Das Chianti-Classico-Weingut Isole e Olena in San Donato in Poggio wird zukünftig von Franzosen kontrolliert. Die ehemalige Besitzerfamilie De Marchi hat das 1956 gegründete Unternehmen mit 56 Hektar Rebfläche an die französische Holding EPI verkauft, die mehrere Champagner-Marken und seit Ende 2016 auch das Brunello-Weingut Biondi-Santi in Montalcino besitzt. Paolo De Marchi, der Isole e Olena über 40 Jahre lang führte, wird dem Weingut weiterhin als Önologe zur Verfügung stehen. Die Geschäfte führt nach dem Verkauf Giampiero Bertolini, der auch Biondi-Santi vorsteht.
Das von Paolos De Marchis Sohn Luca geführte Weingut Proprietà Sperino im nordpiemontesischen Lessona bleibt weiterhin im Besitz der Familie.

Winespectator/Winenews/fh - Jun 2022

Die Kulturlandschaft des Chianti Classico wird offizieller Kandidat für eine Anerkennung als Unesco-Welterbe. Die von der Regionalregierung der Toskana, den sieben Gemeinden des Anbaugebiets, dem Konsortium Chianti Classico und einer Stiftung zum Erhalt der Landschaft des Chianti Classico erarbeitete Bewerbung wurde in die offizielle Vorschlagsliste aufgenommen, die Italien beim nächsten Unesco-Weltkongress vorlegen wird.
Etwas schwieriger gestaltet sich das gleiche Vorhaben im Nordosten Italiens, wo das grenzüberschreitende Anbaugebiet Collio-Brda den Unesco-Welterbe-Status anstrebt. Während sich die Winzer aus dem Friaul auf der italienischen Seite und ihre slowenischen Kollegen weitestgehend einig sind, kommt es auf slowenischer Seite zu Verzögerungen bürokratischer Natur. Geplant war, dass Slowenien die Kandidatur der Unesco präsentiert, weil Italien mit 55 schon eine große Zahl Unesco-anerkannter Welterbestätten hat. Die Regionalregierung des Friaul wünscht sich eine engere Zusammenarbeit mit den Slowenen. Für den Fall, dass es bei einer für Herbst geplanten Zusammenkunft beider Seiten keine positive Entwicklung gäbe oder sich Slowenien gar zurückziehen sollte, hat die Regionalregierung im Friaul schon angekündigt, die Kandidatur alleine weiterzuführen.

Gamberorosso/fh - Jul 2021

Das Konsortium des Chianti Classico hat die Einführung zusätzlicher geographischer Einheiten (unità geografiche aggiuntive = UGA) beschlossen. Die elf neuen Ortslagen sind: Castellina, Castelnuovo Berardenga, Gaiole, Greve, Lamole, Montefioralle, Panzano, Radda, San Casciano, San Donato in Poggio und Vagliagli. In einer ersten Phase sollen die UGA nur für die Typologie Gran Selezione verfügbar sein, eine zukünftige Erweiterung auf Riserva und Annata ist geplant.
Eine weitere Änderung betrifft ebenfalls die 2013 eingeführte Typologie Gran Selezione. Der Mindestanteil der Rebsorte Sangiovese wird von 80 auf 90 Prozent angehoben, für die verbleibenden zehn Prozent können künftig nur noch autochthone rote Rebsorten verwendet werden, internationale Sorten wie Merlot oder Cabernet Sauvignon sind nicht mehr erlaubt.

Ansa/Konsortium Chianti Classico /fh - Jun 2021