Das Konsortium der Veroneser Weißweinappellation Soave hat eine Reduzierung der Höchsterträge beschlossen. Ab der kommenden Weinlese soll die Obergrenze im Produktionsreglement 13 500 Kilogramm Trauben pro Hektar betragen (bisher: 15 000 kg/ha). „Wir wollen die Eigenschaften der Garganega-Trauben in einem Kontext des weltweiten Konsumrückgangs verbessern“, begründete Konsortiumsdirektor Igor Gladich den Schritt. „Außerdem streben wir eine nachhaltigere Appellation an, mit weniger Verbrauch von Wasserressourcen.“
Neben der Ertragssenkung wurde auch eine Verstärkung der Kontrollen durch das Zertifizierungsunternehmen Siquria beschlossen. So soll 2024 ein Drittel der Betriebe (mehr als gesetzlich vorgeschrieben) während der Vegetationszeit kontrolliert werden. Damit soll das Produktionspotenzial der Garganega-Rebe besser eingeschätzt werden können, was auch im Hinblick auf die Ertragssenkung wichtig ist.

Gamberorosso/fh - Feb 2024

Das Konsortium für Barolo und Barbaresco plant eine Reihe von Änderungen im Produktionsreglement. Der Vorstand hat eine Liste mit Änderungsvorschlägen erarbeitet und Anfang Februar den Produzenten der beiden Appellationen zur Diskussion vorgelegt, beschlossen ist also noch nichts.
Weitestgehend einig scheint man sich aber darin zu sein, dass die Weine nicht mehr nur innerhalb der Grenzen des jeweiligen Anbaugebiets vinifiziert und ausgebaut, sondern auch abgefüllt werden müssen. Damit soll verhindert werden, dass Barolo und Barbaresco als Fasswein in andere Regionen und Länder ausgeführt und dort abgefüllt werden. Von der Regel ausgenommen sind nur Abfüller, die innerhalb der letzten fünf Jahre für wenigstens zwei aufeinanderfolgende Jahre Barolo oder Barbaresco abgefüllt haben.
Auch die Einführung von Gemeindelagen (nach Vorbild des Barolo) für den Barbaresco dürfte Zustimmung finden.
Unterschiedliche Ansichten herrschen hingegen bei der Frage, ob man Barolo im Barbaresco-Gebiet abfüllen darf und umgekehrt. Ebenfalls besteht keine Einigkeit bezüglich der vom Konsortium vorgeschlagenen Aufhebung des Verbots, Nebbiolo-Trauben für Barolo und Barbaresco auch an Nordhängen anzubauen. Befürworter sehen darin eine angemessene Antwort auf den Klimawandel mit steigenden Temperaturen und immer weniger Niederschlägen, während kritische Stimmen auf die Tradition verweisen oder um die Wälder fürchten, die an Nordhängen dominieren. Das Konsortium hat jedoch präzisiert, dass sich der Vorschlag nur auf aktuell bestehende Rebflächen bezieht, deren Trauben bisher nicht für Barolo oder Barbaresco verwendet werden durften.

 

Gamberorosso/fh - Feb 2024

Das Konsortium des Prosecco DOC plant noch für dieses Jahr die Einführung zusätzlicher geographischer Einheiten (Unità Geografiche Aggiuntive, UGA) für das 28 000 Hektar große, in den Regionen Veneto und Friaul liegende Anbaugebiet, wie Konsortiumspräsident Stefano Zanette in einem Interview mit dem italienischen Weinmagazin Gamberorosso durchblicken ließ. Damit soll geographischen Unterschieden innerhalb des, geografisch bisher undifferenzierten Territoriums Rechnung getragen und der im letzten Jahr rückläufige Absatz angekurbelt werden (2023: 615 Millionen Flaschen; 2022: 638 Millionen Flaschen). In den Hügeln von Conegliano und Valdobbiadene, wo der DOCG-Prosecco produziert wird, gibt es bereits UGA, die dort Rive heißen. Für den DOC-Prosecco sind zunächst vier Unterzonen geplant, wobei noch nicht bekannt gegeben wurde, um welche es sich handeln wird.
Geprüft werden Zanette zufolge auch eine spezifische Typologie für den Triester Karst und neue Etikettierungsvorschriften für Abfüller außerhalb des Gebiets.

Gamberorosso/fh - Jan 2024

Im Trentino wurde im Januar 2024 ein nationaler Verband für pilzresistente Rebsorten gegründet. Piwi Italia, so der Name der Vereinigung, geht aus der Zusammenführung der bisherigen regionalen Piwi-Verbände hervor und kann somit bei seiner Gründung bereits über 250 Mitgliedsbetriebe vorweisen. Seinen Sitz hat der Verband am Weinforschungsinstitut der Edmund-Mach-Stiftung in San Michele all’Adige (Trentino), geführt wird er von Präsident Marco Stefanini, dem Leiter der dortigen Abteilung für Rebengenetik.
Aktuell werden im 600 Sorten umfassenden, nationalen Rebsortenregister Italiens 36 Piwi-Sorten geführt, in elf von 20 italienischen Regionen ist der Anbau genehmigt. Die Vereinigung Piwi Italia hat zum Ziel, die Bekanntheit und das Wissen über Piwi-Sorten zu steigern, Anbaugenehmigungen in den übrigen Regionen und auf nationaler Ebene zu erwirken und längerfristig auch die ein oder andere DOC-Appellation für Piwis zu öffnen, wie bereits in Frankreich mit der Piwi Voltis beim Champagner geschehen.

Winenews/fh - Jan 2024

Der Rosé-Wahn hat auch die piemontesische Schaumwein-Appellation Asti DOCG erfasst. Das Konsortium und die Vereinigung der Gemeinden des Produktionsgebiets (Associazione Comuni del Moscato) haben Anfang Januar die Einführung einer Rosé-Variante beschlossen. Wenn es keine bürokratischen Hindernisse gibt, soll bereits mit dem Jahrgang 2024 Asti Rosé aus der weißen Sorte Moscato und der roten Brachetto abgefüllt werden. Der traditionelle, reinsortige Brachetto d’Acqui DOCG leidet unter Absatzschwierigkeiten, was vor allem die großen Schaumweinhäuser veranlasst haben soll, auf den Rosé-Zug aufzuspringen, um neue Absatzmärkte zu erschließen.

Winenews/fh - Jan 2024

Das italienische Agrarmarktforschungsinstitut Ismea hat die Weinproduktionspreise (vor Abfüllung, ohne Mehrwertsteuer) für DOC- und DOCG-Weine im Jahr 2023 untersucht und mit denen von 2022 verglichen. Dabei überholte der Amarone della Valpolicella dank einer Preissteigerung um 14,3 Prozent gegenüber 2022 mit 11,05 Euro pro Liter den in vorherigen Jahren immer an der Spitze stehenden Brunello di Montalcino, dessen Preis nahezu unverändert bei 9,95 Euro bleibt. Auf dem dritten Platz landet der Barolo mit 9,10 Euro, gefolgt vom Barbaresco mit 7,00 Euro.
Insgesamt zeigte sich bei den weißen DOP-Weinen ein durchschnittlicher Rückgang um 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während die Roten mit +0.2 Prozent stabil blieben.
Bestbezahlter Weißer ist der Südtiroler Gewürztraminer mit 4,80 Euro, gefolgt vom Franciacorta (3,75 €, +11,7%). Einen Preisverfall zu beklagen haben Prosecco DOC (-13% auf 2,05 €), Vermentino di Sardegna (-14,7%, auf 1,38 €) und in besonders starkem Maße der Marsala mit einem Rückgang um 23 Prozent auf 1,50 Euro.
Bei den Rotweinen zeigten sich die Preise der potenziell lagerfähigeren Weine stabil, während sie bei den trinkigen Alltagsweinen wie Chianti DOCG (-15,3%), den roten der DOC Sicilia (-6,1%) und den verschiedenen Lambrusco-Appellationen (zwischen -5 und -7,5%) fielen.

Ismea/Gamberorosso/fh - Jan 2024

Das Konsortium des Brunello di Montalcino hat auf seiner Mitgliedersammlung beschlossen, das Produktionspotenzial des Zweitweins der Appellation aufgrund steigender Nachfrage deutlich auszubauen. Zu den bereits bestehenden 520 Hektar Rebfläche für den Rosso di Montalcino sollen weitere 364 Hektar hinzukommen. Dafür müssen jedoch keine neuen Weinberge angelegt, sondern lediglich bereits bestehenden IGT-Sangiovese-Rebflächen die DOC-Anerkennung erteilt werden.
Das jährliche Produktionspotenzial von 3,6 Millionen Flaschen (im Durchschnitt der letzten fünf Jahre) wird damit um weitere drei Millionen Flaschen erhöht. Kleine Weingüter mit maximal zehn Hektar Gesamtrebfläche sollen gefördert werden, indem sie ihre Rosso di Montalcino-Produktion um bis zu 15 Prozent steigern dürfen, während größere ihre dem Rosso di Montalcino gewidmete Rebfläche um einen etwas geringeren prozentualen Anteil erweitern dürfen.
Der Beschluss muss noch durch die Region Toskana ratifiziert werden, was jedoch als reine Formsache gilt, da diese aktiv an der Entwicklung des Plans mitgearbeitet hat.

Winenews/fh - Dez 2023

Das italienische Landwirtschaftsministerium unter Minister Francesco Lollobrigida hat mit einem Ad-hoc-Dekret die am 8. Dezember 2023 in Kraft getretene EU-Etikettierungsverordnung 2021/2117 bis 8. März 2024 ausgesetzt.
Die neue Etikettierungsverordnung sieht die Auflistung der Zutaten und die Nährwertdeklaration von Weinen und aromatisierten Weinerzeugnissen vor, mit der Möglichkeit, diese Informationen elektronisch über einen QR-Code auf dem Rücketikett zu übermitteln. Nur zwei Wochen vor Inkrafttreten der Verordnung hatte die EU-Kommission spezifiziert, dass das ausgeschriebene Wort „Zutaten“ (italienisch ingredienti) an der Stelle stehen sollte und ein stilisiertes „i“, wie es von vielen Produzenten genutzt wurde, nicht ausreiche. Da diese Leitlinien erst so kurz vor Inkrafttreten der Verordnung bekannt gegeben wurden und zudem nicht klar ist, ob das Wort nur in der jeweiligen Landesprache oder allen EU-Sprachen angegeben werden muss, regte sich Widerstand in den europäischen Weinbaunationen, vor allem, weil viele Produzenten in der Absicht, die Etikettierungsverordnung umzusetzen, bereits Etiketten gedruckt haben, die nach der Zusatzverordnung wertlos wären und eingestampft werden müssten.
„Die Weinunternehmen in der EU haben schon vor vielen Monaten damit begonnen, sich auf die Einhaltung der Frist vorzubereiten. Wir schätzen, dass heute bereits mehrere hundert Millionen Etiketten gedruckt wurden, von denen viele bereits in den Regalen stehen“, kommentierte der Präsident des europäischen Weinkomitees CEEV (Comité Européen des Entreprises Vins), Mauricio González Gordon. „Wir können eine neue Auslegung, die 14 Tage vor dem Anwendungsdatum veröffentlicht wird, nicht akzeptieren, die die Vernichtung von Hunderten von Millionen bereits gedruckter Etiketten bedeutet, und sind nicht in der Lage, die neuen Etiketten rechtzeitig zu drucken.“
Durch das Dekret des italienischen Landwirtschaftsministeriums wird die Einführung der Verordnung für Italien auf den 8. März 2024 verschoben, so dass italienische Winzer die Möglichkeit haben, bereits gedruckte Etiketten zu verwenden.

EU/Gamberorosso/Teatronaturale/Winenews/fh - Dez 2023

Die Lagerbestände italienischen Weins betrugen zum 31. Oktober 2023 43,8 Millionen Hektoliter. Diese, im Bericht Report Cantina Italia (der Zentralen Aufsichtsbehörde für Qualitätsschutz und Betrugsbekämpfung im Agrar- und Lebensmittelbereich ICQRF) genannte Menge entspricht in etwa einer gesamten Jahresernte. Mehr als die Hälfte des eingelagerten Weins (53,7%) sind DOP-Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung, ein Viertel (26,4%) Weine mit geschützter geographischer Angabe (IGP), der Rest Weine ohne Herkunftsangabe (mit oder ohne Rebsortenbezeichnung). Mehr als die Hälfte des eingelagerten Weins stammt aus dem produktionsstarken Norden Italiens, angeführt von der Region Veneto, die allein ein Viertel (24,5%) der Bestände ausmacht, darunter der Prosecco DOC, der mit 3,9 Millionen Hektolitern eingelagertem Wein über die größten Reserven bei den DOP-Weinen verfügt.

Winenews/fh - Nov 2023

Nach Untersuchungen der Universität Kalifornien haben Wissenschaftler die Hypothese formuliert, dass Quercetin verantwortlich für die Kopfschmerzen ist, die manche Menschen nach dem Genuss schon kleiner Mengen Rotwein quälen. Quercetin, ein gelber Naturfarbstoff aus der Gruppe der eigentlich als gesundheitsfördernde Antioxidantien bekannten Flavonoide, kommt natürlicherweise in Obst und Gemüse und dementsprechend auch in Trauben und damit Rotwein vor. Nach der in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlichten Studie kann es jedoch bei der Verstoffwechslung des Quercetins unter gleichzeitiger Zufuhr von Alkohol zu Problemen kommen.
„Wenn es in den Blutkreislauf gelangt, wandelt der Körper es in eine andere Form um, die Quercetin-Glucuronid genannt wird“, erklärte der Chemiker und korrespondierende Autor der Studie Andrew Waterhouse, Professor der Fakultät für Weinbau und Önologie der University of California. Die Anhäufung des Giftstoffs Acetaldehyd aufgrund der Hemmung der Aldehyddehydrogenase (Enzym in der Leber, das Alkohol verstoffwechselt) durch die veränderte Form des Quercetins führe zu Rötungen, Kopfschmerzen und Übelkeit.
Laut Waterhouse kann der Gehalt an Quercetin in Rotwein stark variieren. „Quercetin wird von den Trauben als Reaktion auf das Sonnenlicht produziert“, so der Wissenschaftler. „Wenn man viele freiliegende, der Sonne ausgesetzte Trauben hat, wie es im Napa Valley bei den Cabernets der Fall ist, erhält man einen viel höheren Quercetingehalt. In einigen Fällen kann er vier- oder fünfmal höher sein.“ Außerdem würde der Quercetingehalt auch von Faktoren der Weinerzeugung wie Schalenkontakt während der Fermentation, Klärungsprozessen und Lagerzeit der Weine beeinflusst.
Die Forscher wollen nun in einer vergleichenden Folgeuntersuchung mit besonders quercetinreichen und -armen Weinen ihre Kenntnisse ausbauen und in einer klinischen Studie herausfinden, warum manche Personen anfälliger für Kopfschmerzen nach Rotweinkonsum sind als andere.

Winenews/Teatronaturale/fh - Nov 2023