Der im Salento vorherrschende Stamm Xylella fastidiosa pauca ST53 befällt auch Pistazienbäume (Pistacia vera). Dies ergaben Untersuchungen des regionalen Pflanzenschutzdienstes der Region Apulien, die inzwischen von der Europäischen Pflanzenschutzbehörde offiziell bestätigt wurden. Die Anzahl der potenziellen Wirtspflanzen des apulischen Xylella-Stammes erhöht sich damit auf 35. Das Ergebnis ist bedauerlich, weil Pistazienkulturen als anspruchslos und besonders geeignet für den Anbau auf trockenen Böden in heißem Klima gelten und daher für einige Landwirte als mögliche Ergänzung oder Ersatz für zerstörte Olivenkulturen gehandelt wurden.

Infoxylella/fh - Jun 2021

Spätfröste mit Nachttemperaturen deutlich unter null Grad haben in der Woche nach Ostern in Nord- und Mittelitalien Schäden an Weinbergen sowie im Obst- und Gemüseanbau verursacht.
Der Landwirtschaftsverband CIA schätzt, dass 50 bis 75 Prozent der landwirtschaftlichen Anbauflächen im Norden und Zentrum Italiens von Frösten heimgesucht wurden. Weinberge sind vor allem in der Toskana, im Veneto und im Piemont betroffen, in der Emilia Romagna und im Trentino trifft es den Obstanbau am härtesten. In der Emilia wurde aber auch ein Großteil der Lambrusco-Triebe beschädigt.
Besonders stark hat es das Piemont erwischt: Für die Nebbiolo-Weinberge der Provinz Alba wird ein Produktionsverlust von 50 Prozent befürchtet, bei Brachetto, Barbera und Moscato in großen Teilen der Provinz Alessandria sogar von bis zu 80 Prozent.
Im Veneto wurden vor allem die Prosecco-Sorte Glera sowie Chardonnay und die Pinot-Sorten in Mitleidenschaft gezogen.
Frostschäden werden auch aus der lombardischen Provinz Piacenza gemeldet, wo insbesondere Malvasia, Ortrugo und Chardonnay in Tallagen sowie jungen Weinbergen beschädigt wurden.
In Montalcino hatten die Winzer in der Nacht vom 7. auf den 8. April in den Weinbergen Strohfeuer entzündet, um Frostschäden vorzubeugen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen gibt es nach Angaben von Konsortiumspräsident Fabrizio Bindocci jedoch keine bedeutenden Schäden: „Ein guter Teil der Knospen ist noch in der Ruhephase, bei den anderen sind wir auf einen zweiten Austrieb angewiesen. Es hat Erfrierungserscheinungen gegeben, aber der zweite Austrieb wird die Dinge wieder in Ordnung bringen.“ Auch aus dem Val di Cornia im Süden der Provinz Livorno, den Colli Fiorentini sowie den übrigen toskanischen Provinzen werden Frostschäden gemeldet.
Grund zur Klage gibt es auch in Umbrien. Dem Präsidenten des Konsortiums Montefalco, Filippo Antonelli zufolge ist der spät austreibende Sagrantino nicht betroffen, bei Sangiovese, Grechetto und Merlot seien hingegen Mindererträge zu befürchten, die sich aber noch nicht beziffern ließen.
Aus dem Latium meldet der Bauernverband Coldiretti bedeutende Verluste im Obst- und Gemüseanbau, aber auch an Weinbergen der Castelli Romani rund um Rom.
Mehr zu Spätfrösten und möglichen Gegenmaßnahmen im Weinbau im Artikel von Maurizio Gily in Merum 3/2017.

Ansa/Gonews/Ilsole24ore/Konsortium Brunello/Repubblica/fh - Apr 2021

Das gerade abgeschlossene zweite Jahrzehnt des neuen Jahrtausends war für Italien das heißeste Jahrzehnt seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Das ergab die Auswertung der Klimadaten der letzten vier Jahrzehnte durch Wissenschaftler vom Institut für Atmosphären- und Klimaforschung des nationalen Forschungsrats CNR. Seit 1980 sind die Durchschnittstemperaturen in Italien kontinuierlich um 0,45 Grad pro Jahr und damit schneller als der globale Durchschnitt gestiegen (im Vergleich dazu weltweit: +0,17°C).
Das Jahr 2019 geht mit 0,96 Grad Celsius über dem Durchschnitt der Referenzperiode (1981-2020) als viertheißestes Jahr seit 1800 in die Geschichtsbücher ein (heißer waren nur 2014, 2015 und 2018), die Monate Juni (+2,57°C im Vergleich zur Referenzperiode) und Dezember (+1,9°C) waren sogar die jeweils zweitheißesten seit 1800.
Kurz vor Veröffentlichung der Daten für Italien hatten die Vereinten Nationen das Jahr 2019 bereits zum weltweit drittheißesten jemals aufgezeichneten Jahr erklärt, dessen Temperaturen um 1,1 Grad über dem Mittel der vorindustriellen Zeit gelegen habe.

Ansa/Teatronaturale/fh - Jan 2020