Mit 64,9 Millionen Hektoliter Wein und 9,8 Millionen Hektoliter Most zum 31. Dezember 2022 waren die Lagerbestände fünf Prozent höher als 2021 (Most: +1,6%). Dies ist der höchste Wert, seit das Marktobservatorium Osservatorio del Vino die vom ICQRF erhobenen Daten veröffentlicht. Im Detail ist über die Hälfte (51,7%) Wein mit geschützter Ursprungsbezeichnung (DOP), 27,5 Prozent sind Wein mit geschützter geographischer Angabe (IGP). Geographisch betrachtet sind über die Hälfte der Lagerbestände (55,3 %) in den Regionen des Nordens zu verzeichnen, davon ein Viertel (24,9%) im Veneto.
Die höchsten Lagerbestände weist wie jedes Jahr der Prosecco DOC auf: 4,9 Millionen Hektoliter, rund 13 Prozent der Gesamtlagerbestände in Italien. Es folgen IGP Puglia (2,6 Millionen Hektoliter, fünf Prozent der Gesamtbestände) und Sicilia DOC mit 3,5 Prozent.

Gamberorosso/ Osservatoriodelvino/Winenews/fh - Jan 2023

Die Weine vom Ätna werden immer stärker nachgefragt. Wie das Konsortium mitteilt, wurden 2022 28 Prozent mehr Ätna-Wein abgefüllt als im Vorjahr, die Produktionsmenge liegt jetzt bei 5,8 Millionen Flaschen. Im Vergleich zum letzten Jahr vor der Corona-Pandemie, 2019, beträgt die Steigerung sogar 34,6 Prozent. Was die einzelnen Typologien angeht, wuchsen der Etna Rosso, der die Hälfte des Ätna-Weins ausmacht, und der Etna Bianco gleich stark um jeweils 28 Prozent, wobei der Etna Bianco Superiore mit einem Plus von 67 Prozent besonders zulegte. „In den letzten zehn Jahren haben sich die Rebfläche und die Flaschenproduktion fast verdoppelt“, kommentiert Konsortiumsdirektor Maurizio Lunetta. „Das Wachstum ist sowohl einer Stärkung der Märkte geschuldet, auf denen wir schon präsent sind als auch einem starken Schub durch den Weintourismus.“

Gamberorosso/fh - Jan 2023

In Irland werden zukünftig alle alkoholischen Getränke Warnhinweise auf die Etiketten bekommen. Nachdem Irland die EU-Kommission am 21. Juni 2022 über sein Vorhaben informiert hatte und innerhalb der Frist bis Ende Dezember 2022 keine Einwände von Seiten der Kommission vorgebracht wurden, tritt die Regelung in Kraft.
Die Warnhinweise auf den Etiketten müssen folgende Elemente enthalten: einen Warnhinweis auf die Gefahren des Alkoholkonsums im Allgemeinen, einen Hinweis auf die Gefahren des Alkoholkonsums für schwangere Frauen, einen Hinweis auf den Zusammenhang zwischen Alkohol und tödlichen Krebserkrankungen, den Alkoholgehalt des Produkts in Gramm, die Anzahl der im Produkt enthaltenen Kalorien und einen Link zu einer Gesundheitswebsite mit Informationen über Alkohol und seine Schadpotenzial.
Dass die EU-Kommission keine Einwände vorgebracht hat, sorgt insbesondere bei den Vertretern der großen Weinbaunationen Italien, Frankreich und Spanien für Unverständnis und Verärgerung. Sie sehen darin eine Bedrohung für eine einheitliche EU-Gesetzgebung und den freien Warenverkehr im EU-Binnenmarkt. Zudem sollen im Dezember 2023 ohnehin neue EU-Kennzeichnungsregeln für alkoholische Getränke in Kraft treten.
Ein bisschen Zeit bleibt trotzdem noch: Da das Gesetzesvorhaben auch Hindernisse im internationalen Handel mit sich brächte, muss Irland seinen Plan noch bei der Welthandelsorganisation WTO prüfen lassen, bevor er in Kraft treten kann. Der dafür vorgesehene Zeitraum beträgt 60 Tage.

Ilsole24ore/Winenews/fh - Jan 2023

Die Weine der Insel Pantelleria werden auf Beschluss des Konsortiums ab 1. Januar 2023 mit einer Staatsbanderole versehen, um eine bessere Rückverfolgbarkeit zu erreichen und die Betrugsbekämpfung zu erleichtern. Dies gilt nicht nur für den berühmten Süßwein Passito di Pantelleria, sondern auch für die Typologien Moscato, Zibibbo dolce und Pantelleria bianco (auch als Frizzante). Nächstes Ziel des 1997 gegründeten Konsortiums ist die Aufwertung der jetzigen DOC zur DOCG (Denominazione di Origine Controllata e Garantita = kontrollierte und garantierte Herkunftsbezeichnung).

Gamberorosso/fh - Dez 2022

In der Emilia Romagna wurde das regionale Konsortium Vitires gegründet, das sich der Erforschung pilzresistenter Sorten (Piwis) widmet. Aus der Taufe gehoben haben es vier Unternehmen (Riunite & Civ, Cantina San Martino in Rio, Caviro, Terre Cevico), die zusammen 70 Prozent der in der Emilia Romagna produzierten Trauben verarbeiten, und das Forschungszentrum Ri.Nova.
Das Konsortium Vitires wird für die Förderung, den Schutz und die Aufwertung von Weinen und Trauben aus regionalen resistenten Rebsorten, einschließlich der Verwaltung etwaiger Kollektivmarken, zuständig sein. Bislang wurden auf knapp drei Hektar Rebfläche 16 regionale Rebsorten erforscht, darunter Sangiovese und die Lambrusco-Sorten, sowie mehr als 700 Kreuzungen zu deren genetischer Verbesserung vorgenommen. Die ersten Selektionen werden bereits im Hinblick auf die Pilzkrankheiten Echter und Falscher Mehltau, aber auch auf ihre Anpassungsfähigkeit an die örtlichen Anbaubedingungen und das önologische Potenzial im Vergleich zu den traditionellen Referenzsorten bewertet.
Ziel ist es, mittelfristig eine Zulassung für die Verwendung von Piwis für Weine mit kontrollierter Herkunftsbezeichnung zu erreichen. Stand Heute lässt noch keine italienische DOC-Appellation die Verwendung von Piwis zu.

Gamberorosso/Winemag/fh - Dez 2022

Die EU hat dem Antrag Italiens stattgegeben, den Schutz der garantiert traditionellen Spezialität Pizza Napoletana STG (STG=specialità tradizionale garantita) zu verstärken. Die neapolitanische Pizza ist bereits seit 2010 als STG bei der EU registriert. Ab 18. Dezember 2022 ist sie jedoch mit dem Eintrag „con riserva del nome“ (mit Namensvorbehalt) statt – wie bisher – „senza riserva del nome“ (ohne Namensvorbehalt) versehen. Konkret bedeutet dies, dass niemand in Italien und den anderen EU-Ländern „Pizza Napoletana“ auf die Speisekarte oder den Pizzakarton schreiben darf, wenn er nicht alle dafür vorgesehenen Bedingungen erfüllt: Mindestruhezeit für den Hefeteig, Kneten des Teiges von Hand, Verwendung von Holzkohleöfen mit 485 Grad Celsius, Höhe des Randes zwischen einem und zwei Zentimetern, Verwendung ausschließlich italienischer Originalzutaten (z.B. Mozzarella di Bufala Campana DOP oder Mozzarella tradizionale STG, aber keine anderen Käsesorten).

Gamberorosso/fh - Dez 2022

Nach der bereits erfolgten Anerkennung durch das italienische Landwirtschaftsministerium hat Anfang Dezember 2022 auch die EU-Kommission grünes Licht für die Einführung der geschützten geographischen Angabe Campania IGP gegeben (IGP=Indicazione geografica protetta). Die Region Kampanien hat damit sechs Herkunftsangaben für Olivenöl vorzuweisen: neben der neuanerkannten IGP Campania sind dies die geschützten Herkunftsangaben (DOP=Denominazione di origine protetta) Cilento DOP, Colline Salernitane DOP, Irpinia – Colline dell’Ufita DOP, Penisola Sorrentina DOP und Terre Aurunche DOP.

Teatronaturale/fh - Dez 2022

Die Olivenernte 2022 wird den offiziellen Schätzungen der Industrieverbände Italia Olivicola und Unaprol als die drittschlechteste aller Zeiten in die Geschichte eingehen. Mit 208 000 Tonnen Olivenöl wird die Produktion um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgehen und Italien könnte seinen Platz als zweitgrößter Olivenölproduzent der Welt verlieren. Hauptverantwortlich sind drastische Produktionseinbußen im Süden des Landes, wo allein in Apulien weniger als die Hälfte der Vorjahresmenge erzeugt werden konnte (-52%). Auch die Basilikata, die Abruzzen und Kalabrien haben Rückgänge um 40 Prozent zu verzeichnen. Die Regionen des Nordens und des Zentrums erholten sich hingegen und konnten die Erntemenge im Vergleich zum miserablen Vorjahr teilweise mehr als verdoppeln (Lombardei +142%, Trentino +122%). Angesichts ihres geringen Anteils an der nationalen Gesamtproduktion hat dies jedoch kaum Einfluss auf die negative Gesamtbilanz.

Teatronaturale/fh - Dez 2022

Die Weine der apulischen Appellation Primitivo di Manduria DOC erhalten auf Beschluss des Konsortiums ab 1. Januar 2023 die Staatsbanderole am Flaschenhals. Damit wird die Rückverfolgbarkeit der Flaschen erhöht und die Bekämpfung von Etikettenschwindel erleichtert. Die Verwendung der Staatsbanderole ist verpflichtend für die Basis-Variante und die Riserva des Primitivo di Manduria. Die Süßwein-Variante Primitivo di Manduria Dolce Naturale DOCG kommt bereits seit längerer Zeit nur mit Staatsbanderole auf den Markt.

Gamberorosso/fh - Dez 2022

Das Konsortium Oltrepò Pavese hat auf seiner Mitgliederversammlung am 6. Dezember 2023 Änderungen des Produktionsreglements beschlossen. So soll der flaschenvergorene Schaumwein zukünftig Oltrepò DOCG Metodo Classico heißen, der Zusatz Pavese wird weggelassen. Außerdem wird im Weinberg die Handlese vorgeschrieben. Dritter wichtiger Beschluss ist die Einführung einer Riserva mit mindestens 48-monatigem Hefelager.

Consorziovinioltrepo/fh - Dez 2022