Die Brüsseler EU-Parlamentarier haben mit großer Mehrheit einen Vorschlag des Umweltausschusses der EU-Kommission zur Reduktion von Pflanzenschutzmitteln um 50 Prozent bis zum Jahr 2030 abgelehnt. 299 Parlamentarier stimmten gegen strengere Regeln, 207 dafür und 121 enthielten sich. Das Abstimmungsergebnis fand bei Landwirtschaftsverbänden wie Confagricultura und Copagri große Zustimmung, während sich Umweltschutzverbände doppelt enttäuscht zeigten, nachdem gerade erst die Genehmigung für das umstrittene Herbizid Glyphosat um zehn Jahre verlängert worden war (siehe unsere Meldung „EU: Glyphosat-Genehmigung für zehn Jahre verlängert“).

 

Gamberorosso/Teatronaturale/fh - Nov 2023

Die Europäische Kommission hat die Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat um weitere zehn Jahre verlängert. Die Entscheidung der Kommissare kam zustande, weil im Berufungsausschuss in zwei Abstimmungsrunden weder eine qualifizierte Mehrheit für eine Neuzulassung noch für ein Verbot des Wirkstoffes zustande kam, dessen Genehmigung am 15. Dezember 2023 ausläuft. Eine qualifizierte Mehrheit liegt vor, wenn sich mindestens 55 Prozent der EU-Staaten, die zusammen 65 Prozent der Gesamtbevölkerung bilden, gemeinsam stimmen.
Zu den Staaten, die in zwei Abstimmungsrunden nicht gegen eine Verlängerung gestimmt haben, gehört auch Italien. Am 13. Oktober hatte Italien sogar noch für eine Neuzulassung gestimmt, wenn auch unter der Bedingung, dass der Glyphosat-Einsatz kurz vor der Ernte untersagt wird. Weil ein solches Verbot – zumindest auf EU-Ebene – nicht zustande kam, hat sich Italien in der zweiten Abstimmungsrunde am 16. November 2023 enthalten. Mitgliedstaaten haben zwar nicht die Möglichkeit, Glyphosat komplett zu verbieten, können aber den Einsatz auf nationaler und regionaler Ebene einschränken.

Gamberorosso/fh - Nov 2023

Die Europäische Kommission hat einen Änderungsvorschlag zur Handhabung gentechnisch veränderter Pflanzen vorgelegt. Nach Ansicht der Kommissare können cisgenetische Verfahren wie die Gen-Schere Crispr/Cas dazu beitragen, Pflanzen mit höherer Resistenz gegen Schädlinge und Folgen des Klimawandels zu züchten, um auf weniger Pestizide und Düngemittel angewiesen zu sein. Eine Zulassung gentechnisch veränderten Pflanzenmaterials soll jedoch nach den Plänen an Bedingungen geknüpft sein: Erstens dürfen keine artfremden Gene in den neuen Organismus eingeführt werden und zweitens die Zahl der veränderten Gene 20 nicht überschreiten. Insgesamt sollten die durch das Verfahren erreichten Änderungen nicht größer sein als solche, die auch durch konventionelle Pflanzenzucht (in einem wesentlich längeren Zeitraum) erreichbar wären. In der Bio-Landwirtschaft soll das Verfahren aber weiterhin verboten bleiben.
Der Vorschlag der EU-Kommission stützt sich auf Untersuchungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA, nach denen von mittels neuer Gentechnik gezüchteten Pflanzen kein größeres Risiko ausgehe als von konventionellen. Bis zum Inkrafttreten der neuen Verordnung muss diese noch die Zustimmung des Europäischen Rats und Parlaments bekommen, was voraussichtlich bis 2024 geschehen wird.
In einigen Nicht-EU-Ländern ist das Verfahren bereits zugelassen. So gibt es in den USA Senf mit weniger Bitterstoffen und auf den Philippinen Bananen, die nicht braun werden.

Gamberorosso/fh - Jul 2023

In der Emilia-Romagna gab es am 3. Mai heftige Regenfälle, die Überschwemmungen und Erdrutsche auslösten. Nach Angaben des Wetterobservatoriums Arpae Emilia-Romagna fiel in 36 Stunden mit 200 Millimetern die Regenmenge, die im Durchschnitt in einem Vierteljahr fällt. Die Überschwemmungen verursachten zwei Todesopfer, mehr als 500 Menschen mussten evakuiert werden. Daneben wurden auch Weinberge, Olivenhaine und andere landwirtschaftliche Nutzflächen beschädigt, die einige Wochen zuvor bereits durch Spätfröste in Mitleidenschat gezogen worden waren. Da viele Straßen in den am stärksten betroffenen Gebieten noch nicht passierbar sind, lassen sich die genauen Schäden noch nicht beziffern.
Betroffen sind vor allem die Provinzen Bologna und Ravenna, insbesondere die Stadt Faenza, die in einem Becken liegt, wo das Wasser aus mehreren Tälern zusammenfließt. In den Hügeln waren vor allem die Gemeinden Modigliana und Brisighella betroffen, wo von zerstörten Weinbergen und Olivenhainen berichtet wird.

Gamberorosso/fh - Mai 2023

Das Statistikinstitut ISTAT hat die Ergebnisse einer allgemeinen Datenerhebung im Landwirtschaftssektor veröffentlicht. Dabei stellte sich heraus, dass die Zahl der Betriebe deutlich zurückging, während die mittlere Betriebsgröße zunahm. Im Oktober 2020 wurden 1 133 023 landwirtschaftliche Betriebe gezählt, zwei Drittel weniger als im Jahr 1982, in dem eine vergleichbare Erfassung durchgeführt worden war. Besonders stark war der Rückgang in den vergangenen 20 Jahren, in denen sich die Zahl der Betriebe halbiert hat (2000: 2,4 Millionen Betriebe).
Die Reduzierung der Betriebszahl brachte eine Zunahme der mittleren landwirtschaftlichen Nutzfläche mit sich: von 5,1 auf 11,1 Hektar seit 1982. Im Jahr 2020 machten Kleinbetriebe mit bis zu einem Hektar Nutzfläche nur ein Fünftel der Gesamtbetriebszahl aus, im Jahre 2000 waren es mit 40 Prozent noch doppelt so viele. Gleichzeitig verdoppelte sich in diesem Zeitraum der Anteil der mittelgroßen Betriebe mit zehn bis 100 Hektar Nutzfläche von 8,9 auf 20,2 Prozent. Lediglich der Anteil der Großbetriebe mit über 100 Hektar Fläche blieb mit 1,6 Prozent unverändert gering.
ISTAT zufolge hat in den letzten zehn Jahren auch die Zahl der Betriebe, die ausschließlich Flächen in Eigenbesitz bearbeiten, deutlich verringert. Gestiegen ist hingegen die Zahl der Betriebe, die neben der Landwirtschaft noch auf andere damit verbundene Einnahmequellen setzen. An erster Stelle steht der Betrieb eines Agriturismo: Von den über 65 000 Betrieben, die nicht nur Landwirtschaft betreiben, haben 38 Prozent ein Agriturismo. 18 Prozent übernehmen landwirtschaftliche Dienstleistungen für Dritte und 17 Prozent produzieren erneuerbare Energien. Bemerkenswert ist, dass sich die Zahl der Betriebe mit eigener Energieproduktion in den letzten zehn Jahren verdreifacht hat, auch die Zahl der Agriturismi ist um 16 Prozent gewachsen.

Teatronaturale/fh - Jul 2022

Die Liste des immateriellen Weltkulturerbes der Unesco wird um einen italienischen Eintrag erweitert: Die historische Praxis der Trüffelsuche und -ernte wurde nach achtjährigem Bewerbungs- und Anerkennungsprozess am 16. Dezember offiziell als schützenswerte Tradition anerkannt. Italien ist in der Liste bereits mit 15 Einträgen (allein oder zusammen mit anderen Ländern) vertreten, darunter einige, die mit Landwirtschaft und Lebensmitteln zu tun haben wie die mediterrane Diät, die Kunst der neapolitanischen oder Pizzabäcker, die Alberello-Reberziehung in Bäumchenform auf der Insel Pantelleria und das Errichten von Trockenmauern in Weinbergen oder Olivenhainen.

Gamberorosso/Unesco/fh - Jan 2022

Dem jüngsten Bericht des nationalen Waldinventars zufolge befinden sich Italiens Wälder in kontinuierlichem Wachstum. Fläche und Biomasse und mit diesen die Fähigkeit, Kohlenstoffdioxid zu speichern, nahmen seit der letzten Erhebung 2005 kontinuierlich zu. So wuchs die Waldfläche um 586 925 Hektar auf 11 054 458 Hektar an, was 36,7 Prozent der nationalen Fläche Italiens entspricht. Die Biomasse, an der sich die Beständigkeit der italienischen Wälder ablesen lässt, stieg im gleichen Zeitraum um 18,4 Prozent, von 144,9 auf 165,4 Kubikmeter pro Hektar Wald. Damit wuchs auch die Speicherkapazität für Kohlendioxid von 1798 auf 2088 Millionen Tonnen an, also 290 Millionen Tonnen CO₂ mehr, die der Atmosphäre entzogen werden.

 

Teatronaturale/fh - Okt 2021

Die Europäische Kommission subventioniert ein Forschungsprojekt der Universität Jaén zur Xylella-Bekämpfung. Ziel des Projekts ist es, ein neues intelligentes Biopestizid auf der Grundlage von Bakteriensporen zu entwickeln, das sowohl auf die Bekämpfung des Überträgerinsekts – die Wiesenschaumzikade – als auch die Behandlung mit Xylella fastidiosa infizierter Bäume ausgerichtet ist.

Während die Verwendung von Sporen in der Medizin nicht neu ist, versuchen die Forscher, das Konzept durch die Entwicklung von Sporen als Träger von Biopestiziden zu erweitern. Zu diesem Zweck werden im Rahmen der Studie die bakteriellen Kandidaten aus Vektoren und Olivenhainen isoliert. In einem Aktivitätsscreening sollen neue antimikrobielle Peptide identifiziert werden, die gegen Xylella fastidiosa wirken. Die Bakteriensporen werden dann so manipuliert, dass sie die Wirkstoffe im Kern speichern können und diese dabei gegen biologischen Abbau und physikalisch-chemische Einflüsse geschützt sind. Das so gewonnene Protein wird dann im Feldversuch während der Keimung der Sporen in die Umwelt freigesetzt.

 

 

Oliveoiltimes/fh - Sep 2021

Das Roero soll die erste herbizidfreie Appellation des Piemonts werden. So will es das Konsortium, das sich mit einem entsprechenden Vorschlag an die Gemeinden des Anbaugebiets gewandt hat. Schon vor zwei Jahren hatten die Mitglieder dafür gestimmt, den Schutz der Landschaft – die bereits seit 2014 gemeinsam mit den Langhe und dem Monferrato zum Unesco-Welterbe gehört – und den Erhalt der Artenvielfalt stärker zu fördern. Mit dem jetzigen Vorschlag soll das Verbot von Herbiziden in der kommunalen Gesetzgebung der Roero-Gemeinden festgeschrieben werden, wodurch Verstöße auch von der Forstpolizei geahndet werden könnten.
Italienischer Vorreiter beim Zurückschrauben des Herbizidgebrauchs ist die Appellation Prosecco DOC, die bereits 2017 in Zusammenarbeit mit den Gemeinden ein Chemieverbot erließ, beim Prosecco Superiore DOCG gibt es ähnliche Initiativen.

Consorzio Roero/Winenews/fh - Jul 2021

Die USA und die EU haben sich am Rande des G7-Gipfels in St. Ives (Vereinigtes Königreich) am 13. Juni auf eine Aufhebung der gegenseitigen Strafzölle geeinigt. Die im Rahmen des Streits um staatliche Subventionen für den Flugzeugbauer Airbus im Oktober 2019 von der Trump-Administration eingeführten 25-prozentigen Sonderabgaben waren bereits am 11. März dieses Jahres durch ein vorläufiges Moratorium für sechs Monate außer Kraft gesetzt worden und sind nun für mindestens fünf Jahre offiziell ausgesetzt.
Während der italienische Wein nicht von den Zöllen betroffen war, sorgte die Nachricht vor allem in der von zollbedingten Gewinneinbußen betroffenen Wurst-, Käse- und Likörindustrie Italiens für große Erleichterung.

Gamberorosso/fh - Jun 2021