Russlands Präsident Wladimir Putin hat Anfang Juli einen Gesetzesentwurf unterschrieben, der vor allem in Frankreich für wütende Reaktionen sorgt. Nach dem neuen Gesetz darf in Russland nur noch Schaumwein russischer Provenienz als „Shampanskoje“ (russisch für Champagner) etikettiert und verkauft werden. Das in über 120 Ländern geschützte französische Original und andere ausländische Schäumer dürfen nur noch die generische russische Bezeichnung für Schaumwein tragen.
Entsprechend ungehalten fielen die Reaktionen in Frankreich aus. Der Produzentenverband Comité Champagne in Épernay bezeichnete die Entscheidung als „skandalös und inakzeptabel“ und zeigte sich geschockt und wütend darüber, von Russland nicht vorab über sein Gesetzesvorhaben informiert worden zu sein. Die großen Champagner-Häuser Moët & Chandon, Veuve Cliquot und Dom Perignon veranlassten einen sofortigen Lieferstopp nach Russland. Der Champagner macht immerhin 13 Prozent der 50 Millionen Liter russischer Schaumweinimporte pro Jahr aus.
Auch die EU-Kommission brachte „Besorgnis und Unverständnis“ zum Ausdruck und sagte den Franzosen ihre volle Unterstützung zu.

Teatronaturale/fh - Jul 2021

In Frankreich ist seit Anfang September nach Korsika und Provence-Alpes-Côte d‘Azur eine dritte Region vom Bakterium Xylella fastidiosa betroffen. In Okzitanien, genauer im Département Aude nahe der Stadt Carcassonne, wurden Lavendelpflanzen positiv auf die Unterart multiplex getestet.
Diese ist für Weinreben ungefährlich und stellt eher ein Risiko für Steinobstgewächse wie Aprikose, Kirsche, Pfirsich, Mandel und Pflaume dar. Sie kann auch Olivenbäume befallen (Okzitanien zeichnet für ein Viertel der französischen Olivenöl- und die Hälfte der Tafelolivenproduktion verantwortlich), hat dabei aber bei weitem nicht die verheerende Wirkung wie die in Apulien vorherrschende Unterart pauca. Die Unterart multiplex wurde in Europa bisher in verschiedenen Ausprägungen (strain types, siehe Xylella-FAQ in Merum 4/2020) in der Toskana (Monte Argentario, ST 87), in Korsika, der Provence und Portugal (verschiedene Stämme) sowie in Spanien (Festland ST 6, auf Mallorca auch ST7) entdeckt und gilt als besonders mutationsfreudig.
Die Präfektur des Départements Aude ordnete, der neuen europäischen Gesetzgebung folgend (siehe Seite 50), die Rodung aller potenziellen Wirtspflanzen in einem Umkreis von 50 Metern um die Fundstätte sowie die Einrichtung einer 2,5 Kilometer breiten Pufferzone an.

Agriculture.gouv.fr/Oliveoiltimes/Vitisphere/fh - Nov 2020