In Verona ging am 17. April 2024 die 56. Ausgabe der Vinitaly zu Ende, mit 97 000 Besuchern aus 140 Ländern war sie ein wenig besser besucht als die letztjährige Ausgabe (Vinitaly 2023: 93 000 Besucher). Ein Drittel der Besucher, 30 070 Personen, kam aus dem Ausland. Die am stärksten vertretene Gruppe waren die US-Amerikaner mit 3700 Besuchern (acht Prozent mehr als im Vorjahr), gefolgt von Deutschland, Großbritannien, China und Kanada (plus sechs Prozent) sowie Japan (plus 15 Prozent).
Unter den ausländischen Besuchern befanden sich 1200 sogenannte Top-Buyer, die vom Messeveranstalter VeronaFiere in Zusammenarbeit mit der internationalen Handelsagentur ICE ausgewählt, eingeladen und beherbergt wurden. Ihre Zahl ist gegenüber 2023 um 20 Prozent gestiegen, was dem erklärten Ziel der Messeleitung, einer stärkeren internationalen Profilierung der Vinitaly, zuträglich ist.
Positiv fällt auch das Resümee für Vinitaly Plus aus, die digitale Plattform für die Zusammenführung von Angebot und Nachfrage, über die dieses Jahr 20 000 Geschäftstermine vereinbart wurden, doppelt so viele wie letztes Jahr.
„Die Profilierung der Fachbesucher ist eines unserer wichtigsten strategischen Ziele», kommentierte Maurizio Danese, CEO von VeronaFiere, „ein Ergebnis, das bereits bei der letzten Ausgabe erzielt wurde und in diesem Jahr auch im Hinblick auf die Inlandsnachfrage fortgesetzt wurde, insbesondere im Horeca-Kanal durch Kommunikations- und Marketinginitiativen, die zu einer Steigerung auch der italienischen Besucherzahlen beigetragen haben.“
Zum Ende der Messe wurde auch der Termin für nächstes Jahr bekanntgegeben: Die 57. Ausgabe der Vinitaly findet vom 6. bis 9. April 2025 in Verona statt.

Vinitaly/fh - Apr 2024

Das italienische Landwirtschaftsministerium hat Mitte März die endgültige Erntebilanz für das Weinjahr 2023 vorgelegt. Diese liegen mit 38,3 Millionen Hektoliter noch deutlich unter den bereits negativen Ernteschätzungen der Weinbauverbände Assoenologi, UIV und des Statistikinstitus Ismea vom November vergangenen Jahres. 2023 geht damit offiziell als das Jahr mit der magersten Weinernte in die Geschichte seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1947 ein. Den korrigierten Zahlen zufolge ging die Erntemenge in den produktionsstarken Regionen Piemont (-17%) und Veneto (-10%) stärker zurück als im vergangenen Herbst prognostiziert, dazu kommen die immensen Schäden durch Falschen Mehltau (Peronospora) im Zentrum und Süden des Landes. Der EU-Generaldirektion für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zufolge ist Frankreich, dessen Erntezahlen ebenfalls nach unten korrigiert wurden, 2023 mit 48,1 Millionen Hektolitern der mit Abstand produktionsstärkste Weinproduzent der EU vor Italien und knapp dahinter Spanien mit 32,1 Millionen Hektolitern.

EU/Winenews/fh - Mrz 2024

Nach einer langen Versuchsphase werden Winzer im Monferrato Astigiano ab 2025 in ihren Weinbergen den Prototyp eines Präzisionssprühgeräts einsetzen können, das den Fluss der Pflanzenschutzmittel automatisch reguliert und so deren Streuung minimiert und die Wirksamkeit maximiert. Das vom Konsortium Barbera d’Asti e Vini del Monferrato initiierte Projekt soll die Krankheitsbekämpfung im Weinberg durch den Einsatz fortschrittlicher Technologie und künstlicher Intelligenz optimieren und die Kosten für die Unternehmen senken. Der Prototyp verfügt über ein DSS (Decision Support System), ein Entscheidungsunterstützungssystem, das in der Lage sein soll, von den Rebkrankheiten Flavesceza dorata (Goldgelbe Vergilbung) und Esca befallene Pflanzen zu erkennen. Am Projekt waren neben dem Konsortium auch die Universität Turin und verschiedene Technologie-Hersteller beteiligt. „Die Integration der künstlichen Intelligenz in den Weinbau ist in unserem Gebiet bereits Realität», kommentierte Vitaliano Maccario, Präsident des Konsortiums, „und zeigt, dass die technologische Innovation Hand in Hand mit der Tradition und dem Traditionalismus unserer Winzer gehen kann“.

Gamberorosso/fh - Mrz 2024

Das Konsortium der Veroneser Weißweinappellation Soave hat eine Reduzierung der Höchsterträge beschlossen. Ab der kommenden Weinlese soll die Obergrenze im Produktionsreglement 13 500 Kilogramm Trauben pro Hektar betragen (bisher: 15 000 kg/ha). „Wir wollen die Eigenschaften der Garganega-Trauben in einem Kontext des weltweiten Konsumrückgangs verbessern“, begründete Konsortiumsdirektor Igor Gladich den Schritt. „Außerdem streben wir eine nachhaltigere Appellation an, mit weniger Verbrauch von Wasserressourcen.“
Neben der Ertragssenkung wurde auch eine Verstärkung der Kontrollen durch das Zertifizierungsunternehmen Siquria beschlossen. So soll 2024 ein Drittel der Betriebe (mehr als gesetzlich vorgeschrieben) während der Vegetationszeit kontrolliert werden. Damit soll das Produktionspotenzial der Garganega-Rebe besser eingeschätzt werden können, was auch im Hinblick auf die Ertragssenkung wichtig ist.

Gamberorosso/fh - Feb 2024

Das Konsortium für Barolo und Barbaresco plant eine Reihe von Änderungen im Produktionsreglement. Der Vorstand hat eine Liste mit Änderungsvorschlägen erarbeitet und Anfang Februar den Produzenten der beiden Appellationen zur Diskussion vorgelegt, beschlossen ist also noch nichts.
Weitestgehend einig scheint man sich aber darin zu sein, dass die Weine nicht mehr nur innerhalb der Grenzen des jeweiligen Anbaugebiets vinifiziert und ausgebaut, sondern auch abgefüllt werden müssen. Damit soll verhindert werden, dass Barolo und Barbaresco als Fasswein in andere Regionen und Länder ausgeführt und dort abgefüllt werden. Von der Regel ausgenommen sind nur Abfüller, die innerhalb der letzten fünf Jahre für wenigstens zwei aufeinanderfolgende Jahre Barolo oder Barbaresco abgefüllt haben.
Auch die Einführung von Gemeindelagen (nach Vorbild des Barolo) für den Barbaresco dürfte Zustimmung finden.
Unterschiedliche Ansichten herrschen hingegen bei der Frage, ob man Barolo im Barbaresco-Gebiet abfüllen darf und umgekehrt. Ebenfalls besteht keine Einigkeit bezüglich der vom Konsortium vorgeschlagenen Aufhebung des Verbots, Nebbiolo-Trauben für Barolo und Barbaresco auch an Nordhängen anzubauen. Befürworter sehen darin eine angemessene Antwort auf den Klimawandel mit steigenden Temperaturen und immer weniger Niederschlägen, während kritische Stimmen auf die Tradition verweisen oder um die Wälder fürchten, die an Nordhängen dominieren. Das Konsortium hat jedoch präzisiert, dass sich der Vorschlag nur auf aktuell bestehende Rebflächen bezieht, deren Trauben bisher nicht für Barolo oder Barbaresco verwendet werden durften.

 

Gamberorosso/fh - Feb 2024

Das Konsortium des Prosecco DOC plant noch für dieses Jahr die Einführung zusätzlicher geographischer Einheiten (Unità Geografiche Aggiuntive, UGA) für das 28 000 Hektar große, in den Regionen Veneto und Friaul liegende Anbaugebiet, wie Konsortiumspräsident Stefano Zanette in einem Interview mit dem italienischen Weinmagazin Gamberorosso durchblicken ließ. Damit soll geographischen Unterschieden innerhalb des, geografisch bisher undifferenzierten Territoriums Rechnung getragen und der im letzten Jahr rückläufige Absatz angekurbelt werden (2023: 615 Millionen Flaschen; 2022: 638 Millionen Flaschen). In den Hügeln von Conegliano und Valdobbiadene, wo der DOCG-Prosecco produziert wird, gibt es bereits UGA, die dort Rive heißen. Für den DOC-Prosecco sind zunächst vier Unterzonen geplant, wobei noch nicht bekannt gegeben wurde, um welche es sich handeln wird.
Geprüft werden Zanette zufolge auch eine spezifische Typologie für den Triester Karst und neue Etikettierungsvorschriften für Abfüller außerhalb des Gebiets.

Gamberorosso/fh - Jan 2024

Im Trentino wurde im Januar 2024 ein nationaler Verband für pilzresistente Rebsorten gegründet. Piwi Italia, so der Name der Vereinigung, geht aus der Zusammenführung der bisherigen regionalen Piwi-Verbände hervor und kann somit bei seiner Gründung bereits über 250 Mitgliedsbetriebe vorweisen. Seinen Sitz hat der Verband am Weinforschungsinstitut der Edmund-Mach-Stiftung in San Michele all’Adige (Trentino), geführt wird er von Präsident Marco Stefanini, dem Leiter der dortigen Abteilung für Rebengenetik.
Aktuell werden im 600 Sorten umfassenden, nationalen Rebsortenregister Italiens 36 Piwi-Sorten geführt, in elf von 20 italienischen Regionen ist der Anbau genehmigt. Die Vereinigung Piwi Italia hat zum Ziel, die Bekanntheit und das Wissen über Piwi-Sorten zu steigern, Anbaugenehmigungen in den übrigen Regionen und auf nationaler Ebene zu erwirken und längerfristig auch die ein oder andere DOC-Appellation für Piwis zu öffnen, wie bereits in Frankreich mit der Piwi Voltis beim Champagner geschehen.

Winenews/fh - Jan 2024

Der Rosé-Wahn hat auch die piemontesische Schaumwein-Appellation Asti DOCG erfasst. Das Konsortium und die Vereinigung der Gemeinden des Produktionsgebiets (Associazione Comuni del Moscato) haben Anfang Januar die Einführung einer Rosé-Variante beschlossen. Wenn es keine bürokratischen Hindernisse gibt, soll bereits mit dem Jahrgang 2024 Asti Rosé aus der weißen Sorte Moscato und der roten Brachetto abgefüllt werden. Der traditionelle, reinsortige Brachetto d’Acqui DOCG leidet unter Absatzschwierigkeiten, was vor allem die großen Schaumweinhäuser veranlasst haben soll, auf den Rosé-Zug aufzuspringen, um neue Absatzmärkte zu erschließen.

Winenews/fh - Jan 2024

Das italienische Agrarmarktforschungsinstitut Ismea hat die Weinproduktionspreise (vor Abfüllung, ohne Mehrwertsteuer) für DOC- und DOCG-Weine im Jahr 2023 untersucht und mit denen von 2022 verglichen. Dabei überholte der Amarone della Valpolicella dank einer Preissteigerung um 14,3 Prozent gegenüber 2022 mit 11,05 Euro pro Liter den in vorherigen Jahren immer an der Spitze stehenden Brunello di Montalcino, dessen Preis nahezu unverändert bei 9,95 Euro bleibt. Auf dem dritten Platz landet der Barolo mit 9,10 Euro, gefolgt vom Barbaresco mit 7,00 Euro.
Insgesamt zeigte sich bei den weißen DOP-Weinen ein durchschnittlicher Rückgang um 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während die Roten mit +0.2 Prozent stabil blieben.
Bestbezahlter Weißer ist der Südtiroler Gewürztraminer mit 4,80 Euro, gefolgt vom Franciacorta (3,75 €, +11,7%). Einen Preisverfall zu beklagen haben Prosecco DOC (-13% auf 2,05 €), Vermentino di Sardegna (-14,7%, auf 1,38 €) und in besonders starkem Maße der Marsala mit einem Rückgang um 23 Prozent auf 1,50 Euro.
Bei den Rotweinen zeigten sich die Preise der potenziell lagerfähigeren Weine stabil, während sie bei den trinkigen Alltagsweinen wie Chianti DOCG (-15,3%), den roten der DOC Sicilia (-6,1%) und den verschiedenen Lambrusco-Appellationen (zwischen -5 und -7,5%) fielen.

Ismea/Gamberorosso/fh - Jan 2024

Das Konsortium des Brunello di Montalcino hat auf seiner Mitgliedersammlung beschlossen, das Produktionspotenzial des Zweitweins der Appellation aufgrund steigender Nachfrage deutlich auszubauen. Zu den bereits bestehenden 520 Hektar Rebfläche für den Rosso di Montalcino sollen weitere 364 Hektar hinzukommen. Dafür müssen jedoch keine neuen Weinberge angelegt, sondern lediglich bereits bestehenden IGT-Sangiovese-Rebflächen die DOC-Anerkennung erteilt werden.
Das jährliche Produktionspotenzial von 3,6 Millionen Flaschen (im Durchschnitt der letzten fünf Jahre) wird damit um weitere drei Millionen Flaschen erhöht. Kleine Weingüter mit maximal zehn Hektar Gesamtrebfläche sollen gefördert werden, indem sie ihre Rosso di Montalcino-Produktion um bis zu 15 Prozent steigern dürfen, während größere ihre dem Rosso di Montalcino gewidmete Rebfläche um einen etwas geringeren prozentualen Anteil erweitern dürfen.
Der Beschluss muss noch durch die Region Toskana ratifiziert werden, was jedoch als reine Formsache gilt, da diese aktiv an der Entwicklung des Plans mitgearbeitet hat.

Winenews/fh - Dez 2023