Das Weingut Rivera in Andria wurde Anfang Februar Opfer eines dreisten Diebstahls. Bei einem nächtlichen Einbruch wurden 35 000 Setzlinge gestohlen, die für die Neubestockung von zehn Hektar Weinberg vorgesehen waren. Es handelte sich um Stecklinge der einheimischen, für die Appellation Castel del Monte DOCG typischen Rebsorten Nero di Troia und Bombino nero, die dritte Generation einer in den 90er-Jahren begonnenen Selektion, die Rivera gemeinsam mit Weinwissenschaftler Attilio Scienza und dem Agrarforschungsinstitut Crea durchführte.
Glück im Unglück: Der Gärtnereibetrieb, in dem die Setzlinge für Rivera produziert wurden, hat noch ein paar Tausend, die vermehrt und in Zukunft gepflanzt werden können. Zumindest die Resultate der 30-jährigen Forschungsarbeit sind damit nicht ganz verloren.

Andriaviva/Gamberorosso/fh - Feb 2021

Die Früchte des Olivenbaums waren schon in der Jungsteinzeit ein beliebter Snack, wie Archäologen der Universität Tel Aviv herausfanden. Vor der israelischen Küste nahe der Stadt Haifa stießen sie am Meeresgrund auf Tausende von Olivenkernen, deren Alter sie auf 6600 Jahre schätzen. Sie sind damit 4000 Jahre älter als die bisher ältesten gefundenen Überreste von Tafeloliven, die aus der Zeit um das Jahr 2600 v.Chr. stammten.
Der Fundort mit Überresten von Becken und Gruben aus Stein und Lehm soll nach Angaben der Wissenschaftler damals noch über dem Meeresspiegel gelegen haben. Dass hier Tafeloliven und kein Olivenöl produziert wurden, führen sie darauf zurück, dass sie größtenteils auf intakte Kerne stießen, während sie in ehemaligen Ölproduktionsstätten vorwiegend auf zermahlene Überreste stießen. Die Lage direkt am Meer machte es zudem einfach, die Früchte in Salzlake einzulegen, um sie genieß- und haltbar zu machen. Weil rund um den Fundort keinerlei Überreste von Wohnhäusern zu finden waren, geht man von einer „industriellen“ Produktionsstätte für Tafeloliven aus.

Scientificreports/Teatronaturale/fh - Feb 2021

Die EU-Kommission in Brüssel gab am 28. Januar die Verlängerung der 2020 eingeführten Notmaßnahmen für das gesamte Jahr 2021 bekannt, mit denen den Auswirkungen der US-Strafzölle und der Covid-Pandemie begegnet werden soll. Die italienische Weinproduktion ist von den US-Zöllen glücklicherweise nicht betroffen, Frankreich, Deutschland, und Spanien haben hingegen unter 25-prozentigen Aufschlägen zu leiden.
Die einzelnen EU-Mitgliedstaaten haben bei der Gestaltung ihrer nationalen Unterstützungsprogramme zudem mehr Flexibilität als bisher. So können sie Produzenten bis zu 100 Prozent der Kosten für Notdestillation und Lagerhaltung vorschießen – Maßnahmen, die in erster Linie darauf abzielen, die Produktmengen auf dem Markt zu begrenzen, um einen Preisverfall zu vermeiden.
Auch die Kofinanzierung der in den nationalen Unterstützungsplänen enthaltenen strukturellen Maßnahmen (Investitionen, Absatzförderung, grüne Weinlese, Umstrukturierung von Rebflächen etc.) wurde ausgeweitet: Die maximale Deckung durch öffentliche Mittel beträgt jetzt 70 statt bisher 50 Prozent.

EU/Winenews/fh - Feb 2021

Die EU hat eine umfassende Datenbank eingerichtet, in der man sich detailliert über sämtliche Produkte mit geographischer Angabe (DOP und IGP) der EU-Mitgliedstaaten informieren kann. Auch außereuropäische Produkte, für deren Herkunftsschutz Verträge mit der EU bestehen, sind enthalten.
Unter http://www.tmdn.org/giview finden sich alle Daten zum Schutzstatus in der EU inklusive Produktbeschreibungen (teilweise mit Karten und Fotos), Verweisen auf eventuell bestehende Abkommen mit Nicht-EU-Handelspartnern und externen Links zu den Behörden des jeweiligen Herstellerlands.

EU/Oliveoiltimes/fh - Feb 2021

Die italienische Polizei hat im Dezember 2020 gleich drei Weinfälscherbanden ausgehoben.

Sizilien: In Partinico (Provinz Palermo) wurden große Mengen Wein mit Wasser und Zucker gepanscht und mit gefälschter Herkunftsangabe in Umlauf gebracht. 25 000 Kilo festen sowie 30 000 Liter in Wasser gelösten Zuckers und 3,7 Millionen Liter mittels Zucker und Wasser gefälschten Mosts wurden beschlagnahmt, fünf Personen festgenommen und wegen Urkundefälschung und Handelsbetrug angeklagt. Mehrere Unternehmen in Partinico, die sich allesamt auf eine Person zurückführen lassen, hatten Rüben- und Rohrzucker schwarz in Kampanien gekauft, in Sizilien verarbeitet und zwischen 2018 und 2020 über neun Millionen Liter gefälschter Weine und Moste an Kellereibetriebe und Essigproduzenten in ganz Italien verkauft.

Piemont: In Asti wurden neun Personen ermittelt, die zwischen 2016 und 2018 über 54 000 Flaschen gefälschten Weins bekannter toskanischer und piemontesischer Marken für rund 930 000 Euro vorwiegend in die Schweiz verkauft haben sollen. An den Ermittlungen waren auch die Behörden des Schweizer Kantons Tessin beteiligt. Die Angeklagten – fünf in Untersuchungshaft, vier unter Hausarrest – müssen sich wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, Geldwäsche, Urkundenfälschung und Handelsbetrug verantworten, 20 Örtlichkeiten in sechs italienischen Regionen wurden durchsucht. Die Ermittlungen waren im Juni 2018 nach dem Fund von 4800 Flaschen gefälschten Weins und der anschließenden Beschlagnahme weiterer 15 000 Flaschen sowie verbotenen önologischen Zubehörs im Wert von 200 000 Euro aufgenommen worden.

Kampanien: In San Giuseppe Vesuviano (Provinz Neapel) wurde im eigens dafür umgebauten Keller eines Wohnhauses eine Weinfälscherfabrik entdeckt, in der gefälschte Produkte umetikettiert wurden. Bei der Durchsuchung konnten 1400 Liter gefälschter Champagner der Marke Moët & Chandon, gefälschtes Olivenöl, Ethylalkhol mit gefälschtem Herkunftsnachweis, gefälschte Staatsbanderolen sowie Verpackungsmaterial (Korken, Etiketten, Weinkapseln etc.) beschlagnahmt werden. Allein das vor Ort gefundene Verpackungsmaterial hätte nach Angaben der Ermittler für weitere 130 000 falsch etikettierte Flaschen ausgereicht. Die beiden Hauptverdächtigen wurden wegen Produktfälschung und Hehlerei angezeigt.

Gamberorosso/fh - Feb 2021

Der italienische Verband unabhängiger Kleinwinzer Fivi hat eine Anwendung für Smartphones entwickelt, mit deren Hilfe man ihre Mitglieder in ganz Italien leichter finden, sich über sie informieren und sie auch kontaktieren kann. Mittels Geolokalisierung zeigt einem die App auf einer Karte die nächstgelegenen Mitgliedsbetriebe an und bietet die Möglichkeit, sich mit einem Klick über eine Verknüpfung mit Google Maps dorthin navigieren zu lassen. Daneben gibt es eine kurze Beschreibung des Weinguts, Homepage, E-Mail-Adresse und Telefonnummer sind verlinkt. Bis jetzt nehmen mehr als 800 der 1300 Mitgliedsbetriebe an der Initiative teil.
Die Anwendung gibts bis jetzt nur in englischer Sprache unter folgenden Links:
https://apps.apple.com/it/app/fivi/id1525235696 (fürs iPhone)
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.s4win.fivi&hl=de&gl=DE (für Android).

Fivi/fh - Feb 2021

Die Weinkellerei Cecchi (Castellina in Chianti) befindet sich seit dem 23. Dezember 2020 in gerichtlicher Zwangsverwaltung. Hintergrund ist eine Serie von Rechtsstreitigkeiten zwischen den Inhaberbrüdern Andrea und Cesare Cecchi, die sich schon seit geraumer Zeit über die Managementmethoden in den Haaren liegen. Nach einer Reihe von familieninternen Klagen, Berufungen und Gegenberufungen ernannte das Gericht in Siena einen Zwangsverwalter, um drohenden Schaden durch die handlungsunfähige Geschäftsführung abzuwenden.
Andrea Cecchi, der die Mehrheit der Aktien hält, lehnte dem Gamberorosso gegenüber einen Verkauf des Unternehmens ab, während Cesare Cecchi auch eine Umverteilung des Aktienbesitzes unter den Brüdern oder den Einstieg eines externen Investors nicht ausschließen wollte. Der gerichtlich bestellte Verwalter bleibt bis zum 30. Juni 2022 im Amt. So lange haben die Streithähne Zeit, sich auf eine Lösung zu verständigen.

Ilsole24ore/Gamberorosso/fh - Feb 2021

Die lange Liste italienischer Agrarprodukte und Lebensmittel mit geschützter Herkunftsangabe ist seit Ende Oktober um zwei Einträge reicher. Die in Cetara an der Amalfi-Küste nach jahrtausendealter Methode hergestellte Sardellensauce Colatura di Alici di Cetara erhielt das DOP-Siegel.
Außerdem werden die autochthonen, am Ätna angebauten Zitronensorten ab sofort mit der geschützten geographischen Angabe Limone dell‘Etna IGP versehen. Italien kommt damit auf insegesamt 309 Lebensmittel und Agrarprodukte mit geschützter Herkunftsbezeichnung.

Qualivita/fh - Dez 2020

Die Generaldirektion Landwirtschaft der Europäischen Kommission hält den Begriff Naturwein (respektive Vino Naturale, Vin Naturel etc.) für irreführend, weil er dem Verbraucher suggerieren könnte, dass es sich dabei generell um eine höhere Weinqualität handle. Zudem könne der Ausdruck falsche Vorstellungen davon hervorrufen, worum es sich bei Natürlichkeit im Wein handle.
Der Begriff Naturwein bewege sich in einer rechtlichen Grauzone, weil es weder klare gesetzliche Definitionen noch eine einheitliche EU-Gesetzgebung zu Naturwein gebe. So lautet zusammengefasst die am 7. September erfolgte, schriftliche Antwort des EU-Generaldirektors für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung Wolfgang Burtscher auf eine offizielle Anfrage durch Ignacio Sánchez Recarte, Generalsekretär des europäischen Weinbauverbands CEEV.

EU-Kommission/Teatronaturale/fh - Dez 2020

In den Vorverhandlungen zum Gerichtsprozess in einem der größten Ölbetrugsfälle der Toskana haben sich Ende Juli die leitende Staatsanwältin Raffaella Capasso und 18 der 31 Angeklagten auf einen Vergleich geeinigt. Das dabei erzielte Strafmaß für die 18 Angeklagten, die einen Vergleichsantrag gestellt hatten, reicht von 10 000 Euro Geldstrafe bis zu zweijährigen Haftstrafen auf Bewährung.
Nach italienischem Recht gestehen die Angeklagten damit nicht ihre Schuld ein, akzeptieren aber die Strafe. Die übrigen Angeklagten, darunter Massimo Neri von der Kooperative Olma und Marcello Dragoni, damals Direktor der Montalbano Spa, setzen hingegen darauf, in einem noch zu terminierenden Gerichtsprozess ihre Unschuld beweisen zu können.
Die Untersuchungen hatten 2015 aufgrund eines Hinweises des Konsortiums IGP Toscano begonnen und schließlich zur Aufdeckung eines groß angelegten Herkunftsbetrugs geführt. So konnte mittels DNA-Test nachgewiesen werden, dass 20 000 Liter als IGP Toscano deklarierten Olivenöls aus Apulien und Griechenland stammten (siehe Merum 4/2016 und 3/2019).

Teatronaturale/fh - Dez 2020