Die Europäische Kommission hat einen Änderungsvorschlag zur Handhabung gentechnisch veränderter Pflanzen vorgelegt. Nach Ansicht der Kommissare können cisgenetische Verfahren wie die Gen-Schere Crispr/Cas dazu beitragen, Pflanzen mit höherer Resistenz gegen Schädlinge und Folgen des Klimawandels zu züchten, um auf weniger Pestizide und Düngemittel angewiesen zu sein. Eine Zulassung gentechnisch veränderten Pflanzenmaterials soll jedoch nach den Plänen an Bedingungen geknüpft sein: Erstens dürfen keine artfremden Gene in den neuen Organismus eingeführt werden und zweitens die Zahl der veränderten Gene 20 nicht überschreiten. Insgesamt sollten die durch das Verfahren erreichten Änderungen nicht größer sein als solche, die auch durch konventionelle Pflanzenzucht (in einem wesentlich längeren Zeitraum) erreichbar wären. In der Bio-Landwirtschaft soll das Verfahren aber weiterhin verboten bleiben.
Der Vorschlag der EU-Kommission stützt sich auf Untersuchungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA, nach denen von mittels neuer Gentechnik gezüchteten Pflanzen kein größeres Risiko ausgehe als von konventionellen. Bis zum Inkrafttreten der neuen Verordnung muss diese noch die Zustimmung des Europäischen Rats und Parlaments bekommen, was voraussichtlich bis 2024 geschehen wird.
In einigen Nicht-EU-Ländern ist das Verfahren bereits zugelassen. So gibt es in den USA Senf mit weniger Bitterstoffen und auf den Philippinen Bananen, die nicht braun werden.

Gamberorosso/fh - Jul 2023

Die europäischen Weintrauben sind wahrscheinlich durch Kreuzung von domestizierten Tafeltrauben aus Westasien mit lokalen europäischen Wildreben entstanden. Dies geht aus einer Studie hervor, die von der Universität Udine und dem Institut für angewandte Genomik (IGA) durchgeführt und in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht wurde.

Die Studie hat die Evolutionsgeschichte der Weintrauben in Europa anhand genetischer Analysen von über 200 kultivierten und Wildsorten in Europa und im Südkaukasus rekonstruiert und das Gen identifiziert, das für den Übergang der Pflanze von der Wild- zur Kulturrebe entscheidend gewesen sein könnte. Dieses Gen ist für die Zunahme der Größe und die Veränderung der Beerenmorphologie verantwortlich, wodurch die Traube für den menschlichen Verzehr attraktiver und für die Weinherstellung besser geeignet wurde.

In älteren Studien war noch davon ausgegangen worden, dass die heutigen europäischen Weinreben ausschließlich aus der Domestizierung europäischer Wildreben resultierten, unabhängig von den Domestizierungsprozessen in Westasien. Die aktuellen Analysen zeigen jedoch, dass alle heute in Europa kultivierten Rebsorten durch Domestizierung im südlichen Kaukasus (heutiges Georgien, Armenien und Aserbaidschan) entstanden sind, zunächst vor etwa 4000 Jahren als Tafeltrauben und dann als Weintrauben, bevor sie sich nach Westen zum Mittelmeer bewegten und dann nach Südeuropa gelangten, wo sie sich mit einheimischen Rebsorten kreuzten.

Die Forscher vermuten, dass diese Kreuzungen den Reben halfen, die kälteren Winter in Europa zu überleben und sich mit den verschiedenen einheimischen Sorten Europas zu den heute bekannten europäischen Sorten entwickelten. Einmal etabliert, wurden die Trauben auf größere und schmackhaftere Früchte gezüchtet.

Die Forscher fanden in den wilden Trauben des Kaukasus auch ein Enzym, das in den europäischen Sorten nicht vorhanden war. Das Enzym ist dafür bekannt, dass es die Produktion eines Wachstumshormons anregt. Bei wilden Trauben sorgen diese Hormone dafür, dass die Kerne verhältnismäßig groß werden – Trauben, die kleinere Kerne produzieren, sind jedoch sowohl für den direkten Verzehr als auch für die Weinherstellung besser geeignet. Das Fehlen des Hormons deutet darauf hin, dass die Reben aus Westasien erst nach der Domestizierung im Kaukasus nach Europa gelangten und sich mit den dort heimischen Wildreben vermischten.

Nature/Winenews/fh - Jan 2022

Forscher der Freien Universität Bozen und der Uni Innsbruck haben ein Projekt zur Erforschung der Auswirkungen des Klimawandels auf den Weinbau gestartet. Auch die Europäische Akademie Bozen und das Versuchszentrum Laimburg sind am Projekt beteiligt. In speziellen Klimakammern werden Bedingungen simuliert, wie sie in Zukunft sein könnten, mit deutlich mehr Hitze- und Trockenstress als heute. In vier Kammern mit unterschiedlichen Temperaturen und Bewässerungsbedingungen werden mithilfe hochpräziser Messtechnik der Gasaustausch der Reben untersucht und Veränderungen bei der Chlorophyllfluoreszenz und Wärmeabgabe der Blätter gemessen, die Aufschluss über den Stressgrad der Pflanzen geben. Das Projekt läuft in zwei Phasen ab, mit Ergebnissen ist nach Abschluss des Experiments am 8. August zu rechnen.

ORF/fh - Jul 2021