In einer groß angelegten Operation in ganz Italien hat die Polizei mehrere Fälle von Ölbetrug aufgedeckt. Bei 183 Kontrollen im Rahmen der Operation „Verum et Oleum“ wurden insgesamt 2000 Tonnen gefälschtes Extra-Vergine-Öl beschlagnahmt. Die Ermittler hatten sowohl Ölmühlen als auch die wichtigsten Eingangsshäfen für Ölimporte kontrolliert. Von den entnommenen Proben entsprachen 2,3 Millionen Liter des als solches etikettierten Extra Vergine, also fast ein Drittel der kontrollierten Gesamtmenge, bestenfalls Vergine-Qualität. Ein Schwerpunkt der illegalen Aktivitäten soll sich nach Angaben des Magazins Teatronaturale in der Gegend um Spoleto in Umbrien befinden, wo gegen eine große Zahl von Verdächtigen ermittelt wird. Die Polizei beschlagnahmte neben dem gefälschten Öl auch Vermögenswerte in Höhe von 170 000 Euro, gegen die Verdächtigen wurden Geldstrafen in Höhe von insgesamt zehn Millionen Euro verhängt.

Teatronaturale/fh - Mai 2022

In einer archäologischen Ausgrabungsstätte an der marokkanischen Atlantikküste entdeckten Wissenschaftler Belege dafür, dass die dort ansässige Bevölkerung die Früchte wilder Olivenbäume als Nahrungsmittel nutzten. Die Kerne verwendeten sie genau wie das Holz als Brennstoff. Dies zeigen Funde in einer Höhle nahe der marokkanischen Hauptstadt Rabat. Das vor Ort tätige internationale Forscherteam untersucht, welche Pflanzen der damals lebende frühe Homo sapiens sammelte, und war nach eigenen Angaben überrascht, in dieser Region Marokkos auf die Reste von Oliven zu stoßen, weil man bisher davon ausgegangen war, dass dort damals keine wuchsen.
Die Analyse des in der Höhle gefundenen Brennguts ergab, dass dieses zu drei Vierteln vom wilden Olivenbaum der Art Oleus europaea stammt. Zudem fanden die Forscher heraus, dass die als Feuerholz genutzten Zweige von Früchten befreit worden waren, während die direkt neben der Feuerstelle gefundenen Fruchtfragmente darauf hindeuten, dass die Oliven verspeist und anschließend die Kerne ins Feuer geworfen wurden.
Die Kultivierung des Olivenbaums zur gezielten agrarischen Nutzung begann nach heutigen Erkenntnissen erst vor rund 6000 Jahren im Neolithikum.

Oliveoiltimes/fh - Mai 2022

Die EU hat ein Forschungsprojekt zur Suche nach Xylella-resistenten oder -toleranten Olivensorten ausgeschrieben. Dem Gewinner der am 18. Oktober 2021 endenden Ausschreibung sollen für einen Zeitraum von 35 Monaten 56 487,20 Euro zur Verfügung gestellt werden. Ziel ist die Entdeckung weiterer widerstandsfähiger Olivensorten neben den bereits dafür bekannten Leccino und Favolosa.

Teatronaturale/fh - Okt 2021

Bioarchäologische Untersuchungen der Überreste von im Jahre 79 n. Chr. durch den Ausbruch des Vesuvs in Herculaneum gestorbenen Personen brachten detaillierte neue Erkenntnisse über die Ernährungsgewohnheiten seiner Bewohner an den Tag. Durch die Bestimmung der stabilen, d.h. nicht dem radioaktiven Zerfall im Laufe der Zeit ausgesetzten Aminosäure-Isotopenwerte aus Knochenkollagen und die Verwendung von Bayes’schen Wahrscheinlichkeitsmodellen, die das Wissen über die Proteinsynthese einbeziehen, konnten Forscher der Universität York (England) die Ernährung von 17 Erwachsenen aus Herculaneum mit einer noch nie dagewesenen Genauigkeit rekonstruieren.

Bereits bekannt war, dass Olivenöl eine wichtige Nahrungsquelle war, um den Mangel an Fett aus Fisch, Getreide, Obst und Gemüse auszugleichen, die damals zu den Grundnahrungsmitteln gehörten, und auch zur Konservierung saisonaler Lebensmittel eingesetzt wurde. Die Forscher konnten nun die verbrauchte Menge von 20 Litern Olivenöl pro Kopf und Jahr beziffern und kamen auch zu dem Ergebnis, dass der Anteil von Olivenöl an der gesamten Kalorienzufuhr der damaligen Bevölkerung bei etwa 20 Prozent lag.

Außerdem stießen sie auf Hinweise zur unterschiedlichen Ernährung von Männern und Frauen. So nahmen Männer im Durchschnitt etwa 50 Prozent mehr Proteine aus Meeresfrüchten zu sich als Frauen und konsumierten auch etwas mehr Getreideprodukte. Die Diät der Frauen wies hingegen einen höheren Prozentsatz tierischer Proteine und lokal angebauter Obst- und Gemüsesorten auf.

 

Oliveoiltimes/Teatronaturale/fh - Okt 2021

Xylella fastidiosa ist bereits seit den 1990er Jahren in Europa verbreitet, so das Ergebnis einer Studie im Rahmen des EU-geförderten Forschungsprojekts Xf-Actors, das sich mit dem Pflanzenbakterium beschäftigt. Dank genetischer Sequenzierung konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass das aus Amerika stammende Bakterium schon mehrfach in Italien, Spanien und Frankreich aufgetreten war, bevor es 2013 in Apulien entdeckt wurde, wo die Unterart pauca ST53 Olivenbäume befällt. Auf der Balearen-Insel Mallorca ist das Bakterium bereits seit Mitte der 1990er-Jahre mit verschiedenen Unterarten präsent, blieb aber jahrzehntelang unerkannt, auch weil die Symptome eines Befalls mit denen von anderen Schädlingen oder Trockenstress verwechselt wurden.

 

Ansa/Teatronaturale/fh - Jun 2021

Auf der Halbinsel Monte Argentario in der südlichen Toskana wurde Mitte März eine starke Zunahme von Xylella fastidiosa festgestellt. Das betroffene Gebiet umfasst etwa drei Hektar mediterrane Macchia zwischen Giannella, Orbetello und Orbetello Scalo. Die bereits im Dezember 2018 erstmals dort aufgetretene Unterart Xylella fastidiosa multiplex stellt im Gegensatz zur in Apulien vorherrschenden Subspezies pauca ST 53 keine Bedrohung für die Olivenbäume dar.
Die Region Toskana und die Gemeinde Orbetello haben bereits reagiert und die infizierten und alle weiteren Pflanzen im Umkreis von 50 Metern um den jeweiligen Wirt gerodet, wie es die geltenden EU-Gesetze vorschreiben. Zudem soll die 2,5 Kilometer breite Pufferzone rund um die Halbinsel noch strenger überwacht werden.

Infoxylella/fh - Mrz 2021

Spaniens Olivenölexporte in die Vereinigten Staaten sind 2020 um 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Das gab der spanische Landwirtschaftsverband Cooperativas agro-alimentarias Anfang März bekannt. Gründe für den dramatischen Niedergang der Ausfuhren sollen neben den im Oktober 2019 von der Trump-Administration eingeführten, 25-prozentigen Strafzöllen auf einige EU-Produkte – darunter Oliven und Olivenöl aus Spanien – auch eine um 250 000 Tonnen geringer als erwartet ausgefallene Olivenernte in Andalusien sein. Spanien sei damit bei den Exportzahlen auf den Stand der frühen 90er-Jahre zurückgefallen. Andere Länder haben hingegen von den US-Strafzöllen profitiert: So konnte Tunesien seine Ausfuhren nach Angaben US-amerikanischer Behörden um 700, Portugal sogar um 850 Prozent steigern.

Agro-Alimentarias/Oliveoiltimes/fh - Mrz 2021

In den Vorverhandlungen zum Gerichtsprozess in einem der größten Ölbetrugsfälle der Toskana haben sich Ende Juli die leitende Staatsanwältin Raffaella Capasso und 18 der 31 Angeklagten auf einen Vergleich geeinigt. Das dabei erzielte Strafmaß für die 18 Angeklagten, die einen Vergleichsantrag gestellt hatten, reicht von 10 000 Euro Geldstrafe bis zu zweijährigen Haftstrafen auf Bewährung.
Nach italienischem Recht gestehen die Angeklagten damit nicht ihre Schuld ein, akzeptieren aber die Strafe. Die übrigen Angeklagten, darunter Massimo Neri von der Kooperative Olma und Marcello Dragoni, damals Direktor der Montalbano Spa, setzen hingegen darauf, in einem noch zu terminierenden Gerichtsprozess ihre Unschuld beweisen zu können.
Die Untersuchungen hatten 2015 aufgrund eines Hinweises des Konsortiums IGP Toscano begonnen und schließlich zur Aufdeckung eines groß angelegten Herkunftsbetrugs geführt. So konnte mittels DNA-Test nachgewiesen werden, dass 20 000 Liter als IGP Toscano deklarierten Olivenöls aus Apulien und Griechenland stammten (siehe Merum 4/2016 und 3/2019).

Teatronaturale/fh - Dez 2020

Mit dem am 18. September veröffentlichten siebten Update der vergangenen Juni begonnenen, aktuellen Kontrollkampagne steigt die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen mit Xylella fastidiosa pauca ST 53 in der Eindämmungszone (zona di contenimento) im nördlichen Salento auf 67. Neben der Entdeckung von drei neuen Infektionsherden, einer davon nur wenige hundert Meter von der Grenze zwischen Eindämmungs- und Pufferzone entfernt, bereitet vor allem die stark gestiegene Zahl infizierter Olivenbäume (37) nahe Fasano in der sogenannten Piana degli Ulivi monumentali Sorge, wo eine Vielzahl bis zu tausend Jahre alter Olivenbäume wachsen.

Infoxylella/fh - Dez 2020

Nach der Entdeckung fünf neuer Infektionsherde an der Adriaküste bei Monopoli (Provinz Bari) wurde die zur Eindämmung des Pflanzenbakteriums Xylella fastidiosa pauca ST53 geschaffene Pufferzone am 12. November angepasst. Die Grenzen des Infektionsgebiets (zona infetta) und der sogenannten Eindämmungszone (zona contenimento) an dessen nördlichem Rand bleiben unverändert.
Die Pufferzone (zona cuscinetto) gehört nicht zum eigentlichen Infektionsgebiet, wird aber besonders intensiv überwacht, weil dieser zehn Kilometer breite Landstreifen eine Art letzte Barriere zum Infektionsgebiet bildet. Die fünf neuen Ausbrüche bei Monopoli liegen innerhalb dieser Pufferzone, wurden aber der aktualisierten europäischen Pflanzenschutzpolitik entsprechend als punktförmige Infektionsherde definiert. Das heißt, dass die infizierten Pflanzen und alle potenziellen Wirtspflanzen im Umkreis von 50 Metern gerodet werden müssen, während die Pufferzone nur um die neuen Infektionsherde bei Monopoli herum um knapp drei Kilometer nach Norden erweitert wurde. Der Rest der Pufferzone bleibt ebenfalls unverändert.

Agronotizie/fh - Dez 2020