Das Konsortium für Barolo und Barbaresco plant eine Reihe von Änderungen im Produktionsreglement. Der Vorstand hat eine Liste mit Änderungsvorschlägen erarbeitet und Anfang Februar den Produzenten der beiden Appellationen zur Diskussion vorgelegt, beschlossen ist also noch nichts.
Weitestgehend einig scheint man sich aber darin zu sein, dass die Weine nicht mehr nur innerhalb der Grenzen des jeweiligen Anbaugebiets vinifiziert und ausgebaut, sondern auch abgefüllt werden müssen. Damit soll verhindert werden, dass Barolo und Barbaresco als Fasswein in andere Regionen und Länder ausgeführt und dort abgefüllt werden. Von der Regel ausgenommen sind nur Abfüller, die innerhalb der letzten fünf Jahre für wenigstens zwei aufeinanderfolgende Jahre Barolo oder Barbaresco abgefüllt haben.
Auch die Einführung von Gemeindelagen (nach Vorbild des Barolo) für den Barbaresco dürfte Zustimmung finden.
Unterschiedliche Ansichten herrschen hingegen bei der Frage, ob man Barolo im Barbaresco-Gebiet abfüllen darf und umgekehrt. Ebenfalls besteht keine Einigkeit bezüglich der vom Konsortium vorgeschlagenen Aufhebung des Verbots, Nebbiolo-Trauben für Barolo und Barbaresco auch an Nordhängen anzubauen. Befürworter sehen darin eine angemessene Antwort auf den Klimawandel mit steigenden Temperaturen und immer weniger Niederschlägen, während kritische Stimmen auf die Tradition verweisen oder um die Wälder fürchten, die an Nordhängen dominieren. Das Konsortium hat jedoch präzisiert, dass sich der Vorschlag nur auf aktuell bestehende Rebflächen bezieht, deren Trauben bisher nicht für Barolo oder Barbaresco verwendet werden durften.

 

Gamberorosso/fh - Feb 2024