Nach Untersuchungen der Universität Kalifornien haben Wissenschaftler die Hypothese formuliert, dass Quercetin verantwortlich für die Kopfschmerzen ist, die manche Menschen nach dem Genuss schon kleiner Mengen Rotwein quälen. Quercetin, ein gelber Naturfarbstoff aus der Gruppe der eigentlich als gesundheitsfördernde Antioxidantien bekannten Flavonoide, kommt natürlicherweise in Obst und Gemüse und dementsprechend auch in Trauben und damit Rotwein vor. Nach der in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlichten Studie kann es jedoch bei der Verstoffwechslung des Quercetins unter gleichzeitiger Zufuhr von Alkohol zu Problemen kommen.
„Wenn es in den Blutkreislauf gelangt, wandelt der Körper es in eine andere Form um, die Quercetin-Glucuronid genannt wird“, erklärte der Chemiker und korrespondierende Autor der Studie Andrew Waterhouse, Professor der Fakultät für Weinbau und Önologie der University of California. Die Anhäufung des Giftstoffs Acetaldehyd aufgrund der Hemmung der Aldehyddehydrogenase (Enzym in der Leber, das Alkohol verstoffwechselt) durch die veränderte Form des Quercetins führe zu Rötungen, Kopfschmerzen und Übelkeit.
Laut Waterhouse kann der Gehalt an Quercetin in Rotwein stark variieren. „Quercetin wird von den Trauben als Reaktion auf das Sonnenlicht produziert“, so der Wissenschaftler. „Wenn man viele freiliegende, der Sonne ausgesetzte Trauben hat, wie es im Napa Valley bei den Cabernets der Fall ist, erhält man einen viel höheren Quercetingehalt. In einigen Fällen kann er vier- oder fünfmal höher sein.“ Außerdem würde der Quercetingehalt auch von Faktoren der Weinerzeugung wie Schalenkontakt während der Fermentation, Klärungsprozessen und Lagerzeit der Weine beeinflusst.
Die Forscher wollen nun in einer vergleichenden Folgeuntersuchung mit besonders quercetinreichen und -armen Weinen ihre Kenntnisse ausbauen und in einer klinischen Studie herausfinden, warum manche Personen anfälliger für Kopfschmerzen nach Rotweinkonsum sind als andere.

Winenews/Teatronaturale/fh - Nov 2023

Italien hat für 2024 6851 Hektar neue Weinbauflächen genehmigt. Dies wurde vom Landwirtschaftsministerium mit einem speziellen Dekret festgelegt, das in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung 1308/2013 neue Flächen in Höhe von einem Prozent der nationalen Rebfläche genehmigt. Dazu kommen auch Flächen, die bereits für 2023 genehmigt und von den Produzenten nicht in Anspruch genommen worden waren.

Gamberorosso/fh - Nov 2023

Die Brüsseler EU-Parlamentarier haben mit großer Mehrheit einen Vorschlag des Umweltausschusses der EU-Kommission zur Reduktion von Pflanzenschutzmitteln um 50 Prozent bis zum Jahr 2030 abgelehnt. 299 Parlamentarier stimmten gegen strengere Regeln, 207 dafür und 121 enthielten sich. Das Abstimmungsergebnis fand bei Landwirtschaftsverbänden wie Confagricultura und Copagri große Zustimmung, während sich Umweltschutzverbände doppelt enttäuscht zeigten, nachdem gerade erst die Genehmigung für das umstrittene Herbizid Glyphosat um zehn Jahre verlängert worden war (siehe unsere Meldung „EU: Glyphosat-Genehmigung für zehn Jahre verlängert“).

 

Gamberorosso/Teatronaturale/fh - Nov 2023

Die Europäische Kommission hat die Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat um weitere zehn Jahre verlängert. Die Entscheidung der Kommissare kam zustande, weil im Berufungsausschuss in zwei Abstimmungsrunden weder eine qualifizierte Mehrheit für eine Neuzulassung noch für ein Verbot des Wirkstoffes zustande kam, dessen Genehmigung am 15. Dezember 2023 ausläuft. Eine qualifizierte Mehrheit liegt vor, wenn sich mindestens 55 Prozent der EU-Staaten, die zusammen 65 Prozent der Gesamtbevölkerung bilden, gemeinsam stimmen.
Zu den Staaten, die in zwei Abstimmungsrunden nicht gegen eine Verlängerung gestimmt haben, gehört auch Italien. Am 13. Oktober hatte Italien sogar noch für eine Neuzulassung gestimmt, wenn auch unter der Bedingung, dass der Glyphosat-Einsatz kurz vor der Ernte untersagt wird. Weil ein solches Verbot – zumindest auf EU-Ebene – nicht zustande kam, hat sich Italien in der zweiten Abstimmungsrunde am 16. November 2023 enthalten. Mitgliedstaaten haben zwar nicht die Möglichkeit, Glyphosat komplett zu verbieten, können aber den Einsatz auf nationaler und regionaler Ebene einschränken.

Gamberorosso/fh - Nov 2023

Die Mitglieder des Konsortiums der Etna DOC-Weine haben am 10. November 2023 einstimmig beschlossen, einen Antrag auf Anerkennung der Appellation als kontrollierte und garantierte Herkunftsbezeichnung (DOCG, denominazione di origine controllata e garantita) zu stellen. Nach Anerkennung durch die Region Sizilien, das italienische Landwirtschaftsministerium und die EU wird die Umwandlung voraussichtlich in zwei Jahren abgeschlossen sein.
Daneben wurden auch einige Änderungen der Produktionsregeln beschlossen. So soll für Etna DOC-Schaumweine neben Nerello Mascalese auch die Rebsorte Carricante sowie die Typologie Pas Dosé (ohne Versanddosage) zugelassen werden. Für den Etna Rosso mit zusätzlicher geographischer Angabe (unità geografica aggiuntiva, UGA) sollen die Hektarhöchsterträge gesenkt werden. Außerdem soll es zukünftig möglich sein, neben den bereits als UGA anerkannten 133 Contrade (Ortsteile) auch die Namen der 20 Gemeinden des Anbaugebiets als UGA zu verwenden, wenn die Trauben zu 100 Prozent aus deren Gebiet stammen.

Gamberorosso/fh - Nov 2023

In Apulien gerät der Olivenölsektor immer mehr ins Visier er organisierten Kriminalität. Komplette Olivenernten verschwinden über Nacht, Traktoren und anderes Landwirtschaftsgerät werden gestohlen, sogar Bewässerungsanlagen, Düngemittel und andere Produkte zur Behandlung der Pflanzen. Fahrzeuge, die geerntete Oliven transportieren, werden eskortiert, als seien es Geldtransporter, private Wachdienste werden bedroht, Pflanzen mutwillig zerstört, um die Besitzer nach Mafia-Manier einzuschüchtern. So dramatisch stellt sich laut Gennaro Sicolo, Präsident des regionalen Landwirtschaftsverbandes CIA Puglia, die Situation in Apulien während der aktuellen Erntekampagne in der bereits vom Bakterium Xylella fastidiosa geplagten Region dar.
„Wir sind der Meinung, dass es nötig ist, eine regionale Polizei für den ländlichen Raum zu schaffen, die über spezifische Kompetenzen, Bereiche und Eingriffsrechte verfügt, um der organisierten Kriminalität auf dem Lande wirksamer begegnen zu können“, fordert Sicolo. Er halte es neben einem Ausbau der elektronischen Überwachung durch Kameras sogar für angemessen, das Militär einzusetzen, wenn sich die Situation weiter verschärfe.

Teatronaturale/fh - Nov 2023

Die maschinelle, nächtliche Olivenernte ist in den spanischen Regionen Andalusien und Extremadura in der Erntekampagne 2023/24 verboten. Die 2019 auf öffentlichen Druck erstmals eingeführte und seitdem jährlich wiederholte Maßnahme soll die Dezimierung der Zugvogelbestände schützen, die in großer Zahl über die iberische Halbinsel ziehen und die Olivenhaine als Rastplatz und zur Nahrungssuche nutzen, wobei sie oft in die im superintensiven Olivenanbau genutzten Überzeilen-Vollernter geraten. Die Besitzer der riesigen Olivenanlagen versuchen, die nachts ausgefallenen Erntearbeiten durch verstärkten Einsatz der Vollernter am Tag auszugleichen.

Teatronaturale/fh - Nov 2023

Marokko hat vor dem Hintergrund der Olivenknappheit im gesamten Mittelmeerraum ein Exportverbot für Oliven und Olivenöl erlassen. Der zweitgrößte Olivenproduzent Nordafrikas und weltweit neuntgrößte Produzent will damit bei weltweit steigenden Preisen die Kaufkraft schützen und die Versorgung des heimischen Marktes sichern. Für die aktuelle Ernte beläuft sich die Produktion nach Angaben Marokkos auf 156 000 Tonnen Olivenöl, etwas weniger als im vorausgegangenen Rekordjahr mit 200 000 Tonnen Öl.

Gamberorosso/fh - Nov 2023

Mattia Muggittu, 23-jähriger Winzer aus Mamoiada (Provinz Nuoro) hat einen Rechtsstreit gegen den österreichischem Getränkegiganten Red Bull gewonnen. Der Konzern hatte sich am beim italienischen Patentamt angemeldeten Logo des Winzers gestört und aufgrund dessen vermeintlicher Ähnlichkeit wegen Markenrechtsverletzung und unloyalen Wettbewerbs gegen Muggittu Klage erhoben. Das Logo zeigt zwei rote Ochsen (und nicht etwa Stiere) und einen roten Pflug sowie Stelen und einen Menhir aus dem Neolithikum und soll die historische Weinbautradition der Gegend darstellen.
„Die Nachricht ist ein Sieg für Mattia und für ganz Sardinien», kommentierte der Anwalt des Weinguts, Mauro Intagliata, den Rechtsspruch „Nicht nur das: Es ist ein überwältigender Sieg der tausendjährigen Traditionen Sardiniens gegen die Arroganz der Wirtschaftsmacht.“

Lastampa/fh - Nov 2023

Das Bio-Weingut Podere Casanova aus Montepulciano wird keine Weine des Jahrgangs 2023 abfüllen. „Der Falsche Mehltau, der die Weinberge in ganz Italien heimgesucht hat, hat auch unsere Weinberge stark in Mitleidenschaft gezogen und uns vor die konsequente Entscheidung gestellt, die Ernte ausfallen zu lassen“, so die Besitzer Susanna und Isidoro Rebatto, „Es ist für uns undenkbar, mehr Behandlungen durchzuführen, als wir uns vorgenommen haben, um ein wirklich nachhaltiges und biologisches Unternehmen zu sein.“ Das 17-Hektar-Weingut hat sich selbst verpflichtet, nur 50 Prozent des pro Jahr in der Region Toscana zugelassenen Kupfers einzusetzen, diesen Wert bereits am 3. Juli erreicht und daraufhin keine weiteren Behandlungen der Reben vorgenommen.

Gamberorosso/fh - Nov 2023