Das toskanische Weingut Barbanera in Cetona (Provinz Siena) wechselt den Besitzer. Wie Ende November bekannt wurde, hat die international tätige, börsennotierte Gruppe Italian Wine Brands (IWB) 100 Prozent des in den 70er-Jahren gegründeten Familienweinguts Barbanera und der ebenfalls der Familie gehörenden Kellerei Fossalto erworben. Der Kaufpreis beträgt 42 Millionen Euro, wobei die Familie Barbanera einen Teil des Verkaufserlöses (26,3 Millionen Euro) in IWB-Aktien reinvestiert. Das Weingut wird auch zukünftig von der Familie Barbanera geführt, Sofia Barbanera erhält zusätzlich einen Platz im Aufsichtsrat von IWB.

Gamberorosso/fh - Nov 2022

Die kleine sardische Weißweinappellation Vernaccia di Oristano DOC bekommt ein eigenes Konsortium. Die sechs Weingüter, die sich zur Gründung des Konsortiums zusammengeschlossen haben, stellen auch die Mitglieder des Aufsichtsrates, erster Präsident wird Mauro Contini (Weingut Attilio Contini). Das kleine Anbaugebiet im Westen der Insel umfasst heute rund 300 Hektar, auf denen der Sherry-artige Wein mit dem charakteristischen Florhefegeschmack erzeugt wird. Die Gründung des Konsortiums soll dazu beitragen, den drastischen Rückgang der Rebfläche zu bremsen, der die letzen Jahre vorherrschte. Zudem ist neben der intensiveren Zusammenarbeit der Produzenten auch eine Revision des Produktionsreglements geplant.

Gamberorosso/fh - Nov 2022

Das Konsortium der Appellation Etna DOC hat eine neue, überarbeitete Lagenkarte des Anbaugebiets veröffentlicht. Die Zahl der als Contrade bezeichneten Einzellagen im Status zusätzlicher geographischer Einheiten (unità geografica aggiunta=UGA) ist dabei von 133 im Jahre 2011 anerkannten Contrade auf 142 gestiegen, weil neun neue UGA anerkannt wurden. Zudem mussten einige Grenzen neu gezogen werden, da sich die Landschaft am aktiven Ätna durch diverse Eruptionen verändert hat (Landhebungen und -senkungen, erstarrte Lavaströme). Die Karte soll die Grundlage einer noch präziseren Zonierung werden, die auch die verschiedenen Bodentypen genauer katalogisiert und die mikroklimatischen Begebenheiten berücksichtigt, wofür das Konsortium mit den Universitäten Catania und Mailand-Bicocca zusammenarbeitet.

Winenews/fh - Nov 2022

Der italienische Weinverband UIV und die Marktbeobachter vom Vinitaly Observatory beziffern in einer gemeinsamen Presseerklärung vom 11. Oktober 2022 die durch die Gaskrise und steigende Energiepreise verursachten Zusatzkosten für die italienische Weinbranche auf 1,5 Milliarden Euro.
Laut einer durchgeführten Umfrage der Beobachtungsstelle bei italienischen Weinunternehmen, die gemeinsam 30 Prozent des italienischen Weinmarkts repräsentieren, beläuft sich allein der Überschuss bei den Energiekosten (+425 Millionen Euro) und beim Verpackungsmaterial (über eine Milliarde Euro mehr für Glas, Papier, Pappe, Verschlüsse, Aluminium) auf 83 Prozent gegenüber den Budgets Anfang 2022. Darüber hinaus führen andere steigende Posten (Offenwein, Handelskosten, Arbeitskräfte) zu einem Anstieg der Gesamtkosten um 28 Prozent in diesem Jahr.
UIV-Präsident Lamberto Frescobaldi kommentiert: „Was wir jetzt tun können, ist, mit einem Lieferkettenpakt alle Dynamiken zu konsolidieren, die eine Pufferwirkung erzeugen können, um die Wettbewerbsfähigkeit und den Markt zu garantieren. Die Erzeuger, Industriellen, Genossenschaften und Händler werden daher einen Teil der Erhöhungen auffangen müssen, um sie nicht vollständig an die Verbraucher weiterzugeben und einen gefährlichen Rückgang des Verbrauchs zu vermeiden.“

UIV/fh - Okt 2022

Die Messe der Vereinigung unabhängiger Winzer Italiens FIVI wird dieses Jahr einen Tag länger dauern und mehr Ausstellungsfläche nutzen. Hauptgrund ist neben dem Erfolg der vergangenen Jahre die mit 850 Ausstellern stark gestiegene Teilnehmerzahl (rund 200 mehr als letztes Jahr). Außerdem soll es erstmals ein Gastronomie-Zelt geben, in dem kleine handwerklich arbeitende Betriebe ihre Produkte präsentieren. Der Mercato dei vini dei vignaioli indipendenti, so der vollständige Name der Veranstaltung, findet vom Samstag, 26. bis Montag, 28. November 2022 auf dem Messegelände in Piacenza statt. Tickets können hier bereits im Vorverkauf erworben werden.

Fivi/fh - Okt 2022

Das Konsortium Vini di Romagna hat Ende September die neue Kollektivmarke Rocche di Romagna präsentiert, mit der man den 16 Unterzonen des Sangiovese di Romagna zu mehr Sichtbarkeit, einem höheren Wiedererkennungswert und längerfristig steigenden Verkaufszahlen verhelfen will. Die Weine der Sottozone erhalten eine Banderole am Flaschenhals, auf der ein Ausschnitt eines Mosaiks im Mausoleum der Gallia Placidia in Ravenna zu sehen ist. Der Name Rocche di Romagna soll an die charakteristischen Festungen der Region erinnern.
Die 16 Teilgebietsbezeichnungen der Romagna sind: Bertinoro, Brisighella, Castrocaro, Cesena, Coriano, Imola, Longiano, Marzeno, Meldola, Mercato Saraceno, Modigliana, Oriolo, Predappio, San Clemente, Serra, Verucchio.

Winenews/fh - Okt 2022

Die Weine der Appellation Collio im Friaul erhalten zukünftig einen QR-Code auf dem Etikett. Damit soll es bei jeder Flasche möglich sein, durch Einscannen des Codes mit dem Smartphone die gesamte Produktionskette vom Weinberg über den Keller bis zur Abfüllung nachzuvollziehen, aber auch Bilder der Weinberge und Daten zum Produzenten einzusehen.

Gamberorosso/Wiforagri/fh - Okt 2022

Der italienische Weinverband UIV hat auf Grundlage der letzten Agrarerhebung des staatlichen Statistikinstituts Istat, einen Bericht über die Entwicklung des Weinbaus der letzten Jahre vorgelegt. Wichtigstes Ergebnis: Die Zahl der Bewirtschafter von Rebland hat stark abgenommen, von 791 000 im Jahr 2000 auf 255 000 im Jahr 2020. Weil bei der Rebfläche nur ein leichter Rückgang zu verzeichnen ist (minus elf Prozent, in den letzten zehn Jahren nur minus ein Prozent), stieg die mittlere Rebfläche pro Weingut um 174 Prozent, insbesondere im Norden und im Zentrum mit 206 respektive 223 Prozent Wachstum.
Den stärksten Rückgang der Betriebszahl unter den Regionen hat das Latium mit 83 Prozent zu verzeichnen, gefolgt von Kampanien mit 74 Prozent weniger Betrieben. Die italienische Region mit den aktuell meisten Betrieben ist laut Istat Apulien mit 36 000 Winzern.
Die mittlere Rebfläche pro Betrieb in Italien ist von 0,9 Hektar im Jahr 2000 auf 2,5 Hektar im Jahr 2020 gestiegen. Die Region mit der höchsten durchschnittlichen Rebfläche ist das Friaul mit 5,5 Hektar pro Betrieb. Das stärkste Wachstum verzeichnet das Veneto, wo sich die mittlere Rebfläche pro Betrieb seit dem Jahr 2000 verdreifacht hat (plus 295 Prozent).
Der Präsident des italienischen Weinverbands, Lamberto Frescobaldi, sieht in den Zahlen eine notwendige Umstrukturierung: „Der Weg ist richtig, auch wenn wir noch eine weite Strecke vor uns haben, um an die durchschnittliche Fläche unserer Hauptkonkurrenten wie Australien, die USA und Neuseeland heranzukommen, oder, was uns näher liegt, an ein Frankreich, dessen durchschnittliche Unternehmensgröße fünfmal so groß ist wie unsere.“

UIV/fh - Okt 2022

Das toskanische Weinunternehmen Marchesi Frescobaldi gab Ende September 2022 den Kauf des Montepulciano-Weinguts Tenuta Calimaia bekannt. Das im Ortsteil Cervognano gelegene Weingut umfasst 70 Hektar Rebfläche, die mit Sangiovese, Merlot und Syrah bestockt sind. Durch den Kauf von Calimaia erweitert sich das Portfolio von Frescobaldi auf inzwischen neun Weingüter in verschiedenen toskanischen Anbaugebieten.

Winenews/fh - Okt 2022

Das regionale Verwaltungsgericht TAR Liguria in Genua hat einem Einspruch des Weinguts Durin aus Ortovero (Provinz Savona) gegen bestehende Beschränkungen der Jagd auf Wildschweine stattgegeben. Dem Gericht zufolge darf ein Winzer auf Wildschweine schießen, die seine Trauben fressen oder den Weinberg verwüsten.
Die Wildschweinplage ist kein rein ligurisches Problem, sondern betrifft auch andere Regionen, darunter in besonderem Ausmaß die Toskana, wo geschätzt eine halbe Million Wildschweine leben. Die Insel Elba wurde bereits zum nicht für Wildschweine geeigneten Gebiet („area non vocata ai cinghiali“) erklärt, wodurch ein Großteil der Beschränkungen der Wildschweinjagd aufgehoben wurde. Bei der regionalen Landwirtschaftsbehörde der Toskana wird nun eine Ausweitung der Abschussfreigabe auf andere besonders betroffene Festlandsgebiete erwogen.

Winenews/fh - Sep 2022