Die Tommasi Family Estates (Pedemonte di Valpolicella), bereits mit sieben Weingütern in fünf italienischen Regionen präsent, erweitert ihr Portfolio mit dem Zukauf eines Weinguts am Ätna. Das auf 570 Metern Meereshöhe in Linguaglossa gelegene Weingut mit 15 Hektar Rebfläche der weißen Sorte Carricante und der roten Nerello Mascalese erwarb Tommasi von der aus Taormina stammenden Hotelier-Familie Bambara-De Luca. Damit verfügt Tommasi nun über insegsamt 780 Hektar Rebfläche in ganz Italien.

Winenews/fh - Mai 2022

Das Marktforschungsinstitut IRI hat anlässlich der Vinitaly in Verona Zahlen zu den meistverkauften italienischen Weinen 2021 im Einzelhandel vorgelegt. Auf Platz Eins liegt der Chianti mit rund 15,3 Millionen Litern (+3,7% gegenüber 2020) und einem Verkaufswert von 83,3 Millionen Euro. Auf Platz zwei findet sich der Lambrusco, der allerdings beim Volumen mit 13 Millionen Litern (-6,7%) und auch beim Verkaufswert mit 49 Millionen Euro (-5,7%) Einbußen im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen hat. Stabil zeigt sich auf dem dritten Platz der Montepulciano d’Abruzzo mit neun Millionen Litern Verkaufsvolumen und 37 Millionen Euro Wert.
Einen beeindruckenden Senkrechtstart legt der Vermentino aus Sardinien, Toscana und Ligurien hin, der mit einer Steigerung um 22 Prozent auf 8,3 Millionen Liter Volumen und um 25,5 Prozent auf 58 Millionen Euro beim Verkaufswert auf Platz fünf steigt. Deutliche Zuwächse beim Volumen (+16%) und Verkaufswert (+17%) zeigt auch der Valpolicella (inklusive Ripasso), der mit einem mittleren Flaschenpreis von 6,- Euro auch der teuerste unter den Supermarktweinen ist. Den niedrigsten mittleren Flaschenpreis unter den ersten 15 Platzierten weist mit gerade mal 2,86 Euro der Lambrusco auf.
Die insgesamt stärksten Zuwächse beim Verkaufsvolumen jenseits der Top 15 verzeichnen Lugana und Amarone mit über 30 Prozent bei den Stillweinen sowie Moscato (+29%) und Prosecco (+22%) bei den Perl- und Schaumweinen. Insgesamt ist ein Schaumweintrend zu erkennen, deren Gesamtvolumen um 18 Prozent und Verkaufserlöse um 20 Prozent gestiegen sind.

IRI/Teatronaturale - Mai 2022

Die europäischen Weintrauben sind wahrscheinlich durch Kreuzung von domestizierten Tafeltrauben aus Westasien mit lokalen europäischen Wildreben entstanden. Dies geht aus einer Studie hervor, die von der Universität Udine und dem Institut für angewandte Genomik (IGA) durchgeführt und in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht wurde.

Die Studie hat die Evolutionsgeschichte der Weintrauben in Europa anhand genetischer Analysen von über 200 kultivierten und Wildsorten in Europa und im Südkaukasus rekonstruiert und das Gen identifiziert, das für den Übergang der Pflanze von der Wild- zur Kulturrebe entscheidend gewesen sein könnte. Dieses Gen ist für die Zunahme der Größe und die Veränderung der Beerenmorphologie verantwortlich, wodurch die Traube für den menschlichen Verzehr attraktiver und für die Weinherstellung besser geeignet wurde.

In älteren Studien war noch davon ausgegangen worden, dass die heutigen europäischen Weinreben ausschließlich aus der Domestizierung europäischer Wildreben resultierten, unabhängig von den Domestizierungsprozessen in Westasien. Die aktuellen Analysen zeigen jedoch, dass alle heute in Europa kultivierten Rebsorten durch Domestizierung im südlichen Kaukasus (heutiges Georgien, Armenien und Aserbaidschan) entstanden sind, zunächst vor etwa 4000 Jahren als Tafeltrauben und dann als Weintrauben, bevor sie sich nach Westen zum Mittelmeer bewegten und dann nach Südeuropa gelangten, wo sie sich mit einheimischen Rebsorten kreuzten.

Die Forscher vermuten, dass diese Kreuzungen den Reben halfen, die kälteren Winter in Europa zu überleben und sich mit den verschiedenen einheimischen Sorten Europas zu den heute bekannten europäischen Sorten entwickelten. Einmal etabliert, wurden die Trauben auf größere und schmackhaftere Früchte gezüchtet.

Die Forscher fanden in den wilden Trauben des Kaukasus auch ein Enzym, das in den europäischen Sorten nicht vorhanden war. Das Enzym ist dafür bekannt, dass es die Produktion eines Wachstumshormons anregt. Bei wilden Trauben sorgen diese Hormone dafür, dass die Kerne verhältnismäßig groß werden – Trauben, die kleinere Kerne produzieren, sind jedoch sowohl für den direkten Verzehr als auch für die Weinherstellung besser geeignet. Das Fehlen des Hormons deutet darauf hin, dass die Reben aus Westasien erst nach der Domestizierung im Kaukasus nach Europa gelangten und sich mit den dort heimischen Wildreben vermischten.

Nature/Winenews/fh - Jan 2022

Eine der wichtigsten Neuerungen für den Weinsektor im Jahr 2022 ist die amtliche Zulassung der vollständigen oder teilweisen Entalkoholisierung von Weinen. Bei der Festlegung dieses neuen Rechtsrahmens, der am 6. Dezember 2021 verabschiedet wurde, hat sich die EU auf die Arbeiten der internationalen Organisation für Rebe und Wein OIV gestützt, insbesondere auf die Resolutionen OIV-ECO 523-2016, OIV-ECO 433-2012 und OIV-ECO 432-2012. Von nun an kann die obligatorische Bezeichnung der Produktkategorie («Wein», «Schaumwein» und «Perlwein mit zugesetzter Kohlensäure») durch die Begriffe «entalkoholisiert» oder «teilweise entalkoholisiert» ergänzt werden (italienisch: „dealcolizzato“ oder „parzialmente dealcolizzato“). Die vollständige Entalkoholisierung ist auf Weine ohne Ursprungsbezeichnung oder geografische Angabe beschränkt.

Gemäß den Empfehlungen der OIV (OIV-OENO 394A-2012) sind die zugelassenen Entalkoholisierungsverfahren zur teilweisen oder nahezu vollständigen Verringerung des Ethanolgehalts in diesen Produkten die partielle Vakuumverdampfung und/oder Membranverfahren und/oder die Destillation.

Teatronaturale/fh - Jan 2022

Der Prosecco DOC genießt in China ab 2022 Markenschutz. Der Beschluss der chinesischen Regierung kam erst sieben Jahre nach Einreichung eines entsprechenden Antrags durch das Konsortium im Jahre 2014 zustande. War der Antrag damals noch am Widerstand der Australier, eines wichtigen Handelspartners der Chinesen, gescheitert, waren diesmal wohl die aktuellen politischen Verstimmungen zwischen Australien und China ausschlaggebend.

Seit in der EU 2009 die Rebsorte Prosecco in Glera umbenannt und damit der Weg für die geschützten Herkunftsbezeichnungen Prosecco DOC, Conegliano Valdobbiadene Prosecco Superiore DOCG und Asolo Prosecco DOCG bereitet wurde, weigert sich Australien, auf die Sortenbezeichnung Prosecco zu verzichten und produziert daraus weiterhin Schaum-und Perlweine. China war für den australischen „Prosecco“ ein wichtiger Absatzmarkt, den die Australier nun ans italienische Original abtreten müssen.

Im Gegensatz zum erst jetzt anerkannten DOC-Prosecco ist der DOCG-Prosecco aus Conegliano und Valdobbiadene eine von 26 italienischen Herkunftsbezeichnungen für Wein, die schon 2019 im Rahmen eines Handelsabkommens zwischen der EU und China Markenschutz erhalten hatten.

Repubblica/fh - Jan 2022

Der Chianti-Jahrgang 2021 wird auf Beschluss des Konsortiums und mit der Genehmigung der Region Toskana zwei Monate früher in den Handel gelangen als üblich. Frühester Verkaufstermin ist damit der 1. Januar 2022. Dies gilt sowohl für den Chianti DOCG als auch für die Unterzonen und den Chianti Superiore, sofern sie die vom Produktionsreglement vorgeschriebenen chemisch-physikalischen und organoleptischen Eigenschaften aufweisen.

Für die Erzeuger ist das Vorziehen des Verkaufs jedoch nicht vorgeschrieben, sondern kann auf freiwilliger Basis erfolgen. Hintergrund der Entscheidung war nach Angaben des Konsortiums die Kombination aus steigender Nachfrage und Produktverknappung: Die magere Weinlese 2021 erbrachte 30 bis 35 Prozent weniger Trauben als das Vorjahr, während die Lagerbestände Ende 2021 den tiefsten Stand seit 2005 erreicht haben.

Konsortium Chianti/fh - Jan 2022

Die Weine der kontrollierten Herkunftsbezeichnung Sicilia DOC müssen ab dem 1. Januar 2022 mit der Staatsbanderole versehen werden. Für die Weine der 491 abfüllenden Betriebe, die gemeinsam 86 Prozent der herkunftszertifizierten Produktion Siziliens ausmachen, soll die Staatsbanderole komplette Rückverfolgbarkeit garantieren und gleichzeitig durch die Verwendung speziellen Papiers und besonderer Tinte besseren Schutz vor Produktfälschungen gewähren. Gesetzlich vorgeschrieben ist die Verwendung der Staatsbanderole nach dem italienischen Weingesetz nur für DOCG-Weine, die Konsortien können aber von sich aus deren Verwendung auch für DOC-Weine beschließen.

Gamberorosso/fh - Jan 2022

Ein internationales Forscherteam hat unter Federführung der Universität Mailand die ältesten Spuren von Weintrauben im Valpolicella entdeckt. Bei Ausgrabungsarbeiten in Colombare di Negrar stieß man zwischen den Überresten einer prähistorischen Siedlung auf Pollen und Kerne von Weintrauben, deren Alter auf 6300 Jahre geschätzt wird. Bei den Trauben aus der Übergangsphase zwischen Jungsteinzeit und Bronzezeit handelt es sich nach Angaben der Wissenschaftler vermutlich um die Früchte von Wildreben: Ob daraus auch schon Wein bereitet wurde, müssen die Forscher in weiteren Untersuchungen, vor allem von Keramikbehältern aus der Ausgrabungsstätte verifizieren.

Unimi/fh - Jan 2022

Die Herkunftsbezeichnung Barbera d’Alba DOC bekommt ihre erste Unterzone: Castellinaldo. Das Gebiet, aus dem die Weine stammen, erstreckt sich westlich des Flusses Tanaro im Norden Albas und umfasst, neben der namensgebenden, fünf weitere Gemeinden. Weil das italienische Weingesetz für die Sottozone, so die italienische Bezeichnung der Teilgebiete innerhalb einer Appellation, gesonderte Produktionsregeln vorschreibt, wurden solche vom Konsortium auch für den Barbera d’Alba Castellinaldo DOC erarbeitet. Im Vergleich zur Basisversion des Barbera d’Alba gelten für den Castellinalda-Barbera niedrigere Ertragsobergrenzen, eine niedrigere Mostausbeute und ein höherer natürlicher Mindestalkoholgehalt für die Trauben. Außerdem schreibt das Produktionsreglement eine Mindestlagerzeit von 14 Monaten, wovon mindestens sechs im Holz und drei in der Flasche vor.

Ansa/Vignaioli/fh - Jan 2022

Die dreitägige Spezialausgabe der Veroneser Weinmesse vom 17. bis 19. Oktober 2021 hat die Erwartungen der Veranstalter übertroffen. Obwohl es sich aufgrund der Corona-Lage um eine abgespeckte Version der Messe handelte, an der durch die Terminierung im Oktober viele Weingüter nicht teilnehmen konnten, fanden sich nach Angaben der Veranstalter 12 000 Fachbesucher in Verona ein. Die Zahl der in- und ausländischen Einkäufer aus 60 Ländern belief sich auf 2500, was 22 Prozent des üblichen Aufkommens entspricht. Besonders stark vertreten waren nach Angaben von Veronafiere die Länder Nordeuropas, Deutschland und Frankreich, Russland, USA und Kanada. Die geografische Aufteilung der Einkäufer steht Messedirektor Giovanni Mantovani zufolge „im Einklang mit den Wachstumszahlen auf den internationalen Märkten, die in den ersten sieben Monaten dieses Jahres einen Anstieg von insgesamt 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichneten.“ Steigendes Interesse vor allem aus Nordeuropa und Deutschland war auch für die Bioweine zu verzeichnen, die mit 42 Weingütern vertreten waren.

 

Veronafiere/fh - Okt 2021