Der Prosecco DOC genießt in China ab 2022 Markenschutz. Der Beschluss der chinesischen Regierung kam erst sieben Jahre nach Einreichung eines entsprechenden Antrags durch das Konsortium im Jahre 2014 zustande. War der Antrag damals noch am Widerstand der Australier, eines wichtigen Handelspartners der Chinesen, gescheitert, waren diesmal wohl die aktuellen politischen Verstimmungen zwischen Australien und China ausschlaggebend.

Seit in der EU 2009 die Rebsorte Prosecco in Glera umbenannt und damit der Weg für die geschützten Herkunftsbezeichnungen Prosecco DOC, Conegliano Valdobbiadene Prosecco Superiore DOCG und Asolo Prosecco DOCG bereitet wurde, weigert sich Australien, auf die Sortenbezeichnung Prosecco zu verzichten und produziert daraus weiterhin Schaum-und Perlweine. China war für den australischen „Prosecco“ ein wichtiger Absatzmarkt, den die Australier nun ans italienische Original abtreten müssen.

Im Gegensatz zum erst jetzt anerkannten DOC-Prosecco ist der DOCG-Prosecco aus Conegliano und Valdobbiadene eine von 26 italienischen Herkunftsbezeichnungen für Wein, die schon 2019 im Rahmen eines Handelsabkommens zwischen der EU und China Markenschutz erhalten hatten.

Repubblica/fh - Jan 2022

Ein Großteil der Winzer der kleinen Prosecco-Appellation Asolo DOCG wehrt sich gegen Pläne zur Einführung eines Rosé-Prosecco mit Pinot-Noir-Anteil, wie man ihn in der Riesenappellation Prosecco DOC seit vergangenem November produziert. In einem offenen Brief ans italienische Landwirtschaftsministerium führen sie vier Punkte an, die gegen einen solchen Schritt sprächen.
1.) Auf der letzten Generalversammlung des Konsortiums am 30. Juni 2020 hatten 16 Produzenten – vorwiegend Vertreter größerer Unternehmensgruppen – für die Einführung des Asolo Rosé gestimmt, was für eine Annahme des Vorschlags ausreichte. Dennoch waren fast zwei Drittel der Anwesenden dagegen, es gab 29 Nein-Stimmen. Die Beschwerdeführer sehen die Gefahr einer Spaltung des Konsortiums.
2.) Es gebe keinerlei historische Tradition, auf der das Projekt fußt.
3.) Nach Angaben der Rosé-Gegner hatte es vor der Versammlung am 30. Juni 2020 keine gemeinsame Diskussionsgrundlage gegeben, auf die sich Befürworter wie Gegner hätten stützen können.
4.) Da es kaum Pinot-Noir-Reben im Anbaugebiet gebe, müssten entweder Glera-Reben gerodet oder die Rebfläche erhöht werden, mit möglichen negativen Effekten auf die Landschaft und das sozioökonomische Geflecht der Appellation.

Gamberorosso/fh - Jul 2021

Kroatien hat bei der EU-Kommission die offizielle Anerkennung des Süßweins Prošek als geschützte Herkunftsbezeichnung beantragt und damit die Prosecco-Produzenten in Veneto und Friaul gegen sich aufgebracht. Beim Prošek (Aussprache: Proschek) handelt es sich um einen traditionell in Dalmatien und auf der Insel Hvar hergestellten Süßwein aus angetrockneten Trauben. Mit dem EU-Beitritt Kroatiens am 1. Juli 2013 wurde die Verwendung der Bezeichnung auf EU-Märkten untersagt, wogegen Kroatien nun offiziell Einspruch erhoben hat.
Obwohl sich die beiden Weine in keinster Weise ähneln oder verwechseln ließen, opponieren die Italiener gegen den Antrag und sehen darin einen Versuch, von der weltweiten Bekanntheit der Marke Prosecco zu profitieren. Es gibt auch Befürchtungen, dass den Prosecco ein ähnliches Schicksal treffen könnte wie den Tocai aus dem Friaul, der inzwischen nur noch Friulano heißen darf, nachdem Ungarn im Jahr 2007 erfolgreich die Anerkennung des einheimischen Tokaji durchsetzen konnte.
Während in Italien die Gemüter hochkochen, gibt man sich in Kroatien etwas gelassener. Der Europarlamentarier Tonino Picula: „Es gibt keinerlei Verwechslungsgefahr zwischen den Weinen […] Die kroatischen Winzer sind offen für den Kompromiss, das Adjektiv ,dalmata‘ [zur Bezeichnung Prošek] hinzuzufügen.“ Eine Entscheidung der EU-Kommission wird noch für diesen Sommer erwartet.

Gamberorosso/fh - Jul 2021