Im Trentino wurde im Januar 2024 ein nationaler Verband für pilzresistente Rebsorten gegründet. Piwi Italia, so der Name der Vereinigung, geht aus der Zusammenführung der bisherigen regionalen Piwi-Verbände hervor und kann somit bei seiner Gründung bereits über 250 Mitgliedsbetriebe vorweisen. Seinen Sitz hat der Verband am Weinforschungsinstitut der Edmund-Mach-Stiftung in San Michele all’Adige (Trentino), geführt wird er von Präsident Marco Stefanini, dem Leiter der dortigen Abteilung für Rebengenetik.
Aktuell werden im 600 Sorten umfassenden, nationalen Rebsortenregister Italiens 36 Piwi-Sorten geführt, in elf von 20 italienischen Regionen ist der Anbau genehmigt. Die Vereinigung Piwi Italia hat zum Ziel, die Bekanntheit und das Wissen über Piwi-Sorten zu steigern, Anbaugenehmigungen in den übrigen Regionen und auf nationaler Ebene zu erwirken und längerfristig auch die ein oder andere DOC-Appellation für Piwis zu öffnen, wie bereits in Frankreich mit der Piwi Voltis beim Champagner geschehen.

Winenews/fh - Jan 2024

In der Emilia Romagna wurde das regionale Konsortium Vitires gegründet, das sich der Erforschung pilzresistenter Sorten (Piwis) widmet. Aus der Taufe gehoben haben es vier Unternehmen (Riunite & Civ, Cantina San Martino in Rio, Caviro, Terre Cevico), die zusammen 70 Prozent der in der Emilia Romagna produzierten Trauben verarbeiten, und das Forschungszentrum Ri.Nova.
Das Konsortium Vitires wird für die Förderung, den Schutz und die Aufwertung von Weinen und Trauben aus regionalen resistenten Rebsorten, einschließlich der Verwaltung etwaiger Kollektivmarken, zuständig sein. Bislang wurden auf knapp drei Hektar Rebfläche 16 regionale Rebsorten erforscht, darunter Sangiovese und die Lambrusco-Sorten, sowie mehr als 700 Kreuzungen zu deren genetischer Verbesserung vorgenommen. Die ersten Selektionen werden bereits im Hinblick auf die Pilzkrankheiten Echter und Falscher Mehltau, aber auch auf ihre Anpassungsfähigkeit an die örtlichen Anbaubedingungen und das önologische Potenzial im Vergleich zu den traditionellen Referenzsorten bewertet.
Ziel ist es, mittelfristig eine Zulassung für die Verwendung von Piwis für Weine mit kontrollierter Herkunftsbezeichnung zu erreichen. Stand Heute lässt noch keine italienische DOC-Appellation die Verwendung von Piwis zu.

Gamberorosso/Winemag/fh - Dez 2022

Das Forschungsinstitut Edmund Mach (San Michele all’Adige) hat vier neue, gegen Echten und Falschen Mehltau resistente Rebsorten vorgestellt. Diese wurden im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojekts der Mach-Stiftung, des Konsortiums für Innovationen im Weinbau Civit (Consorzio Innovazione Vite) und einiger größerer Produzenten (Cavit, Mezzacorona, Lavis, Ferrari) nach dreijähriger Erprobungsphase mit über 30 Rebsorten ausgewählt. In Versuchsweinbergen in der Rotaliana-Ebene sowie in Vallagarina und Valsugana waren Anpassungsfähigkeit an Höhenlage und Klima, Phänologie, Fruchtbarkeit und Krankheitsresistenz der Piwis (Piwi = pilzwiderstandsfähig) im Vergleich zu traditionell im Trentino verbreiteten Rebsorten wie Marzemino und Chardonnay beurteilt worden. Die Sorten Nermantis, Termantis, Valnosia und Charvir erwiesen sich dabei als besonders geeignet und gesellen sich zu den bereits im Trentino verbreiteten Piwi-Sorten Solaris, Souvignier gris und Pinot Regina. Insbesondere in siedlungsnahen Weinbergen, wo der Pestizidgebrauch gesetzlich eingeschränkt ist, und in nicht maschinell zu bewirtschaftenden Steillagen stellen sie eine interessante und umweltfreundlichere Alternative zu den herkömmlichen Rebsorten dar.

Gamberorosso/fh - Mrz 2021

Die terrassierten und mit Trockenmauern gesicherten Weinberge des Val di Cembra (Trentino) und des Valtellina (Lombardei) sind am 9. September 2020 gemeinsam mit sieben weiteren Agrarregionen vom Landwirtschaftsministerium ins nationale Register der Landwirtschaftsregionen von historischer Bedeutung aufgenommen worden.
Durch die Aufnahme ins Nationalregister sind die beiden alpinen Weinlandschaften der angestrebten Anerkennung als globales Agrarkulturerbe GIAHS (Globally important agricoltural heritage system) durch die Unesco einen Schritt näher gekommen. Von der GIAHS-Auszeichnung erhofft man sich erhöhte internationale Sichtbarkeit und neue Marketingmöglichkeiten.
Das Anbaugebiet des Soave Classico war 2018 als erste italienische Appellation in die offizielle Liste aufgenommen und infolgedessen auch von der Unesco anerkannt worden. Auch die Kunst des Baus von Trockenmauern hatte im selben Jahr die Anerkennung als immaterielles Welterbe von der Unesco erhalten (siehe Merum 1/2019). Die komplette Liste der aktuell 25 schützenswerten Agrarlandschaften und traditionellen Landwirtschaftspraktiken gibt es in italienischer Sprache hier:
https://cutt.ly/sfKn1qR
Die von den Terrassen des Valtellina stammenden IGT-Weine werden mit der Anerkennung durch die EU-Kommission ab nächster Ernte nicht mehr als Terrazze Retiche di Sondrio IGP, sondern als Alpi Retiche IGP etikettiert werden, um den alpinen Charakter des Anbaugebiets zu betonen. Zudem werden flaschenvergorene Schaumweine (weiß und rosé) als neue Produktkategorie ins Produktionsreglement aufgenommen und der Anbau von sieben pilzresistenten Rebsorten (Piwi) erlaubt.

Gamberorosso/Provinea/Qualivita/Trentino/Reterurale/fh - Nov 2020