Die Lagerbestände italienischen Weins betrugen zum 31. Oktober 2023 43,8 Millionen Hektoliter. Diese, im Bericht Report Cantina Italia (der Zentralen Aufsichtsbehörde für Qualitätsschutz und Betrugsbekämpfung im Agrar- und Lebensmittelbereich ICQRF) genannte Menge entspricht in etwa einer gesamten Jahresernte. Mehr als die Hälfte des eingelagerten Weins (53,7%) sind DOP-Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung, ein Viertel (26,4%) Weine mit geschützter geographischer Angabe (IGP), der Rest Weine ohne Herkunftsangabe (mit oder ohne Rebsortenbezeichnung). Mehr als die Hälfte des eingelagerten Weins stammt aus dem produktionsstarken Norden Italiens, angeführt von der Region Veneto, die allein ein Viertel (24,5%) der Bestände ausmacht, darunter der Prosecco DOC, der mit 3,9 Millionen Hektolitern eingelagertem Wein über die größten Reserven bei den DOP-Weinen verfügt.

Winenews/fh - Nov 2023

Nach Untersuchungen der Universität Kalifornien haben Wissenschaftler die Hypothese formuliert, dass Quercetin verantwortlich für die Kopfschmerzen ist, die manche Menschen nach dem Genuss schon kleiner Mengen Rotwein quälen. Quercetin, ein gelber Naturfarbstoff aus der Gruppe der eigentlich als gesundheitsfördernde Antioxidantien bekannten Flavonoide, kommt natürlicherweise in Obst und Gemüse und dementsprechend auch in Trauben und damit Rotwein vor. Nach der in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlichten Studie kann es jedoch bei der Verstoffwechslung des Quercetins unter gleichzeitiger Zufuhr von Alkohol zu Problemen kommen.
„Wenn es in den Blutkreislauf gelangt, wandelt der Körper es in eine andere Form um, die Quercetin-Glucuronid genannt wird“, erklärte der Chemiker und korrespondierende Autor der Studie Andrew Waterhouse, Professor der Fakultät für Weinbau und Önologie der University of California. Die Anhäufung des Giftstoffs Acetaldehyd aufgrund der Hemmung der Aldehyddehydrogenase (Enzym in der Leber, das Alkohol verstoffwechselt) durch die veränderte Form des Quercetins führe zu Rötungen, Kopfschmerzen und Übelkeit.
Laut Waterhouse kann der Gehalt an Quercetin in Rotwein stark variieren. „Quercetin wird von den Trauben als Reaktion auf das Sonnenlicht produziert“, so der Wissenschaftler. „Wenn man viele freiliegende, der Sonne ausgesetzte Trauben hat, wie es im Napa Valley bei den Cabernets der Fall ist, erhält man einen viel höheren Quercetingehalt. In einigen Fällen kann er vier- oder fünfmal höher sein.“ Außerdem würde der Quercetingehalt auch von Faktoren der Weinerzeugung wie Schalenkontakt während der Fermentation, Klärungsprozessen und Lagerzeit der Weine beeinflusst.
Die Forscher wollen nun in einer vergleichenden Folgeuntersuchung mit besonders quercetinreichen und -armen Weinen ihre Kenntnisse ausbauen und in einer klinischen Studie herausfinden, warum manche Personen anfälliger für Kopfschmerzen nach Rotweinkonsum sind als andere.

Winenews/Teatronaturale/fh - Nov 2023

Italien hat für 2024 6851 Hektar neue Weinbauflächen genehmigt. Dies wurde vom Landwirtschaftsministerium mit einem speziellen Dekret festgelegt, das in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung 1308/2013 neue Flächen in Höhe von einem Prozent der nationalen Rebfläche genehmigt. Dazu kommen auch Flächen, die bereits für 2023 genehmigt und von den Produzenten nicht in Anspruch genommen worden waren.

Gamberorosso/fh - Nov 2023

Die Mitglieder des Konsortiums der Etna DOC-Weine haben am 10. November 2023 einstimmig beschlossen, einen Antrag auf Anerkennung der Appellation als kontrollierte und garantierte Herkunftsbezeichnung (DOCG, denominazione di origine controllata e garantita) zu stellen. Nach Anerkennung durch die Region Sizilien, das italienische Landwirtschaftsministerium und die EU wird die Umwandlung voraussichtlich in zwei Jahren abgeschlossen sein.
Daneben wurden auch einige Änderungen der Produktionsregeln beschlossen. So soll für Etna DOC-Schaumweine neben Nerello Mascalese auch die Rebsorte Carricante sowie die Typologie Pas Dosé (ohne Versanddosage) zugelassen werden. Für den Etna Rosso mit zusätzlicher geographischer Angabe (unità geografica aggiuntiva, UGA) sollen die Hektarhöchsterträge gesenkt werden. Außerdem soll es zukünftig möglich sein, neben den bereits als UGA anerkannten 133 Contrade (Ortsteile) auch die Namen der 20 Gemeinden des Anbaugebiets als UGA zu verwenden, wenn die Trauben zu 100 Prozent aus deren Gebiet stammen.

Gamberorosso/fh - Nov 2023

Mattia Muggittu, 23-jähriger Winzer aus Mamoiada (Provinz Nuoro) hat einen Rechtsstreit gegen den österreichischem Getränkegiganten Red Bull gewonnen. Der Konzern hatte sich am beim italienischen Patentamt angemeldeten Logo des Winzers gestört und aufgrund dessen vermeintlicher Ähnlichkeit wegen Markenrechtsverletzung und unloyalen Wettbewerbs gegen Muggittu Klage erhoben. Das Logo zeigt zwei rote Ochsen (und nicht etwa Stiere) und einen roten Pflug sowie Stelen und einen Menhir aus dem Neolithikum und soll die historische Weinbautradition der Gegend darstellen.
„Die Nachricht ist ein Sieg für Mattia und für ganz Sardinien», kommentierte der Anwalt des Weinguts, Mauro Intagliata, den Rechtsspruch „Nicht nur das: Es ist ein überwältigender Sieg der tausendjährigen Traditionen Sardiniens gegen die Arroganz der Wirtschaftsmacht.“

Lastampa/fh - Nov 2023

Das Bio-Weingut Podere Casanova aus Montepulciano wird keine Weine des Jahrgangs 2023 abfüllen. „Der Falsche Mehltau, der die Weinberge in ganz Italien heimgesucht hat, hat auch unsere Weinberge stark in Mitleidenschaft gezogen und uns vor die konsequente Entscheidung gestellt, die Ernte ausfallen zu lassen“, so die Besitzer Susanna und Isidoro Rebatto, „Es ist für uns undenkbar, mehr Behandlungen durchzuführen, als wir uns vorgenommen haben, um ein wirklich nachhaltiges und biologisches Unternehmen zu sein.“ Das 17-Hektar-Weingut hat sich selbst verpflichtet, nur 50 Prozent des pro Jahr in der Region Toscana zugelassenen Kupfers einzusetzen, diesen Wert bereits am 3. Juli erreicht und daraufhin keine weiteren Behandlungen der Reben vorgenommen.

Gamberorosso/fh - Nov 2023

Das Agrarforschungsinstitut Ismea hat Anfang November Zahlen zum italienischen Bioweinbau vorgelegt. Demnach wuchs die nationale Bio-Rebfläche 2022 um sechs Prozent (entsprechend 7549 Hektar) gegenüber dem Vorjahr und liegt bei 133 000 Hektar, was 22,6 Prozent der nationalen Rebfläche ausmacht. Drei Viertel der Bio-Rebflächen sind durch Umstellung auf biologische Bewirtschaftung zurückzuführen, wurden also nicht von Anfang an als biologisch geplant. Die Regionen mit dem höchsten Bio-Anteil sind Sizilien mit 36 937 Hektar und die Toskana mit 22 802 Hektar. 65 Prozent der zertifizierten Bio-Rebfläche Italiens befinden sich in den vier Regionen Sizilien, Toskana, Apulien und Veneto.
Die Zahl der Bio-Betriebe liegt aktuell bei 29 910 und hat sich seit 2015 fast verdoppelt (+93%).
Trotz kontinuierlichen Wachstums der Bio-Rebfläche (über 18 000 Hektar Zunahme seit 2020) macht die Bio-Weinproduktion nur einen kleinen Anteil an der Gesamtproduktion Italiens aus: Die etwas mehr als drei Millionen Hektoliter Biowein entsprechen lediglich sechs Prozent der nationalen Produktion.

Winenews/fh - Nov 2023

In einem Weingut in San Polo di Piave (Provinz Treviso) hat sich am 14. September 2023 ein Unfall ereignet, durch den ein Mensch das Leben verlor und ein weiterer schwer verletzt wurde. Ersten Untersuchungen zufolge waren der Önologe des Weinguts und ein Mitarbeiter mit Reinigungsarbeiten eines Gärtanks beschäftigt, als sich der in dessen Innerem befindliche Arbeiter unwohl fühlte. Der Önologe stieg daraufhin ebenfalls in den Tank ein, um seinen Kollegen zu retten, schaffte es aber selber nicht mehr hinaus, verlor das Bewusstsein und verstarb durch Ertrinken. Sein zuvor geretteter Kollege wurde schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert.

Gamberorosso/fh - Sep 2023

In Castagnole Monferrato wurde Anfang September ein Museum eröffnet, das dem autochthonen Rotwein Ruchè di Castagnole Monferrato DOCG gewidmet ist. Das Projekt wurde vom Ruchè-Produzenten Luca Ferraris mit Unterstützung der Region Piemont umgesetzt und gibt in einem Gebäude der historischen Weinkellerei Ferraris Einblick in die Geschichte und Gegenwart des Ruchè sowie der Unesco-geschützten Landschaft des Monferrato. In der Ausstellung wird unter anderem die Figur von Don Giacomo Cauda, dem „Vater“ des Ruchè, beleuchtet. In den 1960er Jahren war der Pfarrer von Castagnole Monferrato der erste, der einige verlassene Weinberge wiederbelebte und an das Potenzial der Rebsorte glaubte, womit die Verbreitung des Ruchè im Piemont ihren Lauf nahm. Infos: www.museodelruche.com

Gamberorosso/fh - Sep 2023

Das Konsortium des Primitivo di Manduria DOC hat mit Genehmigung des italienischen Landwirtschaftsministeriums eine Verlängerung des Verbots von Neupflanzungen bis einschließlich zum Jahrgang 2026 erlassen. Ein erster Stopp war bereits 2020 in Kraft getreten und wird nun um drei Jahre verlängert. Außerdem wurde beschlossen, mehr Kontrollen durchzuführen und dabei besonderes Augenmerk auf die Einhaltung der Hektarhöchsterträge zu richten.
Ziel des Konsortiums ist es Präsidentin Novella Pastorelli zufolge, „ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zu schaffen und die Preise für den Primitivo di Manduria deutlich anzuheben, denn eine Überproduktion führt unweigerlich zu einer Stagnation, einem Rückgang der Preise und des Absatzes. Mit den verstärkten Kontrollen soll sichergestellt werden, dass es keine Betrugsversuche gibt.“

Gamberorosso/fh - Sep 2023