Die Liste des immateriellen Weltkulturerbes der Unesco wird um einen italienischen Eintrag erweitert: Die historische Praxis der Trüffelsuche und -ernte wurde nach achtjährigem Bewerbungs- und Anerkennungsprozess am 16. Dezember offiziell als schützenswerte Tradition anerkannt. Italien ist in der Liste bereits mit 15 Einträgen (allein oder zusammen mit anderen Ländern) vertreten, darunter einige, die mit Landwirtschaft und Lebensmitteln zu tun haben wie die mediterrane Diät, die Kunst der neapolitanischen oder Pizzabäcker, die Alberello-Reberziehung in Bäumchenform auf der Insel Pantelleria und das Errichten von Trockenmauern in Weinbergen oder Olivenhainen.

Gamberorosso/Unesco/fh - Jan 2022

Dem jüngsten Bericht des nationalen Waldinventars zufolge befinden sich Italiens Wälder in kontinuierlichem Wachstum. Fläche und Biomasse und mit diesen die Fähigkeit, Kohlenstoffdioxid zu speichern, nahmen seit der letzten Erhebung 2005 kontinuierlich zu. So wuchs die Waldfläche um 586 925 Hektar auf 11 054 458 Hektar an, was 36,7 Prozent der nationalen Fläche Italiens entspricht. Die Biomasse, an der sich die Beständigkeit der italienischen Wälder ablesen lässt, stieg im gleichen Zeitraum um 18,4 Prozent, von 144,9 auf 165,4 Kubikmeter pro Hektar Wald. Damit wuchs auch die Speicherkapazität für Kohlendioxid von 1798 auf 2088 Millionen Tonnen an, also 290 Millionen Tonnen CO₂ mehr, die der Atmosphäre entzogen werden.

 

Teatronaturale/fh - Okt 2021

Die Europäische Kommission subventioniert ein Forschungsprojekt der Universität Jaén zur Xylella-Bekämpfung. Ziel des Projekts ist es, ein neues intelligentes Biopestizid auf der Grundlage von Bakteriensporen zu entwickeln, das sowohl auf die Bekämpfung des Überträgerinsekts – die Wiesenschaumzikade – als auch die Behandlung mit Xylella fastidiosa infizierter Bäume ausgerichtet ist.

Während die Verwendung von Sporen in der Medizin nicht neu ist, versuchen die Forscher, das Konzept durch die Entwicklung von Sporen als Träger von Biopestiziden zu erweitern. Zu diesem Zweck werden im Rahmen der Studie die bakteriellen Kandidaten aus Vektoren und Olivenhainen isoliert. In einem Aktivitätsscreening sollen neue antimikrobielle Peptide identifiziert werden, die gegen Xylella fastidiosa wirken. Die Bakteriensporen werden dann so manipuliert, dass sie die Wirkstoffe im Kern speichern können und diese dabei gegen biologischen Abbau und physikalisch-chemische Einflüsse geschützt sind. Das so gewonnene Protein wird dann im Feldversuch während der Keimung der Sporen in die Umwelt freigesetzt.

 

 

Oliveoiltimes/fh - Sep 2021

Das Roero soll die erste herbizidfreie Appellation des Piemonts werden. So will es das Konsortium, das sich mit einem entsprechenden Vorschlag an die Gemeinden des Anbaugebiets gewandt hat. Schon vor zwei Jahren hatten die Mitglieder dafür gestimmt, den Schutz der Landschaft – die bereits seit 2014 gemeinsam mit den Langhe und dem Monferrato zum Unesco-Welterbe gehört – und den Erhalt der Artenvielfalt stärker zu fördern. Mit dem jetzigen Vorschlag soll das Verbot von Herbiziden in der kommunalen Gesetzgebung der Roero-Gemeinden festgeschrieben werden, wodurch Verstöße auch von der Forstpolizei geahndet werden könnten.
Italienischer Vorreiter beim Zurückschrauben des Herbizidgebrauchs ist die Appellation Prosecco DOC, die bereits 2017 in Zusammenarbeit mit den Gemeinden ein Chemieverbot erließ, beim Prosecco Superiore DOCG gibt es ähnliche Initiativen.

Consorzio Roero/Winenews/fh - Jul 2021

Die USA und die EU haben sich am Rande des G7-Gipfels in St. Ives (Vereinigtes Königreich) am 13. Juni auf eine Aufhebung der gegenseitigen Strafzölle geeinigt. Die im Rahmen des Streits um staatliche Subventionen für den Flugzeugbauer Airbus im Oktober 2019 von der Trump-Administration eingeführten 25-prozentigen Sonderabgaben waren bereits am 11. März dieses Jahres durch ein vorläufiges Moratorium für sechs Monate außer Kraft gesetzt worden und sind nun für mindestens fünf Jahre offiziell ausgesetzt.
Während der italienische Wein nicht von den Zöllen betroffen war, sorgte die Nachricht vor allem in der von zollbedingten Gewinneinbußen betroffenen Wurst-, Käse- und Likörindustrie Italiens für große Erleichterung.

Gamberorosso/fh - Jun 2021

Der im Salento vorherrschende Stamm Xylella fastidiosa pauca ST53 befällt auch Pistazienbäume (Pistacia vera). Dies ergaben Untersuchungen des regionalen Pflanzenschutzdienstes der Region Apulien, die inzwischen von der Europäischen Pflanzenschutzbehörde offiziell bestätigt wurden. Die Anzahl der potenziellen Wirtspflanzen des apulischen Xylella-Stammes erhöht sich damit auf 35. Das Ergebnis ist bedauerlich, weil Pistazienkulturen als anspruchslos und besonders geeignet für den Anbau auf trockenen Böden in heißem Klima gelten und daher für einige Landwirte als mögliche Ergänzung oder Ersatz für zerstörte Olivenkulturen gehandelt wurden.

Infoxylella/fh - Jun 2021

Spätfröste mit Nachttemperaturen deutlich unter null Grad haben in der Woche nach Ostern in Nord- und Mittelitalien Schäden an Weinbergen sowie im Obst- und Gemüseanbau verursacht.
Der Landwirtschaftsverband CIA schätzt, dass 50 bis 75 Prozent der landwirtschaftlichen Anbauflächen im Norden und Zentrum Italiens von Frösten heimgesucht wurden. Weinberge sind vor allem in der Toskana, im Veneto und im Piemont betroffen, in der Emilia Romagna und im Trentino trifft es den Obstanbau am härtesten. In der Emilia wurde aber auch ein Großteil der Lambrusco-Triebe beschädigt.
Besonders stark hat es das Piemont erwischt: Für die Nebbiolo-Weinberge der Provinz Alba wird ein Produktionsverlust von 50 Prozent befürchtet, bei Brachetto, Barbera und Moscato in großen Teilen der Provinz Alessandria sogar von bis zu 80 Prozent.
Im Veneto wurden vor allem die Prosecco-Sorte Glera sowie Chardonnay und die Pinot-Sorten in Mitleidenschaft gezogen.
Frostschäden werden auch aus der lombardischen Provinz Piacenza gemeldet, wo insbesondere Malvasia, Ortrugo und Chardonnay in Tallagen sowie jungen Weinbergen beschädigt wurden.
In Montalcino hatten die Winzer in der Nacht vom 7. auf den 8. April in den Weinbergen Strohfeuer entzündet, um Frostschäden vorzubeugen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen gibt es nach Angaben von Konsortiumspräsident Fabrizio Bindocci jedoch keine bedeutenden Schäden: „Ein guter Teil der Knospen ist noch in der Ruhephase, bei den anderen sind wir auf einen zweiten Austrieb angewiesen. Es hat Erfrierungserscheinungen gegeben, aber der zweite Austrieb wird die Dinge wieder in Ordnung bringen.“ Auch aus dem Val di Cornia im Süden der Provinz Livorno, den Colli Fiorentini sowie den übrigen toskanischen Provinzen werden Frostschäden gemeldet.
Grund zur Klage gibt es auch in Umbrien. Dem Präsidenten des Konsortiums Montefalco, Filippo Antonelli zufolge ist der spät austreibende Sagrantino nicht betroffen, bei Sangiovese, Grechetto und Merlot seien hingegen Mindererträge zu befürchten, die sich aber noch nicht beziffern ließen.
Aus dem Latium meldet der Bauernverband Coldiretti bedeutende Verluste im Obst- und Gemüseanbau, aber auch an Weinbergen der Castelli Romani rund um Rom.
Mehr zu Spätfrösten und möglichen Gegenmaßnahmen im Weinbau im Artikel von Maurizio Gily in Merum 3/2017.

Ansa/Gonews/Ilsole24ore/Konsortium Brunello/Repubblica/fh - Apr 2021

Das gerade abgeschlossene zweite Jahrzehnt des neuen Jahrtausends war für Italien das heißeste Jahrzehnt seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Das ergab die Auswertung der Klimadaten der letzten vier Jahrzehnte durch Wissenschaftler vom Institut für Atmosphären- und Klimaforschung des nationalen Forschungsrats CNR. Seit 1980 sind die Durchschnittstemperaturen in Italien kontinuierlich um 0,45 Grad pro Jahr und damit schneller als der globale Durchschnitt gestiegen (im Vergleich dazu weltweit: +0,17°C).
Das Jahr 2019 geht mit 0,96 Grad Celsius über dem Durchschnitt der Referenzperiode (1981-2020) als viertheißestes Jahr seit 1800 in die Geschichtsbücher ein (heißer waren nur 2014, 2015 und 2018), die Monate Juni (+2,57°C im Vergleich zur Referenzperiode) und Dezember (+1,9°C) waren sogar die jeweils zweitheißesten seit 1800.
Kurz vor Veröffentlichung der Daten für Italien hatten die Vereinten Nationen das Jahr 2019 bereits zum weltweit drittheißesten jemals aufgezeichneten Jahr erklärt, dessen Temperaturen um 1,1 Grad über dem Mittel der vorindustriellen Zeit gelegen habe.

Ansa/Teatronaturale/fh - Jan 2020