Die Konsortien vom Chianti DOCG und Brunello di Montalcino DOCG haben für die kommende Ernte Absenkungen des Höchstertrags beschlossen. Für den Chianti (Teilgebiete und Superiore eingeschlossen) dürfen nur 85 Prozent des jeweils vorgesehenen Hektarhöchstertrags gelesen werden, während man beim Brunello den Maximalertrag für den ersten Hektar unberührt lässt, ihn aber für die darüberhinausgehende Rebfläche von 8000 auf 7000 Kilo Trauben pro Hektar absenkt. Für die Lagerbestände der letzten drei Jahre besteht außerdem die Möglichkeit der Deklassierung. Das heißt, ein Wein, der zur Brunello-Produktion bestimmt und deklariert war, kann nachträglich z.B. zu einem Rosso di Montalcino deklassiert und damit nicht erst nach fünf Jahren Lagerzeit verkauft werden.

Teatronaturale/fh - Jul 2021

Die britische Regierung hat am 25. Juli Maßnahmen beschlossen, die die Einfuhr von Wein aus der EU erleichtern sollen. Nach dem EU-Austritt Großbritanniens hatten Weinimporteure eine Reihe aufwendiger Laboranalysen zu absolvieren, um das sogenannte VI-1-Zertifikat zu erhalten, und hätten auch eigene Etiketten für den britischen Markt drucken müssen. Die Nachricht, dass dieses Zertifikat nun nicht mehr nötig ist, sorgt für Erleichterung unter Italiens Winzern, für die das Vereinigte Königreich mit einem mittleren Jahresumsatz von 800 Millionen Euro den drittwichtigsten Exportmarkt darstellt.

Winenews/fh - Jul 2021

Die Kulturlandschaft des Chianti Classico wird offizieller Kandidat für eine Anerkennung als Unesco-Welterbe. Die von der Regionalregierung der Toskana, den sieben Gemeinden des Anbaugebiets, dem Konsortium Chianti Classico und einer Stiftung zum Erhalt der Landschaft des Chianti Classico erarbeitete Bewerbung wurde in die offizielle Vorschlagsliste aufgenommen, die Italien beim nächsten Unesco-Weltkongress vorlegen wird.
Etwas schwieriger gestaltet sich das gleiche Vorhaben im Nordosten Italiens, wo das grenzüberschreitende Anbaugebiet Collio-Brda den Unesco-Welterbe-Status anstrebt. Während sich die Winzer aus dem Friaul auf der italienischen Seite und ihre slowenischen Kollegen weitestgehend einig sind, kommt es auf slowenischer Seite zu Verzögerungen bürokratischer Natur. Geplant war, dass Slowenien die Kandidatur der Unesco präsentiert, weil Italien mit 55 schon eine große Zahl Unesco-anerkannter Welterbestätten hat. Die Regionalregierung des Friaul wünscht sich eine engere Zusammenarbeit mit den Slowenen. Für den Fall, dass es bei einer für Herbst geplanten Zusammenkunft beider Seiten keine positive Entwicklung gäbe oder sich Slowenien gar zurückziehen sollte, hat die Regionalregierung im Friaul schon angekündigt, die Kandidatur alleine weiterzuführen.

Gamberorosso/fh - Jul 2021

Ein Großteil der Winzer der kleinen Prosecco-Appellation Asolo DOCG wehrt sich gegen Pläne zur Einführung eines Rosé-Prosecco mit Pinot-Noir-Anteil, wie man ihn in der Riesenappellation Prosecco DOC seit vergangenem November produziert. In einem offenen Brief ans italienische Landwirtschaftsministerium führen sie vier Punkte an, die gegen einen solchen Schritt sprächen.
1.) Auf der letzten Generalversammlung des Konsortiums am 30. Juni 2020 hatten 16 Produzenten – vorwiegend Vertreter größerer Unternehmensgruppen – für die Einführung des Asolo Rosé gestimmt, was für eine Annahme des Vorschlags ausreichte. Dennoch waren fast zwei Drittel der Anwesenden dagegen, es gab 29 Nein-Stimmen. Die Beschwerdeführer sehen die Gefahr einer Spaltung des Konsortiums.
2.) Es gebe keinerlei historische Tradition, auf der das Projekt fußt.
3.) Nach Angaben der Rosé-Gegner hatte es vor der Versammlung am 30. Juni 2020 keine gemeinsame Diskussionsgrundlage gegeben, auf die sich Befürworter wie Gegner hätten stützen können.
4.) Da es kaum Pinot-Noir-Reben im Anbaugebiet gebe, müssten entweder Glera-Reben gerodet oder die Rebfläche erhöht werden, mit möglichen negativen Effekten auf die Landschaft und das sozioökonomische Geflecht der Appellation.

Gamberorosso/fh - Jul 2021

Die Internationale Organisation für Rebe und Wein OIV wird ab sofort von einem Italiener angeführt. Der Önologieprofessor Luigi Moio wurde auf der Generalversammlung in Paris am 12. Juli zum neuen Präsidenten gewählt und übernimmt für eine dreijährige Amtszeit das Ruder von seiner brasilianischen Vorgängerin Regina Vanderlinde. Er war bereits Vizepräsident des OIV und leitete innerhalb des Verbands sowohl die technische Expertengruppe als auch die önologische Kommission. An der Universität Neapel unterhält Moio einen Lehrstuhl für Weinbau. Er berät als wissenschaftlicher Experte das italienische Landwirtschaftsministerium, ist Autor verschiedener Weinbücher und besitzt ein eigenes Weingut in der Irpinia.

OIV/fh - Jul 2021

Russlands Präsident Wladimir Putin hat Anfang Juli einen Gesetzesentwurf unterschrieben, der vor allem in Frankreich für wütende Reaktionen sorgt. Nach dem neuen Gesetz darf in Russland nur noch Schaumwein russischer Provenienz als „Shampanskoje“ (russisch für Champagner) etikettiert und verkauft werden. Das in über 120 Ländern geschützte französische Original und andere ausländische Schäumer dürfen nur noch die generische russische Bezeichnung für Schaumwein tragen.
Entsprechend ungehalten fielen die Reaktionen in Frankreich aus. Der Produzentenverband Comité Champagne in Épernay bezeichnete die Entscheidung als „skandalös und inakzeptabel“ und zeigte sich geschockt und wütend darüber, von Russland nicht vorab über sein Gesetzesvorhaben informiert worden zu sein. Die großen Champagner-Häuser Moët & Chandon, Veuve Cliquot und Dom Perignon veranlassten einen sofortigen Lieferstopp nach Russland. Der Champagner macht immerhin 13 Prozent der 50 Millionen Liter russischer Schaumweinimporte pro Jahr aus.
Auch die EU-Kommission brachte „Besorgnis und Unverständnis“ zum Ausdruck und sagte den Franzosen ihre volle Unterstützung zu.

Teatronaturale/fh - Jul 2021

Kroatien hat bei der EU-Kommission die offizielle Anerkennung des Süßweins Prošek als geschützte Herkunftsbezeichnung beantragt und damit die Prosecco-Produzenten in Veneto und Friaul gegen sich aufgebracht. Beim Prošek (Aussprache: Proschek) handelt es sich um einen traditionell in Dalmatien und auf der Insel Hvar hergestellten Süßwein aus angetrockneten Trauben. Mit dem EU-Beitritt Kroatiens am 1. Juli 2013 wurde die Verwendung der Bezeichnung auf EU-Märkten untersagt, wogegen Kroatien nun offiziell Einspruch erhoben hat.
Obwohl sich die beiden Weine in keinster Weise ähneln oder verwechseln ließen, opponieren die Italiener gegen den Antrag und sehen darin einen Versuch, von der weltweiten Bekanntheit der Marke Prosecco zu profitieren. Es gibt auch Befürchtungen, dass den Prosecco ein ähnliches Schicksal treffen könnte wie den Tocai aus dem Friaul, der inzwischen nur noch Friulano heißen darf, nachdem Ungarn im Jahr 2007 erfolgreich die Anerkennung des einheimischen Tokaji durchsetzen konnte.
Während in Italien die Gemüter hochkochen, gibt man sich in Kroatien etwas gelassener. Der Europarlamentarier Tonino Picula: „Es gibt keinerlei Verwechslungsgefahr zwischen den Weinen […] Die kroatischen Winzer sind offen für den Kompromiss, das Adjektiv ,dalmata‘ [zur Bezeichnung Prošek] hinzuzufügen.“ Eine Entscheidung der EU-Kommission wird noch für diesen Sommer erwartet.

Gamberorosso/fh - Jul 2021

In Tivoli (Provinz Rom) gelang es der Polizei Anfang Juli, einer Bande von Weinfälschern das Handwerk zu legen. Die Beamten entdeckten im Rahmen der Operation „Ghost Wine“ einen nirgendwo angemeldeten Phantomweinkeller und beschlagnahmten 30 000 Liter Wein, 60 Liter synthetische Aromen, 1000 Liter weitere verbotene Substanzen sowie Kellerausrüstung und Tanks im Wert von einer halben Million Euro. Ausgangspunkt für die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Tivoli waren auffällige Ergebnisse nach chemischen Laboranalysen einiger vermeintlicher DOP- und IGP-Weine aus dem Latium und ganz Italien durch die Staatsanwaltschaft Perugia (Umbrien). Durch sie konnte nachgewiesen werden, dass die Fälscher große Mengen einfachen Tafelwein schwarz bezogen, ihn aufzuckerten, säuerten und aromatisierten, um ihn dann umzuetikettieren und als DOP- oder IGP-Wein zu verkaufen.

Gamberorosso/fh - Jul 2021

Forscher der Freien Universität Bozen und der Uni Innsbruck haben ein Projekt zur Erforschung der Auswirkungen des Klimawandels auf den Weinbau gestartet. Auch die Europäische Akademie Bozen und das Versuchszentrum Laimburg sind am Projekt beteiligt. In speziellen Klimakammern werden Bedingungen simuliert, wie sie in Zukunft sein könnten, mit deutlich mehr Hitze- und Trockenstress als heute. In vier Kammern mit unterschiedlichen Temperaturen und Bewässerungsbedingungen werden mithilfe hochpräziser Messtechnik der Gasaustausch der Reben untersucht und Veränderungen bei der Chlorophyllfluoreszenz und Wärmeabgabe der Blätter gemessen, die Aufschluss über den Stressgrad der Pflanzen geben. Das Projekt läuft in zwei Phasen ab, mit Ergebnissen ist nach Abschluss des Experiments am 8. August zu rechnen.

ORF/fh - Jul 2021

Das Roero soll die erste herbizidfreie Appellation des Piemonts werden. So will es das Konsortium, das sich mit einem entsprechenden Vorschlag an die Gemeinden des Anbaugebiets gewandt hat. Schon vor zwei Jahren hatten die Mitglieder dafür gestimmt, den Schutz der Landschaft – die bereits seit 2014 gemeinsam mit den Langhe und dem Monferrato zum Unesco-Welterbe gehört – und den Erhalt der Artenvielfalt stärker zu fördern. Mit dem jetzigen Vorschlag soll das Verbot von Herbiziden in der kommunalen Gesetzgebung der Roero-Gemeinden festgeschrieben werden, wodurch Verstöße auch von der Forstpolizei geahndet werden könnten.
Italienischer Vorreiter beim Zurückschrauben des Herbizidgebrauchs ist die Appellation Prosecco DOC, die bereits 2017 in Zusammenarbeit mit den Gemeinden ein Chemieverbot erließ, beim Prosecco Superiore DOCG gibt es ähnliche Initiativen.

Consorzio Roero/Winenews/fh - Jul 2021