren.

 

5. Juni 2015
Das oberste Verwaltungsgericht hebt den Siletti-Aktionsplan definitiv auf.

 

4. Juni 2015
Das italienische Parlament beaftragt die Regierung gleich durch mehrere Vorstöße mit verschiedenen Maßnahmen im Kampf gegen das Olivenbaumsterben. Die wichtigsten sind:
• Es soll so schnell wie möglich ein neuer Aktionsplan beschlossen werden, die die EU-Vorgaben, aber auch die Erkenntnisse der Forschung und Praxis berücksichtigt
• Die radikalen Rodungsvorgaben der EU für die Pufferzone sollen gelockert und insbesondere gesunde Pflanzen verschont werden
• Betroffene Olivenbauern sollen finanziell unterstützt und für Ertragsausfälle entschädigt werden
• Für betroffene Olivenhaine soll die Zahlung der Grundsteuer (IMU) ausgesetzt werden
• Die Erforschung des raschen Vertrocknens der Olivenbäume soll verstärkt werden.
• Die Einfuhr von Pflanzenmaterial aus Nicht-EU-Ländern soll besser kontrolliert werden.
• Die von Frankreich und Algerien beschlossenen Beschränkungen der Ausfuhr von Pflanzenmaterial und Lebensmitteln aus Apulien sollen aufgehoben werden, insbesondere für Zitrusfrüchte und Rebsetzlinge, da diese vom Xylella-Stamm des Salento nicht befallen werden.
• Eine Informationskampagne soll darüber aufklären, dass die Xylella-Epidemie die Lebensmittelsicherheit und Qualität von Olivenöl nicht beeinträchtigt
Gleichzeitig wird in der Konferenz der Landwirtschaftsminister der italienischen Regierungen ein neuer Gesetzesentwurf mit Maßnahmen zur Xylella-Bekämpfung diskutiert.

 

21. Mai 2015
Im Europäischen Amtsblatt sind die am 28. April 2015 beschlossenen „Maßnahmen zum Schutz der Union gegen die Einschleppung und Ausbreitung von Xylella fastidiosa“ veröffentlicht worden.

 

18. Mai 2015
Das oberste Verwaltungsgericht Italiens (Consiglio di Stato) setzt die im Silletti-Plan vorgesehenen Rodungen für Olivenbäume im Salento bis zum 4. Juni 2015 aus, erlaubt aber die Durchführung alle übrigen im Silletti-Plan vorgesehenen Maßnahmen zur Xylella-Bekämpfung.

 

7. Mai 2015
Das Verwaltungsgericht Lazio hebt den nationalen Aktionsplan zur Xyella-Bekämpfung (Silletti-Plan) aufgrund von Einsprachen auf. Die italienische Regierung will dagegen Berufung beim obersten Verwaltungsgericht (Consiglio di Stato) einlegen.

 

28. April 2015
Die EU-Kommission ordnet neue Maßnahmen zur Xylella-Bekämpfung an:
• Pufferzone (10 km breit nördlich der Provinz Lecce): Im Umkreis von 100 Meter um eine nachweislich infizierte Pflanze müssen sämtliche Wirtspflanzen (13 Arten) beseitigt werden, und zwar ungeachtet ihres Gesundheitszustands.
• Rodungsstreifen (20 km an der Nordgrenze der Provinz Lecce):   Die nachweislich infizierten Pflanzen müssen eliminiert und die Wirtspflanzen im Umkreis von 100 Metern auf Xylella getestet werden.
• Befallszone (gesamte Provinz Lecce): Keine undifferenzierte Rodung jedweder Verdachtspflanze, da sich Xylella dadurch nicht mehr ausrotten lässt.
• Flächendeckende Rodungen von bis zu einer Million Olivenbäumen sind somit nicht geplant.