Die Cantine Coppo aus Canelli mit ihrer historischen Moscato-Kellerei und 52 Hektar Rebfläche wird Teil der Dosio-Gruppe, die auch das gleichnamige Barolo-Weingut einschließt und insgesamt 42 Hektar eigene Rebfläche besitzt. Dies gaben die beiden Unternehmen am 7. Juni in einer gemeinsamen Presseerklärung bekannt, über Kaufpreis und genaue Vertragsbedingungen wurde Stillschweigen vereinbart. Die operative Führung der Cantine Coppo wird auch weiterhin in Händen der Familie Coppo bleiben, die zudem zwei Plätze im Aufsichtsrat der von Gianfranco Lanci geführten Dosio-Gruppe erhält.

Coppo/Dosiovigneti/Winenews/fh - Jun 2021

Das vom italienischen Landwirtschaftsministerium geführte nationale Register der Landwirtschaftsregionen von historischer Bedeutung erhält im Juni zwei weitere Weinregionen und eine weinbauliche Praxis als Neuzugänge: die terrassierten Hügel des Valpolicella im Veneto, die vorwiegend mit Wein und Oliven bewachsene Hügellandschaft um Montepulciano und Pienza in der Toskana (mehr zum Nobile di Montepulciano in Merum 4/2020) und die historischen Alberate von Aversa in Kampanien, wo die Asprinio-Reben zwischen Bäumen wachsen und mithilfe von Leitern geerntet werden (mehr dazu in Merum 6/2020). Mit den Hügeln des Soave, den Prosecco-Weinbergen in Conegliano-Valdobbiadene sowie den terrassierten Steillagen im Valtellina und Val di Cembra enthält das Register bereits eine Reihe bemerkens- und schützenswerter Weinbauregionen. Die vollständige Liste mit Beschreibungen in italienischer Sprache kann man hier einsehen: https://cutt.ly/sfKn1qR.

Ansa/Reterurale/fh - Jun 2021

Das Konsortium Istituto Marchigiano di Tutela vini hat am 24. Mai einstimmig eine Neuordnung der Verdicchio-Appellationen von Jesi beschlossen. Die Appellation Castelli di Jesi Verdicchio Riserva DOCG wird nur noch Castelli di Jesi DOCG heißen, die Nennung der Rebsorte Verdicchio wird für sie nicht mehr obligatorisch, sondern fakultativ sein. Neben dem Namen ändert sich auch die Größe der Appellation, weil ihr auch die Weine, die bisher als Verdicchio dei Castelli di Jesi Classcio Superiore DOC bezeichnet wurden, eingegliedert werden. Für die neue DOCG resultiert daraus ein Wachstum des Produktionspotenzials von 1000 auf 20 000 Hektoliter pro Jahr. Für die DOC-Weine wurde zudem eine Abfüllung im Produktionsgebiet vorgeschrieben, wie sie bisher nur für die DOCG-Weine galt.

Mit der Neuordnung der Appellationen ergeben sich für die DOCG vier Bezeichnungsmöglichkeiten: Castelli di Jesi (Verdicchio) DOCG, Castelli di Jesi Superiore (Verdicchio) DOCG, Castelli di Jesi Classico Superiore (Verdicchio) DOCG, Castelli di Jesi Riserva (Verdicchio) DOCG.

Für die DOC bleiben: Verdicchio dei Castelli di Jesi DOC, Verdicchio dei Castelli di Jesi Classico DOC, Verdicchio dei Castelli di Jesi Spumante DOC und Verdicchio dei Castelli di Jesi Passito DOC.


 Das Appellationssystem des Verdicchio dei Castelli di Jesi ist schon heute kompliziert und auch für Weinjournalisten schwer zu überblicken. Nun wird es ein neues geben, ein noch komplizierteres. Die Chance, das Ganze mit der Reform für Produzenten und Konsumenten einfacher zu gestalten, wurde vertan.

Fabian Hörack

Ilrestodelcarlino/Qdmnotizie/Winenews/fh - Jun 2021

Das Konsortium Asti e Moscato d’Asti DOCG hat am 24. Mai beschlossen, die rund 100 Hektar Rebfläche in 18 Gemeinden umfassende Großlage Canelli in den Status einer selbständigen DOCG zu erheben. Rund 40 Produzenten mit einem Produktionspotenzial von 500 000 Flaschen pro Jahr werden ab der Ernte 2022 ihren Wein als Canelli DOCG oder Moscato di Canelli DOCG und nicht mehr als Moscato d’Asti Canelli DOCG etikettieren.

Mit der Streichung von „d‘Asti“ wird der Wein aus Canelli (ein Frizzante mit 4,5 bis 6,5 Vol.-% Alkohol) sich zukünftig leichter vom Asti DOCG unterscheiden lassen (ein Spumante mit 6,0 bis 8,0 Vol.-% Alkohol). Die beiden anderen Teilgebiete des Moscato d’Asti DOCG (Strevi und Santa Vittoria d’Alba) bleiben weiterhin in ihrer bisherigen Form bestehen, werden aber kaum von den Winzern genutzt.

 

Moscatocanelli.com/Gamberorosso/fh - Jun 2021

Ein Gewittersturm mit schweren Hagelschauern hat Anfang Mai die Veroneser Appellationen Valpolicella und Custoza getroffen. Dem Landwirtschaftsverband Confagricoltura zufolge lag die Schadensquote bei betroffenen Winzern der Weißweinappellation Custoza zwischen 30 und 40 Prozent, während im Valpolicella besonders im Gebiet um Sommacampagna durchschnittlich 50 Prozent der Knospen und Triebspitzen zerstört wurden, bei einzelnen Produzenten sogar 100 Prozent.

 

Gamberorosso/fh - Jun 2021

Das Konsortium in Montepulciano hat am 31. März die Einführung neuer Teilgebiete für den Vino Nobile beschlossen. Die zwölf zusätzlichen geographischen Einheiten (unità geografiche aggiuntive = UGA) wurden nach geographischen, geologischen und historischen Kriterien ausgewählt und werden Pieve (historisch für Pfarrei) genannt. Nachdem das Konsortium kurz zuvor bereits beschlossen hatte, die Nennung der Region Toskana auf dem Etikett einzuführen, ergibt sich für die neuen Weine die offizielle Bezeichnungsordnung Pieve – Vino Nobile di Montepulciano DOCG – Toscana. Die Namen der einzelnen Unterzonen wurden noch nicht bekannt gegeben, weil sie wiederum der Zustimmung einer konsortiumsinternen Prüfkommission bedürfen.

Bereits abgesegnet wurden die Produktionsregeln für die Pieve-Weine: mindestens 15 Jahre alte Weinberge; Ertragsobergrenze von 7000 Kilo Trauben pro Hektar, 2,5 Kilogramm pro Stock; nur autochthone Sorten, ausschließlich aus eigenem Anbau mit mindestens 85 Prozent Sangiovese, 15 Prozent Mammolo, Ciliegiolo, Canaiolo und/oder Colorino (letzterer maximal fünf Prozent); Mindestlagerzeit 36 Monate, davon mindestens zwölf Monate im Holz und mindestens zwölf in der Flasche.

Weil die neue Typologie auch rückwirkend für den Jahrgang 2020 verwendet werden kann, sollten die ersten Flaschen der Pieve-Weine ab 2024 auf dem Markt sein.


Auf Worte folgen nun erfreulicherweise Taten. In Merum 4/2020 haben wir uns mit der toskanischen Appellation ausführlich auseinandergesetzt. Im Gespräch mit dem Konsortium wurde vor rund einem Jahr darüber gesprochen, dass man von Merlot und Cabernet wegkommen möchte, deren Anteil im Vino Nobile heute – zumindest theoretisch – bis zu 30 Prozent betragen kann. Präsident Andrea Rossi machte klar, dass zwar nur noch sehr wenige Betriebe die fremden Sorten für den Nobile verwendeten, es aber aus juristischen Gründen nicht möglich sei, sie aus den Produktionsregeln verschwinden zu lassen. Eine neue Bezeichnung wurde deshalb unvermeidlich. Mit den Pieve-Nobile wird die legale Lücke nun geschlossen und die ausschließliche Verwendung von Sangiovese kann zusammen mit anderen einheimischen Sorten vorgeschrieben werden. Mögliche Pieve-Namen könnten sein: Cervognano, Valiano, S. Albino, Acquaviva, Gracciano und andere.

Andreas März

Consorzio Vino Nobile di Montepulciano/fh - Apr 2021

Die Appellation Oltrepò Pavese wird erneut von einem Weinskandal erschüttert. Die Supermarktkette Eurospin hatte im Juni 2020 im Rahmen eigener Qualitätskontrollen in einer Partie Schaumwein Oltrepò Pavese Metodo Classico der Cantine Terre d’Oltrepò (Broni) in der Weinbereitung verbotenes Glycerin festgestellt.
Genauer gesagt handelt es sich um zyklische Diglycerine, die sich vom natürlich vorkommenden Glycerin unterscheiden und deren Nachweis im Wein als Indiz für unerlaubten Zusatz synthetischen Glycerins gilt. Wird eine solche Verbindung in einem Wein gefunden, ist er als nicht mehr verkehrsfähig zu beurteilen und den Behörden zu melden, auch wenn keine Gefahr für die Gesundheit der Konsumenten besteht.
Die Staatsanwaltschaft Pavia veranlasste im Rahmen ihrer Ermittlungen am 30. März 2021 eine Durchsuchung der Gebäude von Terre d’Oltrepò und die Beschlagnahmung weiterer Weine derselben Charge, um sie auf die verbotene Substanz zu untersuchen. Gegen sechs hauptverdächtige Personen laufen Ermittlungen.
Terre d’Oltrepò bestritt in einer Stellungnahme vom 31. März sämtliche Vorwürfe und stellt die Hypothese der Verunreinigung einer Maschine durch Dritte auf, bei der die Substanz in die Flaschen gelangt sein könnte.
Die Genossenschaftskellerei Terre d’Oltrepò war bereits 2015 in einen Skandal verwickelt, als in großem Stile Pinot grigio DOP aus minderwertigen, teilweise aus dem Ausland stammenden Trauben verkauft wurde (siehe Merum 1/2015). Auch in der Folgezeit kam die Appellation nicht zur Ruhe und wurde von Sabotageakten gegen eine Weinkellerei, Insolvenzen und Zwangsversteigerungen sowie einem Justizskandal im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die damalige Führung der Cantina Terre d’Oltrepò erschüttert (siehe Merum 1/2017).
Nachdem jetzt mit dem Metodo Classico auch das Spitzenprodukt der Appellation einen erheblichen Imageschaden erfährt, ist eine Gruppe kleiner qualitätsorientierter Produzenten, angeführt von Pierangelo Boatti (Monsupello), des kontinuierlichen Niedergangs der Appellation überdrüssig und erwägt rechtliche Schritte gegen den von Terre d’Oltrepò und seinen Großkunden kontrollierten Verwaltungsrat des Konsortiums.

Laprovinciapavese/Libero/Terredoltrepo/fh - Apr 2021

Die Veroneser Winzergenossenschaften Cantina Valpantena und Cantina di Custoza fusionieren zu einer neuen Genossenschaft namens Cantine di Verona. Möglich wird dies, nachdem auf der Mitgliederversammlung der Cantina di Custoza am 20. März die nötige Zweidrittelmehrheit für eine Fusion erreicht wurde. In einer ersten Abstimmung im Dezember 2020 bildeten die Fusionsbefürworter in Custoza noch eine zu knappe Mehrheit, bei der Cantina Valpantena hingegen stimmten damals schon 97 Prozent der Mitglieder dafür. Zusammen bringen es die beiden Genossenschaften laut Gamberorosso auf 65 Millionen Euro Jahresumsatz und verarbeiten 30 000 Tonnen Trauben.

Gamberorosso/fh - Apr 2021

Das Konsortium in Montefalco hat am 9. März einstimmig beschlossen, die Nennung der Region Umbria auf den Etiketten der Appellationen Montefalco DOC und Sagrantino di Montefalco DOCG zu ermöglichen. Die freiwillige Angabe soll helfen, die Weine aus Montefalco insbesondere auf den Auslandsmärkten mit der Region Umbrien zu verbinden und geographisch zu verorten. Auch die Konsortien der umbrischen DOCs Spoleto und Torgiano wollen dem Beispiel folgen.
Im Januar 2020 hatte bereits das Konsortium im toskanischen Montepulciano beschlossen, die Nennung der Region Toscana auf den Etiketten des Vino Nobile und Rosso di Montepulciano verpflichtend einzuführen. Diese dürften zwar einen höheren Bekanntheitsgrad als die Weine aus Montefalco genießen und werden auch im Ausland häufiger mit der Region Toskana in Verbindung gebracht. Ausschlaggebend war in diesem Fall aber eher die Verwechslungsgefahr mit den Weinen der nach der Rebsorte benannten Appellation Montepulciano d’Abruzzo.

Corrieredellumbria/fh - Mrz 2021

Das Forschungsinstitut Edmund Mach (San Michele all’Adige) hat vier neue, gegen Echten und Falschen Mehltau resistente Rebsorten vorgestellt. Diese wurden im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojekts der Mach-Stiftung, des Konsortiums für Innovationen im Weinbau Civit (Consorzio Innovazione Vite) und einiger größerer Produzenten (Cavit, Mezzacorona, Lavis, Ferrari) nach dreijähriger Erprobungsphase mit über 30 Rebsorten ausgewählt. In Versuchsweinbergen in der Rotaliana-Ebene sowie in Vallagarina und Valsugana waren Anpassungsfähigkeit an Höhenlage und Klima, Phänologie, Fruchtbarkeit und Krankheitsresistenz der Piwis (Piwi = pilzwiderstandsfähig) im Vergleich zu traditionell im Trentino verbreiteten Rebsorten wie Marzemino und Chardonnay beurteilt worden. Die Sorten Nermantis, Termantis, Valnosia und Charvir erwiesen sich dabei als besonders geeignet und gesellen sich zu den bereits im Trentino verbreiteten Piwi-Sorten Solaris, Souvignier gris und Pinot Regina. Insbesondere in siedlungsnahen Weinbergen, wo der Pestizidgebrauch gesetzlich eingeschränkt ist, und in nicht maschinell zu bewirtschaftenden Steillagen stellen sie eine interessante und umweltfreundlichere Alternative zu den herkömmlichen Rebsorten dar.

Gamberorosso/fh - Mrz 2021