Eine Studie der Universität Jaén kommt zum Ergebnis, dass der superintensive Olivenanbau, wie er in großen Teilen der produktionsstärksten spanischen Anbauregion Andalusien vorherrscht, nicht subventioniert werden sollte, wenn man die ökologische Nachhaltigkeit als Modell heranzieht.
Im Rahmen der Studie wurden die Umweltauswirkungen der Olivenölproduktion unter Berücksichtigung verschiedener landwirtschaftlicher und industrieller Produktionssysteme in Spanien mit Hilfe des Ökobilanz-Analysesystems LCA (Life Cycle Assestment=Lebenszyklusanalyse) ermittelt. Zu diesem Zweck wurden in Andalusien eine breite Palette von Olivenkulturen und verschiedene Arten von Mühlen untersucht.
Die Studie konzentriert sich auf Oliven, natives Olivenöl und berücksichtigt sämtliche Produktionsprozesse vom Olivenhain bis zum Werkstor. Der Untersuchungszeitraum umfasst die letzten fünf Ernten (2017/18 bis 2021/22), um angemessene und aktuelle Umweltverträglichkeitswerte zu erhalten.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass eine höhere Anbaudichte, künstliche Bewässerung und der Anbau in Hanglagen zu höheren Umweltbelastungen führen. Konkret liegen die Umweltauswirkungen in Form des CO2-Ausstoßes für einen Liter Olivenöl zwischen 1,9 Kilogramm (traditionell bewirtschaftete Olivenhaine mit geringer Produktivität) und 6,1 Kilogramm in superintensiven Anlagen mit Bewässerung. Für extensive Kulturen liegt der Wert 2,9 Kilogramm (unbewässert) und 3,49 Kilogramm (bewässert).
„Es wäre ratsam, die Standardintensivierung oder Systeme in steilen Hanglagen zu vermeiden und stattdessen unbewässerte, traditionelle Systeme mit geringen Erträgen anzuwenden, um die Treibhausgasemissionen zu verringern“ schlussfolgern die Autoren der Studie. „Mit Blick auf die Umwelt geht die derzeitige Ausrichtung des Olivenanbaus in die falsche Richtung, so dass eine Umstellung auf alternative, ausgewogene Systeme für die Olivenölerzeugung, die sozioökonomisch machbar und umweltfreundlich sind, sinnvoll wäre.»

Teatronaturale/fh - Mrz 2024

Eine gemeinsame Europol-Operation von spanischen und italienischen Polizeibehörden hat zur Beschlagnahmung von 260 000 Litern Olivenöl und elf Festnahmen geführt. Angaben der Ermittler zufolge haben die Täter Extra Vergine mit Lampantöl gestreckt. Neben dem gepanschten Öl wurden auch vier Fahrzeuge, digitale Dokumente, 91 000 Euro in bar und andere materielle Beweismittel sichergestellt, die auf einen internationalen Fälscherring hindeuten. Ausgelöst wurde die ganze Aktion durch die Routinekontrolle der Ladung eines Tankwagens unweit der spanischen Stadt Ciudad Real.
Im Rahmen der Ermittlungen wurden auch drei Ölmühlen in der Toskana und in Sizilien überprüft, von denen angenommen wird, dass sie direkt an der illegalen Operation beteiligt sind. Es wurden mehrere Steuerunterlagen und Kundenlisten beschlagnahmt, Ölproben entnommen und ein Unternehmen bereits wegen vorschriftswidriger Etikettierung seiner Produkte bestraft.

Oliveoiltimes/Teatronaturale/fh - Dez 2023

In Apulien gerät der Olivenölsektor immer mehr ins Visier er organisierten Kriminalität. Komplette Olivenernten verschwinden über Nacht, Traktoren und anderes Landwirtschaftsgerät werden gestohlen, sogar Bewässerungsanlagen, Düngemittel und andere Produkte zur Behandlung der Pflanzen. Fahrzeuge, die geerntete Oliven transportieren, werden eskortiert, als seien es Geldtransporter, private Wachdienste werden bedroht, Pflanzen mutwillig zerstört, um die Besitzer nach Mafia-Manier einzuschüchtern. So dramatisch stellt sich laut Gennaro Sicolo, Präsident des regionalen Landwirtschaftsverbandes CIA Puglia, die Situation in Apulien während der aktuellen Erntekampagne in der bereits vom Bakterium Xylella fastidiosa geplagten Region dar.
„Wir sind der Meinung, dass es nötig ist, eine regionale Polizei für den ländlichen Raum zu schaffen, die über spezifische Kompetenzen, Bereiche und Eingriffsrechte verfügt, um der organisierten Kriminalität auf dem Lande wirksamer begegnen zu können“, fordert Sicolo. Er halte es neben einem Ausbau der elektronischen Überwachung durch Kameras sogar für angemessen, das Militär einzusetzen, wenn sich die Situation weiter verschärfe.

Teatronaturale/fh - Nov 2023

Die maschinelle, nächtliche Olivenernte ist in den spanischen Regionen Andalusien und Extremadura in der Erntekampagne 2023/24 verboten. Die 2019 auf öffentlichen Druck erstmals eingeführte und seitdem jährlich wiederholte Maßnahme soll die Dezimierung der Zugvogelbestände schützen, die in großer Zahl über die iberische Halbinsel ziehen und die Olivenhaine als Rastplatz und zur Nahrungssuche nutzen, wobei sie oft in die im superintensiven Olivenanbau genutzten Überzeilen-Vollernter geraten. Die Besitzer der riesigen Olivenanlagen versuchen, die nachts ausgefallenen Erntearbeiten durch verstärkten Einsatz der Vollernter am Tag auszugleichen.

Teatronaturale/fh - Nov 2023

Marokko hat vor dem Hintergrund der Olivenknappheit im gesamten Mittelmeerraum ein Exportverbot für Oliven und Olivenöl erlassen. Der zweitgrößte Olivenproduzent Nordafrikas und weltweit neuntgrößte Produzent will damit bei weltweit steigenden Preisen die Kaufkraft schützen und die Versorgung des heimischen Marktes sichern. Für die aktuelle Ernte beläuft sich die Produktion nach Angaben Marokkos auf 156 000 Tonnen Olivenöl, etwas weniger als im vorausgegangenen Rekordjahr mit 200 000 Tonnen Öl.

Gamberorosso/fh - Nov 2023

In Palermo hat die Polizei über 30 Tonnen aus dem apulischen Andria stammenden Olivenöls beschlagnahmt, das für ein Unternehmen in der Region Trapani bestimmt war. Bei einer standardmäßig durchgeführten Kontrolle im Hafen der sizilianischen Hauptstadt waren Proben entnommen worden, die sich in der Laboranalyse als nicht qualitätskonform mit der Bezeichnung Extra Vergine herausstellten, wie das Öl deklariert war. Die Beamten beschlagnahmten daraufhin den gesamten Container, in dem sich 30 Tonnen des falsch deklarierten Öls befanden, und erstatteten bei der Staatsanwaltschaft Anzeige wegen versuchtem Handelsbetrug gegen den Lieferanten aus Andria.

Teatronaturale/fh - Jun 2023

Die vom Bakterium Xylella fastidiosa gebeutelten, teilweise mehrere Jahrhunderte alten Olivenbäume Apuliens sollen durch Veredelung mit resistenten Sorten am Leben gehalten werden. In der Piana degli Ulivi Monumentali, einem Gebiet zwischen den Gemeinden Ostuni, Fasano, Carovigno (alle Provinz Brindisi) und Monopoli (Provinz Bari), ist bereits ein Drittel der monumentalen Olivenbäume nicht mehr zu retten. Für die anderen beginnt erst jetzt, zehn Jahre nach Ausbruch der Xylella-Epidemie, ein Aufforstungsprogramm, bei dem den erkrankten Bäumen Stecklinge resistenter Sorten wie Leccino oder FS 17 aufgepfropft werden. Die ersten 100 Bäume wurden zu Frühlingsbeginn in Carovigno veredelt. Das Projekt wird vom nationalen Forschungsrat CNR, den Landwirtschaftsverbänden Coldiretti und Unaprol, den Umweltschutzorganisationen Legambiente, AzzeroCO2 und dem Möbelhersteller Ikea Italia unterstützt.

Teatronaturale/fh - Mrz 2023

Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA hat ein wissenschaftliches Gutachten zu den Mineralöl-Kohlenwasserstoff-Gruppen MOSH und MOAH veröffentlicht und deren Risikobewertung aktualisiert. Nach jüngsten Erkenntnissen sind die gesättigten Kohlenwasserstoffe (MOSH) gesundheitlich unbedenklich, während es bei den aromatischen Mineralöl-Kohlenwasserstoffen (MOAH) „Anlass zu gesundheitlichen Bedenken“ geben könne.
Nach Angaben des Projektleiters James Kevin Chipman schädigten die in Lebensmitteln häufiger vorkommenden MOSH zwar in Versuchen die Leber eines bestimmten Stammes von Ratten, doch gebe es Hinweise darauf, dass dies für den Menschen nicht relevant sei.
Die Untersuchung verschiedener Arten von MOAH brachte hingegen zutage, dass einer davon genotoxische Stoffe enthält, die die Zell-DNA schädigen und Krebs verursachen können.
Die Festlegung eines konkreten Grenzwerts für die in Lebensmitteln nur selten gefundenen MOAH ist aber nach Angaben der EFSA momentan noch nicht möglich. Sie empfiehlt weitere Forschungen, um das Vorkommen von MOAH „in Lebensmitteln zu quantifizieren, und die Erhebung von Toxizitätsdaten, um die (…) Risiken besser bewerten zu können.“ Auch für die unbedenklichen MOSH sind laut EFSA noch Langzeitstudien zu möglichen langfristigen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit nötig.
Weiterführende Informationen zu den Mineralöl-Kohlenwasserstoffen sind in der Merum-Herbstausgabe 3/2022 zu finden (S. 56).

EFSA/fh - Mrz 2023

21 Festnahmen, fünf Ermittlungsverfahren wegen Diebstahls, Betrug und Hehlerei sowie 6000 Liter beschlagnahmtes Olivenöl aus gestohlenen Früchten, so die Bilanz einer Polizeioperation in der Nähe von Madrid. Die Festnahmen erfolgten am 17. März im Rahmen von Durchsuchungen zweier verdächtiger Ölmühlen durch die Guardia Civil in Toledo und Guadalajara. Die Behörden sind aktiv geworden, nachdem ein Bauer in der Region Madrid den Diebstahl von 8400 Kilogramm frisch geernteten Oliven angezeigt hatte. Im Februar wurden dann fünf Personen in flagranti beim Abtransport eines Teils der Oliven ertappt, was nach weiteren Ermittlungen zur Durchsuchung der Ölmühlen führte. Der Diebstahl von Oliven ist in Spanien nicht zuletzt aufgrund gestiegener Olivenölpreise durch knappe Ernten ein zunehmendes Phänomen. Im Jahr 2022 hatte die Guardia Civil 204 Tonnen gestohlene Oliven in Andalusien sichergestellt und zwei kriminelle Organisationen zerschlagen.

Guardia Civil/OliveOilTimes/fh - Mrz 2023

Nach der bereits erfolgten Anerkennung durch das italienische Landwirtschaftsministerium hat Anfang Dezember 2022 auch die EU-Kommission grünes Licht für die Einführung der geschützten geographischen Angabe Campania IGP gegeben (IGP=Indicazione geografica protetta). Die Region Kampanien hat damit sechs Herkunftsangaben für Olivenöl vorzuweisen: neben der neuanerkannten IGP Campania sind dies die geschützten Herkunftsangaben (DOP=Denominazione di origine protetta) Cilento DOP, Colline Salernitane DOP, Irpinia – Colline dell’Ufita DOP, Penisola Sorrentina DOP und Terre Aurunche DOP.

Teatronaturale/fh - Dez 2022